The Sheepdogs - The Sheepdogs

The Sheepdogs- The Sheepdogs

Atlantic / Warner
VÖ: 22.03.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Nackt und frei

Im August 2011 schmückten The Sheepdogs als erste ungesignte Band aller Zeiten das Cover des "Rolling Stone". In einer Onlineabstimmung gewann das kanadische Quartett das Titelshooting sowie einen Plattenvertrag mit Atlantic. Die Musik der Truppe vereinigt die wichtigsten Eigenschaften ihrer hündischen Namensgeber: Sie ist ausdauernd und zuverlässig, dennoch kantig, zum richtigen Zeitpunkt bissig, zeitlos und ganz nah am Ursprung. Nach wie vor ist der Schäferhund des Deutschen liebster Begleiter. Wäre also gelacht, wenn The Sheepdogs hierzulande keinen Erfolg hätten.

Optisch wie musikalisch könnte man glatt meinen, Creedence Clearwater Revival seien wiederauferstanden. Southern Rock aus Kanada? Ja, das geht. Dass die Band unlängst die Kings Of Leon supportete und Caleb Followill seither in höchsten Tönen von dem Vierergespann schwärmt, passt ebenso wunderbar ins Gesamtbild. Die klaren Riffs der dröhnenden Gitarren, der gekonnte Einsatz von LoFi-Elementen und das lässige Palaver von Leadsänger Ewan Currie schaffen ein gewaltig-nostalgisches Stimmungsgefüge. So entsteht Musik, wie sie niemals aus der Mode kommt.

Sollte der Sommer sich dieses Jahr tatsächlich noch blicken lassen, wäre "Feeling good" der perfekte Soundtrack für einen gelungenen Grilltag am Baggersee. Die noisige Gitarre und die Handclaps gipfeln hier herrlich im rotzigen Kehrvers, der am besten mit einem gutgekühlten Bier und einem dicken Rumpsteak zu genießen ist. Auch "The way it is" ist so ein Song, der sofort den Testosteronspiegel des Hörers erhöht. Cowboy-like und souverän steht der langbärtige Dosenbier-Rüpel über den Dingen und sagt sich "it's just the way it is" - na und? Dabei schwingt natürlich ein gewisses Augenzwinkern mit, kokettiert mit veralteten Rollenbildern, rückt sie durch Überspitzung ins rechte Licht und bleibt so grundsympathisch.

The Sheepdogs stellen sich breitbeinig hin wie an High Noon und schießen aus der Hüfte die volle Powermucke. Und die hangelt sich ganz nah an einem Lebensgefühl entlang, das vor Coolness nur so strotzt. Das Quartett erinnert an Zeiten, in denen man gerne dabei gewesen wäre. Nackt und frei, mutig und gewillt, mitunter auch einmal ausgiebig Substanzen konsumierend - warum auch nicht? Vielleicht ist das dann doch ein bisschen viel für Otto Normalverbraucher und seinen Schäferhund. Macht nichts - der liest doch eh keine Rezensionen auf Plattentests.de.

(Pascal Bremmer)

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Highlights

  • Feeling good
  • Ewan's blues
  • The way it is

Tracklist

  1. Laid back
  2. Feeling good
  3. Alright ok
  4. Never gonna get my love
  5. Ewan's blues
  6. The way it is
  7. Javelina!
  8. I need help
  9. Is your dream worth dying for?
  10. How late, how long
  11. Sharp sounds
  12. In my mind
  13. While we're young
  14. It ain't easy to go

Gesamtspielzeit: 44:03 min.

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