Shai Hulud - Reach beyond the sun

Shai Hulud- Reach beyond the sun

Metal Blade / Sony
VÖ: 15.02.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Knüppel aus dem Sack

Junger Shouter zum Mitreisen gesucht! Wolltest Du schon immer mal um die Welt in 80 Tagen? In den schönsten Hotels schlafen? Die schönsten Luxusartikel, die diese Welt zu bieten hat, am eigenen Körper und vollkommen umsonst ausprobieren? An Champagnerpartys auf teuren Yachten teilnehmen? Dann solltest Du Dich nicht auf den Aufruf der Hardcore-Kapelle Shai Hulud auf deren Internetpräsenz melden. Denen ist nämlich der Sänger und Shouter, den sie eh nicht mehr hatten, schon wieder abhanden gekommen. Klingt kompliziert? Ist es auch und würde sich bei Shai Hulud als Jobangebot wohl eher so lesen: Keine Probleme mit langen Reisen in muffigen Bandvans? Lust auf kleine Locations? Ausreichend Kraft in der Stimme, um 90 Minuten am Stück durch zu brüllen? Spitze, dann bist Du unser Mann.

Was war passiert? Es begab sich zu einer Zeit, als Shai Hulud mit ihrem Debütalbum "Hearts once nourished with hope and compassion" samt Frontmann Chad Gilbert anno 1997 die große Metal- bzw. Hardcorebühne betraten. Kurz darauf schmiss Gilbert hin und gründete New Found Glory. Vier Shouter, drei Alben und rund 16 Jahre später findet nun für "Reach beyond the sun" erneut zusammen, was einmal zusammen gehörte: Gilbert singt, schreit, faucht und kotzt, dass es nur eine Freude ist. Doch der Wermutstropfen folgt auf dem Fuße, denn aufs Touren hat der feine Herr keine Lust. Was also machen? Ganz einfach: Das Internet bemühen und den Shouter für die nächste Tour im Netz finden. Shai Hulud sucht den ScreamoStar 2013.

Der gute Mann wird sich ganz schön ins Zeug legen müssen, um Gilbert Konkurrenz machen zu können. Der schafft es nämlich, dem knüppelharten Chaos, das sich um ihn herum entlädt, Stand zu halten und Konturen zu geben. Vor allem der großartige Titeltrack springt von Break zu Break, schlägt wild um sich und weiß gar nicht, wohin er in den knappen drei Minuten noch möchte. Nur Gilbert hält das Ganze zusammen, bis sich doch endlich die wunderbaren Melodien hinter dem ganzen Lärm entschälen. Es braucht etwas Geduld, bis sich das Album in seiner gesamten, nun ja, Schönheit entfalten kann. "Medicine to the dead" ist das große Shouter-Wiedersehen, denn neben Gilbert brüllen hier auch Damien Moyal, Geert van der Velde und Matt Mazzali, allesamt Ehemalige.

Viele Anhaltspunkte oder Refrains, an denen man sich entlanghangeln kann, bietet das kunstvoll komplexe Geknüppel nicht. Statt dessen wütet die Band und brennt alles um sich herum nieder. Die Intensität ist so groß, dass kaum mehr möglich wäre als die 35 Minuten, in denen "Reach beyond the sun" alles kurz und klein schlägt. Hier regiert der Schweiß, hier brechen die Parolen nach vorne. Es gibt nicht einen einzigen Augenblick, an dem das Album innehält, um zu schauen, was drumherum geschieht. "Reach beyond the sun" setzt damit die Marke, an dem das Genre sich dieses Jahr orientieren darf. Und anscheinend weiß das allwissende Wikipedia wieder einmal mehr als die Band selbst. Denn hier wird ein gewisser Justin Kraus als neuer Mann für die Vocals genannt. Ihr könnt Eure Stimmbänder also schonen und statt dessen die Ohren ölen.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • Reach beyond the sun
  • To suffer fools

Tracklist

  1. The mean spirits, breathing
  2. I, saturnine
  3. Reach beyond the sun
  4. A human failing
  5. Man into demon: And their faces are twisted with the pain of living
  6. Medicine to dead
  7. To suffer fools
  8. Think the adder benign
  9. Monumental graves
  10. If a mountain be my obstacle
  11. At least a plausible case for pessimism

Gesamtspielzeit: 34:12 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
AdW8
2013-02-20 15:57:18 Uhr
Was sich der Matt Fox da allein im Titelsong schon wieder zusammenklampft ist der reine Wahnsinn, einfach nur geil!

http://www.youtube.com/watch?v=9ptTVhgngO4
KarinaSunset
2013-02-20 01:00:49 Uhr
Shai Hulud gelingt das Double: Bestes Hardcore-Album und bestes Scheiß-Cover des Jahres!
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