Agnetha Fältskog - A

Agnetha Fältskog- A

Universal
VÖ: 10.05.2013

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Hinter schwedischen Gardinen

Eines vorweg: Diese Stimme brächte selbst das begleitende Rauschen einer Klospülung zum Glitzern. Des Schwedens liebste Fru Fältskog ist eine überaus kostbare und betörende Gesangserscheinung. Was wiederum nicht heißt, dass sämtliche vorhandenen Pop-Enzyklopädien überarbeitet werden müssen, nur weil bei der ehemaligen ABBA-Sängerin ein neues Album nach längerem Schweigen ansteht. Skepsis ist sicherlich angebracht, wo musikalisches Erbe schwerlichst auf den Schultern lastet. Bleibt der Name ihrer früheren Band doch eine Hausnummer, die in der Höhe vermutlich nicht mehr neu vergeben wird. Also besser eben die eigene Erwartungshaltung salopp in den Hinterhof gekippt, wenn gerade keiner guckt, und ab durch den Lieferanteneingang hinein ins illustre Vergnügen geschlichen.

"A" deutet symbolträchtige, schlanke Eleganz in exquisiter Güteklasse an und möchte obendrein demonstrieren, wer die Herrin im Hause ist. Was sich über die gesamte Lauflänge bedauerlicherweise vermehrt als keimbefreite Mogelpackung entpuppt. Wo zunächst noch sanfte Melancholie und angedeutete Intimität durch die geliftete Produktion schimmern, folgt alsbald ein ängstliches Umherstolpern in den Gruppenzwängen des Mainstreams. Agnethas Sehnen nach Geborgenheit und Zuneigung offenbart sich häufig als schiefe Grimasse, die Aufrichtigkeit und Größe vermissen lässt.

"The one who loves you now" in all seiner einladenden Herzenswärme und das dezent mit Rave-Fanfaren abgesicherte "When you really loved someone" gehen als leutselige Retrospektiven eines bewegten Lebens völlig in Ordnung. "I should've followed you home" zeigt im rührend-luziden Duett mit Gary Barlow, was möglich gewesen wäre, wenn es mehr Mut zum kalkulierten Risiko gegeben hätte. Ab "Past forever" wird das Sortiment aber zusehends beschämender, und man kommt sich spätestens mit "Bubble" vor wie in einer Werbebroschüre für die Cosmopolitan. Das unvermeidliche Schicksal derer, die meinen, sich banale Kompositionen von Freiberuflern auf den alternden Leib schreiben lassen zu müssen. Plastik erwidert keine Umarmung, selbst wenn Agnetha noch so innig klammert. Schade, dass das dem durchschnittlichen Radiohörer sicher ebenso genügen dürfte. Mit viel gutem Willen reicht es noch für eine durchschnittliche Bewertung hier, aber: Da wurde eine gehörige Chance vertan. Die Gemeinschlachtplätze des Quotenradios freuen sich aber bestimmt schon wie Hulle auf das neue Gammelfleisch, jede Wette.

(Andreas Knöß)

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Highlights

  • The one who loves you now
  • When you really loved someone
  • I should've followed you home

Tracklist

  1. The one who loves you now
  2. When you really loved someone
  3. Perfume in the breeze
  4. I was a flower
  5. I should've followed you home
  6. Past forever
  7. Dance your pain away
  8. Bubble
  9. Back on your radio
  10. I keep them on the floor beside my bed

Gesamtspielzeit: 38:37 min.

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