The Good The Bad And The Zugly - Anti world music

The Good The Bad And The Zugly- Anti world music

Fysisk Format / Cargo
VÖ: 08.02.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Schall und Rauch

Bescheuerte Bandnamen gibt es eine ganze Menge. Der Grund dafür ist wahrscheinlich meistens Ungeduld. Man sollte sich als junge Band einfach nicht zu früh festlegen. Immerhin besteht die winzige Chance, dass man ein Leben lang damit klarkommen muss, in einer Kapelle namens Itchy Poopzkid zu spielen. Oder Limp Bizkit. Oder Hootie And The Blowfish. Es ist stattdessen eher ratsam so lange diverse Möglichkeiten im Umlauf zu haben, bis sich alle Beteiligten darüber einig sind, welcher Name am wenigsten bescheuert klingt. The Good The Band And The Zugly hatten eindeutig zu wenig Geduld.

Was beim Bandnamen eher unglücklich ist, macht während der 26 Minuten von "Anti world music" allerdings eine ganz gute Figur. Die Norweger klingen darauf oft wie Pennywise an einem schlechten Morgen und mit zu viel Kaffee. Mit zunehmender Spielzeit nimmt der Wahnsinn der Band allerdings eher noch zu, und dann klingen sie eher wie eine Band, die sich The Good The Bad And The Zugly nennen würde. Zwischen den Band-Shouts in "Reaction formation" und dem kaputtverzerrtem Prügelpunk von "Less than zero" finden sich auffällig gute und in jedem Fall völlig schnörkellose Songs, die oft an den Skate-Punk der 1980er und 1990er Jahre erinnern und damit leicht aus der Zeit gefallen sind.

Die Norweger fühlen sich hörbar wohl zwischen Satanic Surfers, NOFX und No Fun At All. Die Gitarren braten die einfachen Akkordfolgen fast von selbst herunter, der Schlagzeuger hat Spaß an seinem Abrissjob und wenn irgendwem in der Band das Bruchstück einer Melodie einfällt, wird ein bisschen Platz geschaffen. Es bringt nichts, "Anti world music" allzu tief analysieren zu wollen. Stolpersteine und falsche Fährten finden sich hier ebenso wenig wie neue Trends oder das nächste große Ding. The Good The Bad And The Zugly spielen Punkrock für Leute, die In-die-Fresse-Punkrock mögen und schon immer gemocht haben. Insbesondere das zentrale Trio aus "Call the cops", "Oslo, Jonestown pt. II" und "Grünerløkka streetfighter" reizt das Krachschema aus, bis es ein bisschen in den Ohren schmerzt. Allzu häufig am Stück gehört ist "Anti world music" sicher schlecht für den Kreislauf, aber in angemessenen Dosen (bevorzugt Halbliter-Blechdosen Supermarktpils) genau die richtige Platte für die nächste Pogo-Party. Denn der sieht, nüchtern betrachtet, nach wie vor genauso herrlich bescheuert aus wie sich dieser Bandname liest.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Reaction formation
  • Call the cops
  • Less than zero

Tracklist

  1. Reaction formation
  2. I ain't got no job
  3. One kidney man
  4. Smoke 'em
  5. Nowhere to go
  6. Call the cops
  7. Oslo, Jonestown pt. II
  8. Grünerløkka streetfighter
  9. Mr. Obese
  10. Please kill me
  11. Socks and shoes
  12. Less than zero

Gesamtspielzeit: 26:19 min.