Peace - In love

Peace- In love

Columbia / Sony
VÖ: 17.05.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Höhensonne

"You know you're fun, I'll take the jump / All I wanna know's how high / Higher than the sun" - so lauten einige der ersten Zeilen, die Sänger und Gitarrist Harrison Koisser zum Besten gibt. Wenn man weiß, wie die britische Presselandschaft so tickt und dass insbesondere die einflussreichen Musikmagazine der Insel mit Superlativen, Vorschusslorbeeren und "The next big thing"-Stempeln nicht gerade geizen, bekommt der Auftakt namens "Higher than the sun" unterschwellig gleich eine ganz andere Bedeutung. Aber das kann den Jungs ja auch herzlich egal sein. Hochgejubelt werden sie vom NME, der BBC, dem Guardian und Konsorten jedenfalls absolut zu Recht - ob auch höher als die Sonne, sei mal dahingestellt.

Nahezu aus dem Nichts kommend, erschienen die vier Anfangzwanziger erstmals im Herbst des vergangenen Jahres mit ihrer EP "Delicious" auf der musikalischen Bildfläche. Das darauf bereits vertretene "California daze", ein fast schon kitschiges, aber gleichzeitig auch furztrockendes Liebeslied über eine Dame, die nach Sonne schmeckt, hat es genauso auf das Debütalbum geschafft wie "Delicious" und das tanz- und träumbare "Bloodshake", das die Position des Rausschmeißers einnimmt. Doch bis dahin vergeht noch eine gute, abwechslungsreiche und kurzweilige Dreiviertelstunde, die das Quartett aus der Nähe von Birmingham eigentlich vergleichsweise unspektakulär bestreitet. "Follow baby" ruft mit seinen Gitarrenriffs und Basslinien gar Grunge- und Postrock-Erinnerungen hervor, während der mehrstimmige und hochtönige Refrain klar im Britrock der 1990er Jahre beheimatet ist.

Neben dem fast schon episch anmutenden "Drain", einer Nummer, die im Verlauf von gut sechs Minuten zwischen Noise und 1980er-Synthie hin- und herpluckert, verstehen es Peace auch bestens, auf den Punkt zu kommen. Das knackige "Lovesick" mit seinem poppigen, leicht melancholischen Schmelz geht schnurstracks in Ohr, Herz und Beine. Während sich eine Nummer wie "Step a lil closer" auch auf dem Soundtrack eines Tarantino-Films wiederfinden könnte, kommt "Sugarstone" leicht psychedelisch daher. Und dann wäre da noch mit der aktuellen Single "Wraith" jene Sorte Song, die die Jungs neben ihrem eigentlichen Erscheinungsbild zwar in die typische Hipster-Ecke stellt, aber nun mal absolut den Zeitgeist trifft. Und wer hoch hinaus will, wird damit leben können.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Higher than the sun
  • Lovesick
  • Wraith
  • Bloodshake

Tracklist

  1. Higher than the sun
  2. Follow baby
  3. Lovesick
  4. Float forever
  5. Wraith
  6. Drain
  7. Delicious
  8. Waste of paint
  9. Step a lil closer
  10. Toxic
  11. Sugarstone
  12. California daze
  13. Scumbag
  14. Bloodshake

Gesamtspielzeit: 52:56 min.

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