The Basics - Ingredients

The Basics- Ingredients

Sgc Media / MGM / H'Art
VÖ: 10.05.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Lecker Rosenkohl

Zum Einstieg der Faktencheck: 1. Wer die Beatles liebt, der kann kein schlechter Mensch sein. 2. Wer Charterfolg hat, der muss kein schlechter Mensch sein. 3. Wer Wally De Bracker heißt, der muss Humor haben. 4. Gotye sieht angezogen wesentlich besser aus als nackig und angemalt. Das lässt sich wohl alles weitestgehend unterschreiben. Da ist er jedenfalls wieder, der belgisch-australische Grammy-Gewinner Gotye, der mit diesem perversen Ohrwurm aus dem Jahre 2011. Oder: Da ist er immer noch. Denn die neue Scheibe seiner Band The Basics ist ein zusammenfassender Überblick über das Schaffen des Trios seit deren Gründung 2002. In Down Under sind The Basics durchaus eine große Nummer und auch im sonstigen angelsächsischen Sprachraum hatten sie schon ihre Erfolge. Zeit, die Musik der Australier auch hierzulande kennenzulernen.

"Ingredients" heißt die Best-Of-Compilation des Gespanns. So lässt sich deren Geheimrezept mit vier einfachen Zutaten aufschlüsseln: 1. The Beatles. 2. Leidenschaft. 3. Talent. 4. Vielseitigkeit. Ganz einfach so nachkochen lässt sich das mitnichten – das ist schon eine ziemlich ordentliche Mischung. Wer diese nicht mag, der wird seine Kritik höchstwahrscheinlich in Richtung einer allzu poppigen Ausgestaltung richten. Oder motzen, dass es das ja alles schon gab. Richtig, das gab's alles schon – Popmusik ist eine einzige Wiederholung, in der immer mehr das "Wie" das "Was" vom Thron stößt, damit es spannend bleibt. Und mit dem "Wie", da haben es The Basics, denn ihre musikalische Schöpfung präsentiert sich äußerst divers.

Wenn Songs wie "I could go on", "She's gonna be late" oder "Hey c'mon" so feinfühlig inszeniert nach den Beatles der frühen Sechziger klingen, ohne dass es Cover sind, dann ist das definitiv eine Leistung. Klingt einfach, kann aber wirklich nicht jeder. "Lookin' over my shoulder" ersetzt das Saxophon durch eine Querflöte, legt ein paar Takte an Geschwindigkeit zu und klingt wie eine espritgeladen-tröpfelnde Neuauflage von Stings "Englishman in New York". Die voranschreitende Trompete von "Hey there" zwingt den letzten Weghörer, die Ohren zu spitzen und ruft am Ende noch die Kavallerie auf den Plan. "Rattle my chain" macht ganz schön Spektakel wie ein Song der Landsmänner von Jet, hat eine tolle Bassline und ein schönes Gitarrensolo zu Beginn der zweiten Hälfte. In "Get me down" mündet ein wildes Gitarren-Getöse völlig unverhofft in eine Episode von Beethovens "Für Elise".

"Ingredients" ist ein leckeres Resümee des Werkes von The Basics; abwechslungsreich angerichtet, beschlagen drapiert, ambitioniert dargereicht und stets mit einer ganz eigenen Note versehen. Es sind die richtigen Zutaten, die The Basics verwenden. Wem da nicht das Wasser im Munde zusammenläuft, der mag es aus Prinzip nicht. Das ist wie mit dem Rosenkohl – love it or leave it.

(Pascal Bremmer)

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Highlights

  • I could go on
  • Lookin' over my shoulder
  • Hey there
  • Rattle my chain
  • Get me down

Tracklist

  1. Wait for you
  2. Just hold on
  3. The No. 1 cause of death amongst youth today
  4. I could go on
  5. Second best
  6. Lookin' over my shoulder
  7. Hey c'mon
  8. With this ship
  9. I don't need another
  10. Hey there!
  11. Rattle my chain
  12. Money (Gimme, gimme)
  13. Better
  14. She's gonna b. late
  15. Fear of failure
  16. Home again
  17. Sound off
  18. Get me down
  19. Keep the door open
  20. Call it rhythm and blues

Gesamtspielzeit: 64:32 min.

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