Kvelertak - Meir

Kvelertak- Meir

Roadrunner / Warner
VÖ: 22.03.2013

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Über dem Olymp

Der Blutdurst geht weiter. "Meir" ist wie bereits sein Vorgänger unter den Goldhänden von Converges Kurt Ballou entstanden. Wieder haben Kvelertak in den geheiligten Hallen der Godcity Studios aufgenommen, wieder kümmerte sich die Baroness-Hoheit John Baizley um das passende Artwork. Dieses wirkt, als hätte sich Peter Paul Rubens im Jahrhundert geirrt und wäre fälschlicherweise nicht in das Konklave der Papstwahl hereingeplatzt, sondern in David Lynchs private Folterkammer. Also alles wie gehabt. Nur besser.

Und nicht nur der Blutdurst ist wieder geweckt, auch das Blutvergießen beginnt von neuem. Wo Gitarrist Bjarte Lund Rolland sich vor Konzerten die Fingerkuppen anritzt, pumpt der Rest des sympathischen Sextetts so viel Herzenssaft in die elf neuen Brachialrocker, dass sogar dem Death Metal die Totenglocke läutet. Wie viel Laissez-faire können sich diese hormongesättigten Typen noch erlauben?

"Åpenbaring" zieht sich mit seiner windenden Gitarrenlinie wie eine vielköpfige Hydra um den Hals, bevor Erlend Hjelvik mit Urschrei und gewünschtem Radau den wohl schönsten Tanz bangender Köpfe provoziert. "Spring fra livet" steht dem in nichts nach und zeigt sich als die coolste Sau von Riff, das sogar Ex-Papst Benedikt XVI. zu richtiger Musik bekehren könnte. So viel Lockerheit ist selten, wenn Schweinerock auf Blastbeats trifft. Wo das Auge nicht zwinkert, peinigen es sogleich Schweißperlen.

Norwegen dürfte nach dem Genuss von "Meir" um einige Waldgebiete ärmer sein und um seine Holzproduktion fürchten. Denn Kvelertak holzen mit einem Bein im Morast und dem anderen auf dem Gaspedal mit Karacho durch die Hochgebirgstundra ihrer Heimat und ebnen alles ein. "Bruane brenn" klingt mit seinen verschmitzten Wildwest-Anleihen nach Holzfällerhemd und Bärten, durch deren ausgefranste Enden die Elchsuppe tropft. "Evig vandrar" walzt wie ein Mammut daher und definiert für das Genre eine neue Ebene von Geschmeidigkeit, wobei der gutturale Gesang nach Art von Panteras Philip Anselmo die Knochen der von der Stoßstange gekratzten Kleintiere unverdaut ausspeit.

Weiter geht es mit Affenzahn, so dass der hochprozentige Lebenssaft der Norweger stets am rechten Fleck bleibt und mit größtmöglichen technischen Skills durch dieses Album pulsiert. Kvelertak gehen dabei dem Turbonegro-Rock mit Metallspritzen an die Augäpfel und zeigen sich verspielter als Chucky die Mörderpuppe. "Nekrokosmos" wütet in einem Gulasch, den mit Schlagringen versehene Fäuste aus Gesichtern machen, und geht mit Minute 2:51 in einen derart lässigen Groove über, dass einem die Achselhaare flattern. Das ist wahre Anmut. Wenn schlussendlich mit "Kvelertak" eine der aufregendsten Metal-Offenbarungen der letzten Zeit im imaginären Stadion verhallt, wird klar, wo die Zukunft von "Meir" liegen wird: in den Top 5 der Alben des Jahres 2013.

(Peter Somogyi)

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Highlights

  • Spring fra livet
  • Evig vandrar
  • Nekrokosmos

Tracklist

  1. Åpenbaring
  2. Spring fra livet
  3. Trepan
  4. Bruane brenn
  5. Evig vandrar
  6. Snilepisk
  7. Månelyst
  8. Nekrokosmos
  9. Undertro
  10. Tordenbrak
  11. Kvelertak

Gesamtspielzeit: 47:03 min.

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User Beitrag
kranker vollidiot
2013-04-13 17:40:28 Uhr
Ich bin ü­brigens sch­wul.
kranker vollidiot
2013-04-13 17:37:51 Uhr
ich durchsuche jeden einzelnen thread um zu sehen, ob captain kidd dort einen beitrag verfasst hat!! mann bin ich krank.
captain kidd
2013-04-13 17:19:13 Uhr
Ich bin ü­brigens sch­wul.
captain kidd
2013-04-13 12:00:24 Uhr
nee, pitchfork war es gar nicht, dieses mal. ich weiß gar nicht mehr, wo ich es erstmals hörte. war mir auch eigentlich zu metallastig - aber es ist auch einfach irgendwie geil. macht einfach laune. und diese drei gitarren... wahnsinn. bisher der rockmoment des jahres für mich.
captain kidd
2013-04-08 22:56:39 Uhr
wär ich ohne pitchie übrigens nicht drauf gekommen.
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