Weezer - Maladroit

Weezer- Maladroit

Universal / Motor
VÖ: 13.05.2002

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Failing for you

Aus dem ungläubigen Staunen gibt es kein Entrinnen. Da lassen einen die durchgeknallten Weirdos von Weezer jahrelang auf äußerster Sparflamme schmoren, um dann dann urplötzlich so dermaßen Feuer zu fangen, daß nach dem erst vor elf Monaten veröffentlichten grünen Album mit "Maladroit" bereits der nächste Output frisch gegart aus der Röhre kommt. Seltsam? Aber nicht doch. Die Alben Nummer fünf und sechs werden schließlich ebenfalls bereits vollmundig angekündigt. Burn baby burn.

Nach zwischenzeitlichem Besetzungswechsel - der desertierte und sich mittlerweile in psychiatrischer Behandlung befindliche Bassist Mikey Welsh wurde kurzerhand durch Scott Shriner ersetzt - stellten die vier Herren bereits vor Fertigstellung von "Maladroit" downloadbare Demoversionen sämtlicher Songs ins Netz. Was zunächst einmal nur ein mißmutiges Grollen seitens der Plattenfirma Interscope nach sich zog. Am Ende einigten sich beide Parteien in geschäftlicher Eintracht, und auch die oberste Chefetage erklärte das unkonventionelle Gehabe seiner Schützlinge schließlich für legitim.

Vorwarnungen auf das, was sich hinter dem vermeintlichen Schnellschuß "Maladroit" verbergen mag, gibt Wuselmaus Cuomo auch für die bislang Unwissenden im eröffnenden Schwergitarrenrocker "American Gigolo": "If you hate this / Well I can't blame you / Cause I'm hurting / So I'll flame you". Daher läuft also der "Maladroit"'sche Hase. Nachdem man sich bereits mit dem selbst für Weezer-Verhältnisse extrem leichtgewichtigen letzten Release den ein oder anderen Anhänger vergraulte, fahren Weezer ihre Stinkefinger nun vollends in Habachtstellung und lassen erneut zwiespältige Taten folgen. Mehr sogar denn je.

Quietschten auf dem grün gefärbten Machwerk noch mehr als versöhnlich stimmende Mitpfeif-Melodien, offenbart "Maladroit" eben gerade wegen deren Abstinenz Schwächen, die selbst den unbelausten Hörer zum eifrigen Kopfkratzen zwingen: Daß man mit seiner Gitarre auch Soli spielen kann, hat Herr Cuomo nach den geradezu lächerlich anmutenden Knödeleien aus dem letzten Jahr endlich wieder herausgefunden. Auch das eine oder andere bleierne Hardrockriff haben sich Weezer angeeignet, um es nach dem Geseier von letzten Album wieder ordentlich krachen zu lassen. God gave rock and roll to you, gave rock'n'roll to everyone. Und auch Weezer schenkte er sein Erbarmen.

Durchwachsen und mittelmäßig wie nie, aber zumindest stellenweise catchy as usual - so oder so ist "Maladroit" das bis dato enttäuschendste Stück Weezer und folgt damit der Analogie seiner Vorgänger. Vereinzelte Schlaftabletten wie das gruselig öde "Take control", die schnarchnasige Herzschmerz-Nummer "Slave" oder das eindimensionale "Space rock" sind nur die signifikantesten Beispiele für ganz, ganz derbe Cuomo-Fehltritte und bergen das seltene Potential in sich, selbst den Die Hard-Befürworter abzuschrecken.

So grüßt zwar mit "Burndt jamb" der potentielle Sommerhit, eine "Dope nose" haut noch allemal mehr rein als eine "Hash pipe", und zum fröhlichen Mitpfeifen liefern Weezer auch diesmal wieder eine ganze Menge. Aber gut geht anders. Und ging bei Weezer auch schon anders. Daß dieser Tonträger mit "Island in the sun" dann noch einmal den größten Erfolg des Vorjahres aufwärmt, spricht angesichts soviel leerer Luft Bände. "Maladroit" - Momentaufnahmen zwischen stereotyper Gefälligkeit und bemitleidenswerter Selbstkarikatur. Und getreu ihrem Motto "Keep fishin'" haben die Jungs ihre Angel diesmal leider ins Trübe ausgeworfen. Egal, ob da dicke Fische schwimmen oder nicht.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Dope nose
  • Burndt jamb

Tracklist

  1. American gigolo
  2. Dope nose
  3. Keep fishin'
  4. Take control
  5. Death and destruction
  6. Slob
  7. Burndt jamb
  8. Space rock
  9. Slave
  10. Fall together
  11. Possibilities
  12. Love explosion
  13. December
  14. Island in the sun

Gesamtspielzeit: 33:57 min.

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User Beitrag

Affengitarre

User und News-Scout

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Registriert seit 23.07.2014

2019-09-20 23:49:25 Uhr
Du spinnst doch. :D Ist jedenfalls die Beste seit mindestens "Maladroit". Auch wenn das bei den Alben, die danach kamen, nicht soo schwer ist.

The MACHINA of God

User und Moderator

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Registriert seit 07.06.2013

2019-09-20 23:12:22 Uhr
Na nee, die auf jeden Fall nicht. :D

Affengitarre

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Registriert seit 23.07.2014

2019-09-20 22:57:51 Uhr
Ja wenn, dann die.

The MACHINA of God

User und Moderator

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Registriert seit 07.06.2013

2019-09-20 22:19:18 Uhr
Pff, die Weiße sicher nicht. Alles Banausen! :D

Affengitarre

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Registriert seit 23.07.2014

2019-09-20 22:16:19 Uhr
Ne, die ersten beiden sind da schon drüber. Vielleicht auf Platz 3, müsste die Weiße nochmal hören.
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