Heaven Shall Burn - Veto

Heaven Shall Burn- Veto

Century / Universal
VÖ: 19.04.2013

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Es ist ein Ros zersprungen

Wo andere Bands Nacktheit aus purer Effekthascherei, billiger Provokation oder einfach nur aus Spaß an der Freude benutzen, machen es sich Heaven Shall Burn nicht so leicht. Aber warum sollte es bei der Wahl des Coverartworks nicht auch genauso tiefgründig zur Sache gehen, wie es bei den lyrischen Ergüssen der fünf Thüringer seit jeher der Fall ist. Und so ziert die von John Collier in Szene gesetzte Lady Godiva in ihrer unbekleideten Schönheit nicht ohne Grund das Cover des neuen Machwerkes. Als Symbol für den Kampf gegen soziale Ungerechtigkeiten und für mehr soziale Gerechtigkeit reitet die mutige, gegen Steuerlasten kämpfende Angelsächsin wunderbar passend daher.

Zum Auftakt des bezeichnenderweise mit "Veto" betitelten achten Studioalbums darf somit auch "Godiva" in Gestalt einer sanft beginnenden und dann furios durchstartenden Nummer losgaloppieren. Bereits früh zeigt sich, dass es die bekannten Trademarks sind, auf welche die Saalfelder zurückgreifen. Sänger Marcus Bischoff malträtiert nicht nur auf "Land of the upright ones" durch seine permanente Brüllerei den vermutlich letzten Rest seiner Stimmbänder, während seine Mitstreiter an den Saiten und hinter den Drums in die Vollen gehen. Im Graubereich zwischen Melodic Death Metal und Metalcore scheuen sich die Jungs auch nicht davor, ihre Muttersprache mit ins Spiel zu bringen. "Die Stürme rufen Dich" brodelt es einem bedrohlich entgegen. Tempo und Spannung aufrechterhalten ist da angesagt. Enormes Getöse und zwischendurch die eine oder andere Melodie helfen Heaven Shall Burn durch den mittleren Teil.

Ob Systemprotest wie im wuchtigen "Fallen", die Anklage von Hobbytierjägern im epischen Sechsminüter "Hunters will be hunted" oder die obligatorische Abrechnung mit der katholischen Kirche ("You will be godless"): Heaven Shall Burn nehmen weiterhin kein Blatt vor den Mund und posaunen ihre flammenden Appelle in die moschende Welt hinaus. Neben zahlreichen inhaltlichen Inspirationsquellen erweist das Quintett im krachenden "Like gods among mortals" seinen Allzeithelden von Bolt Thrower alle Ehre, bevor das Ganze nach einem kurzen Abstecher in den spanischen Bürgerkrieg ("53 nations") beschaulich und instrumental beendet wird. Nichts Neues, aber immer noch mehr als genug, damit sich andere warm anziehen müssen. Außer Lady Godiva, soviel Chauvinismus sei erlaubt.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Godiva
  • Fallen
  • Valhalla

Tracklist

  1. Godiva
  2. Land of the upright ones
  3. Die Stürme rufen Dich
  4. Fallen
  5. Hunters will be hunted
  6. You will be godless
  7. Valhalla
  8. Antagonized
  9. Like gods among mortals
  10. 53 nations
  11. Beyond redemption

Gesamtspielzeit: 49:23 min.

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