Alec Empire - Intelligence & sacrifice

Alec Empire- Intelligence & sacrifice

Form & Fun / Zomba
VÖ: 27.05.2002

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Just another riot?

Deutschland am Ende des letzten Jahrtausends. Die zunehmend entpolitisierte Masse fröhnt in Tanztempeln zu treibenden Beats hedonistischem Stumpfsinn, und die ganze Technoszene verkauft ihren Untergrundcharakter gewinnbringend auf der zum Jahrmarkt mutierten Loveparade. Die ganze Technoszene? Nein, ein kleiner Haufen Aufrechter füttert einen billigen Computer mit den Ideen des Punk und mit ungezügelter Wut. Der Aufstand wird nicht nur geprobt, sondern gelebt: Atari Teenage Riot.

Der Rädelsführer dieser Revolution war ein gewisser Alec Empire aus Berlin. Jahre später ist die Technowelle bekanntermaßen weitgehend abgeebbt, und auch um Atari Teenage Riot ist es in den vergangenen Jahren stillgeworden. Doch Empire sieht überhaupt keine Veranlassung, den Kampf zu beenden. Er setzt ihn auf "Intelligence & sacrifice" unbeirrt fort, mit bewährten und dementsprechend alten Mittel.

Die erste CD des Doppelalbums klingt über weite Strecken nicht anders als bekanntes Material seiner Stammband. Zwar wird ab und an mal das Tempo gehörig gedrosselt, dann huschen Assoziationen an Anne Clarke ("The ride") oder frühen Industrial ("Addicted to you") vorbei. Ansonsten fehlt der neuen Revolte, die hier angezettelt wird, etwas entscheidendes. Möglicherweise sind es die treuen Mitstreiter, vielleicht ist auch die Wut nicht mehr so jugendlich und ungestüm. Wirklich überraschen kann eigentlich nur "Killing machine". Abgesehen von der Drummachine ist das nämlich ein lupenreiner Punkrocker. Smasher vom Schlage "Raverbashing" oder eine "Hetzjagd auf Nazis" sucht man leider trotzdem vergebens.

Der zweite Silberling macht "Intelligence & sacrifice" nicht besser. "2641998" ist fast so spannend wie sein Titel, dauert dafür aber fast eine halbe Stunde. "2 Turntables and a moog" klingt, als habe R2-D2 vom falschen Ölkännchen genascht. Was soll das hier werden? Zum Chillen viel zu nervig, zum Tanzen zu unrhythmisch, zum Zuhören viel zu nichtssagend. Vielleicht hab ich ja irgendwas nicht verstanden, aber diese Revolution findet wohl ohne mich statt.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • The ride
  • Killing machine

Tracklist

  • CD 1
    1. Path of destruction
    2. The ride
    3. Tear it out - Remix
    4. Everything starts with a fuck
    5. Killing machine
    6. Addicted to you
    7. Intelligence and sacrifice
    8. Death favours the enemy
    9. Buried alive
    10. ...And never be found
    11. New world order
  • CD 2
    1. 2641998
    2. The cat woman of the moon
    3. Two turntables and a moog
    4. Parallel universe
    5. Vault things of the night
    6. Silence and burning ice
    7. Alec's ladder
    8. Electric bodyrock
    9. 2641998 (Reprise)

Gesamtspielzeit: 125:22 min.

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