Airbourne - Black dog barking

Airbourne- Black dog barking

Roadrunner / Warner
VÖ: 17.05.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Hol's Stöckchen

Vergleiche mit übergroßen Vorbildern sind so ziemlich das Letzte, was junge Bands hören wollen. Zumindest, wenn man immer wieder liest und hört, wie ach so eigenständig man sei. Im Fall von Airbourne scheinen die Parallelen zu AC/DC in Sound, Auftreten und Biographie eher Ehre und Ansporn zu sein als Bürde. Denn ähnlich wie die Altstars in ihrer Jugend kennt die Band um die Brüder O'Keeffe bislang nur den Weg nach oben. Und der bedrohlich die Zähne fletschende Köter sieht aus, als würde er etwaigen Zweiflern gleich klarmachen, dass Airbourne mehr Biss denn je haben. Das schöne daran ist: Dies alles interessiert die vier Burschen aus Warnambool, Victoria, mal überhaupt nicht.

Also breitbeinig aufstellen, Bier in die Linke, die Rechte zur Faust ballen und ab dafür. Denn das eröffnende "Ready to rock" - in einer Rohversion bereits 2004 auf der allerersten EP veröffentlicht - macht unmissverständlich klar, dass hier so ungestüm und unbekümmert wie eben zu Beginn der Karriere drauflosgerockt wird. Vier Viertel und drei Akkorde müssen dafür reichen, mit einer deutlich fetteren Produktion als einzigem Zugeständnis an Fortschritt und größerem Studio-Budget. Auch das folgende "Animalize me" dürfte mit seinem Stadion-Refrain auf den anstehenden Festival-Auftritten reichlich verbrannte Erde hinterlassen. Vom deutlich erhöhten Getränkekonsum ganz zu schweigen.

Es ist schon fast beängstigend, mit welcher Zielsicherheit Airbourne eine Rotzrock-Granate nach der anderen abfeuern, seien es nun Groover wie "Back in the game" oder die famose erste Single "Live it up". Ob das nun an der extrem kurzen Spielzeit liegt, bei der man zwangsläufig auf den Punkt kommen muss, oder aber am eher eigenwilligen Songwriting-Prozess, sei dahingestellt: Nach eigener Aussage sind Joel und Ryan O'Keeffe mit den Rohfassungen der Songs im Player bei voller Lautstärke mit dem Auto durch Melbourne gebratzt und haben sich ihre Ideen zu den Lyrics zugebrüllt. Wie das allerdings im Fall des Gaspedalschinders "Hungry" ohne diverse Strafmandate funktioniert hat, darüber schweigen sich die Herren allerdings aus.

Fest steht jedoch, dass "Black dog barking" das bislang konsequenteste Album der Australier ist. Jeder Groove sitzt wie ein Maßanzug, jedes Riff schneidet rasiermesserscharf. Produzent Brian Howes ist es nicht nur gelungen, den allerletzten Schnickschnack zu entfernen und die Songs gnadenlos auf Effizienz zu trimmen, sondern auch mit kleinen Details vor allem beim Gesang den Bandsound behutsam zu modernisieren, ohne ihn zu verwässern. Und wenn sich das abschließende Titelstück in einem letzten Feedback aufbäumt, weiß man: Dieser Hund will tatsächlich nur spielen. Aber nicht mit seinem Herrchen, sondern mit seiner Beute.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Ready to rock
  • Live it up
  • Hungry

Tracklist

  1. Ready to rock
  2. Animalize
  3. No one fits me (Better than you)
  4. Back in the game
  5. Firepower
  6. Live it up
  7. Woman like that
  8. Hungry
  9. Cradle to the grave
  10. Black dog barking

Gesamtspielzeit: 34:52 min.

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