Maxim - Staub

Maxim- Staub

Rootdown / Warner
VÖ: 31.05.2013

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Das Glück hält den Daumen raus

Maxim geht keinen Schritt zurück. Die Zeiten des Happy-Sunshine-Roots-Reggae-Ragga-Dub-Sounds aus vergangenen Tagen und Alben wie "Maxim" (2005) und "Rückwärts fallen" (2008) sind endgültig vorbei. Bereits das Vorgängeralbum "Asphalt" von 2011 war Zeugnis dafür, dass Maxim sich weiter in Richtung Pop entwickelt. Damit ihm das dieses Mal auch jeder glaubt, hat er sich für sein neues Album einschlägige Verstärkung eingeladen: Judith Holofernes verleiht drei Titeln auf "Staub" den gewissen Schliff, und als Produzenten holte Maxim sich neben Tek zusätzlich Jochen Naaf (Bosse, Peter Licht) und Farhot (Max Herre, Samy Deluxe, Patrice) mit ins Boot.

Maxim betitelt seinen Sound als "urbanen Pop". Seine Songs sprechen mit einer Poesie von der Straße, von einer Romantik verlorener Herzen, von unglücklichen Existenzen in Großstädten, Leid, Illusion, leeren und vollen Gläsern, totdesignten Möbeln und sorglosen Fantasien – Leben eben. Von einer verlorenen Generation spricht sein erster Song. Fast episch klingt "1980 - 2010" und erinnert passagenweise an die glückliche Hoffnungslosigkeit von Portishead, die mit Maxims markant rauchiger Stimme gleichzeitig Rio Reiser salutiert. "1980 - 2010" wird zu einem Lieblingstrack auf dem Album.

"Meine Soldaten" ist die erste Singleauskopplung. Ein sehr eingängiger Track mit bekannter Thematik: der eiserne Kampf um die verlorene Liebe. Dazu spielt die Geige, und der Song schrammelt nur knapp dran vorbei, bitterlich als Pop-Schnulze zu enden. Auch bei "Rückspiegel" rauscht das Glück wieder vorbei. Dafür ist die Melodie voller Zuversicht. Ganz langsam startet das Lied mit Maxims Sprechgesang und steigert sich mit einer Fusion aus Streichern und elektronischen Klängen zu einem kraftvollen und intensiven Song. Diese Dynamik zieht sich zum nächsten, sehr ähnlich arrangierten Titel: "Lieber bluten als frieren". Dann landet man in der Mitte der Platte, und dort herrscht leider etwas Flaute. Der Sound wirkt unspektakulär und abgehört. Lückenfüllende Songs wie "Pfennig ohne Glück" oder "Vielleicht in einem anderen Leben" reihen sich lautlos ein und reißen den Hörer nicht mit. Erst "Haus aus Schrott", "Einsam sind wir alle" und "Wut" erreichen wieder die liebgewonnene Dynamik seiner eingängigen Pop-Songs, der Kopf wippt wieder brav mit, und die Tagträume ohne Ausweg können beginnen.

Maxim ist im Pop-Kosmos angekommen. Und er ist jetzt wirklich gekommen, um zu bleiben. Manchmal etwas monoton und ohne großartige Highlights, aber niemals langweilig. "Staub" klingt rund. Selbst wenn der Künstler von diffuser Traurigkeit spricht, kann man doch ganz klar Maxims Vision erkennen.

(Natalie Cada)

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Highlights

  • Meine Soldaten
  • 1980 - 2010

Tracklist

  1. 1980-2010
  2. Meine Soldaten
  3. Rückspiegel
  4. Lieber bluten als frieren
  5. Pfennig Ohne Glück
  6. Staub
  7. Haus aus Schrott
  8. Einsam sind wir Alle
  9. VielleichtIn einem anderen Leben
  10. Hier
  11. Wut
  12. Übermensch
  13. Einen Winter noch

Gesamtspielzeit: 49:54 min.

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planetentapeten

Postings: 32

Registriert seit 14.06.2013

2013-06-15 14:06:44 Uhr
"Meine Soldaten" ist nicht schlecht.
Andere Songs wie "Rückspiegel" gehen gar nicht, so offensichtlich wie hier von Gisbert zu Knyphausen abgekupfert wurde.
Da hat Maxim tatsächlich was mit Silbermond gemein, die sich "Ja" genauso unglaublich bei Grönemeyer bedient haben.
Nomen
2013-05-27 16:53:50 Uhr
ja, bei Prodigy hat er noch komplett andere Musik gemacht.
acid
2013-05-27 12:43:28 Uhr
Single klingt wie ne Kopie von Bosse mit ein wenig Casper drin
logan
2013-05-25 22:56:39 Uhr
Wer zum Geier ist das? Da les ich auf der Hauptseite von Plattentests, dass es was neues von MAXIM gibt, und dann ist das irgendsone Nase, die anscheinend shcon x Alben draußen hat, aber mit The Prodigy null gemein. Was soll das denn? Und kann der was, oder ist das nur wieder so 'ne verkrampft lockere deutsche Pseudo-"Indie"-Scheiße wie Silbermond?
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