The Pigeon Detectives - We met at sea

The Pigeon Detectives- We met at sea

Cooking Vinyl / Indigo
VÖ: 26.04.2013

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Lachen die Hühner?

"Man beaten to death with frozen turkey - police suspect fowl play." Da sieht man es mal wieder: Humor mit direktem Federviehbezug ist auch im Englischen kein einfaches Unterfangen, sodass manchmal eben Schmalspurwitze wie dieser ausreichen müssen. Auch The Pigeon Detectives finden ihren Namen schon seit der Gründung vor knapp zehn Jahren ziemlich albern - eine Umbenennung hätte sich aber spätestens nach den Hitsingles aus dem Debüt "Wait for me" als kontraproduktiv erwiesen. Mitte der nuller Jahre war es mitunter nämlich schwer auseinanderzuhalten, welche Band genau da gerade britischen Indie-Rock-Hedonismus mit Gejohle und Post-Punk koppelt.

Wenigstens in dieser Hinsicht können The Pigeon Detectives weiterhelfen - mit zehn neuen Songs, in denen das Quintett aus Leeds Maul und Gitarren wieder einmal so weit aufreißt, dass es etwaiges "Was machen Kaiser Chiefs heute?"-Geraune locker übertönen dürfte. Und von Anfang an stellt das muntere Poltern klar, dass diese halbstündige Veranstaltung unter kaum anderen Vorzeichen steht als ihre Vorgänger: Die Rhythmusgruppe läuft aufgeregt wie ein Hühnerhaufen durcheinander, schrille Riffs laden zum Jubelfest für die Lads, und der Opener "Animal" gibt sich Tiernamen. Kann man hier am Ende gar Hormone bei der Arbeit sehen?

Jedenfalls gehört es zum alten Spiel zwischen Jungs und Mädchen, dass Sänger Matt Bowman als ausgewiesener "Romantic type" nicht mehr nur beleidigt feststellt "I found out you're going out with him", sondern bei "I won't come back" auch einmal den Spieß umdreht und an diesem durchaus vergnüglich zwirbelnden Pop-Punk seine helle Freude hat. Soll er ruhig - danach ist der Spaß umso schneller vorbei, weil vornehmlich halbe Song-Hähnchen folgen, die den kurzweiligen Auftakt schneller entwerten, als der Band eigentlich lieb sein kann. Natürlich muss man nicht unbedingt etwas gegen "We met at sea" haben. Aber dafür erst recht nicht.

Immerhin haben die Briten mitbekommen, wie eine Partycrowd tickt, der inzwischen auch konsequent plattproduzierte Hopser wie "Light me up" als Feiergrundlage genügen. Dass sie diese mit dem gleichen Keyboard-Soßenbinder anrühren müssen wie unlängst Two Door Cinema Club oder Phoenix, zeugt allerdings von einer Ratlosigkeit, die auch der fidele Heuler "Unforgettable" kaum zu kaschieren vermag. The Pigeon Detectives schauen derweil selbstzufrieden drein und verweisen aufs Covermotiv mit Meerblick: "I don't mind if you don't mind." Mehr als freundliches Schulterzucken ernten sie damit jedoch nicht. Man bedankt sich ja auch nicht für Postkarten.

(Thomas Pilgrim)

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Highlights

  • I won't come back
  • Unforgettable

Tracklist

  1. Animal
  2. I won't come back
  3. Hold your gaze
  4. Light me up
  5. Can't you find me
  6. I don't mind
  7. Day and month
  8. Unforgettable
  9. No state to drive
  10. Where are you

Gesamtspielzeit: 31:25 min.

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