Ocean Colour Scene - Painting

Ocean Colour Scene- Painting

Cooking Vinyl / Indigo
VÖ: 08.02.2013

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Immer noch da

Man könnte ja meinen, dass die Band Ocean Colour Scene noch mal richtig cool werden könnte, jetzt, wo das Wörtchen "Retro" so modern wie sonst keines ist. In Zeiten, in denen die Musiklandschaft weitestgehend ausgelotet scheint und wirklich neue Stile nicht in Sichtweite sind. Und der Rückgriff auf die guten, alten Zeiten - welche auch immer das gewesen sein mögen - als state of the art verkauft werden. Das Problem bei Ocean Colour Scene ist allerdings, dass sie weiterhin so gar nicht cool sind, sondern total bieder und altbacken wirken. Auch das mittlerweile zehnte Studioalbum der fünf Herren aus Birmingham ändert an dieser Malaise nichts. Das mag in den Neunzigern des letzten Jahrtausends tatsächlich einen gewissen Charme verströmt haben. Anno 2013 jedoch nicht mehr.

Bereits zum Vorgängeralbum "Saturday" schaffte es die Band, die Kritiker zum Verstummen zu bringen. Entweder, weil es keine passenden Wörter mehr gab, die nicht zur Genüge bereits gebraucht wurden, oder weil diese Kritiker Ocean Colour Scene mittlerweile einfach ignorierten. "Painting" schließt in dieser Hinsicht nun fast nahtlos an "Saturday" an. Was also schreiben, was kritisieren, wenn doch schon alles gesagt wurde? Vielleicht, dass der mit quietschenden Bläsern vollgestopfte Up-Tempo-Song "Doodle book" sehr an The Coral erinnert? Oder dass sich Balladen und schwungvollere Britpop-Nummern so ziemlich die Waage halten und damit das "Bloß nicht aus dem Rahmen fallen"-Prinzip dieser Band zementieren? Oder dass härtere Töne Ocean Colour Scene immer noch nicht so richtig zu Gesicht stehen mögen? Tja, alles nicht neu, aber damit dann eben doch auch wieder dieser Band sehr gerecht.

So ist also auch "Painting" erneut ein Album geworden, das schneller vergessen sein wird, als den Herren um den mittlerweile fast fünfzigjährigen Frontmann Simon Fowler lieb sein dürfte. Ein gelungenes Alterswerk klingt jedenfalls anders. Wirklich gut ist hingegen, dass dieses Album mit seinen nicht einmal 40 Minuten recht kurz und knackig geworden ist. Kein Song kommt auch nur annähernd an die vier Minuten, die beiden Balladen "George's tower" und "Here comes the dawning day" schaffen nicht einmal die zwei Minuten. "Painting" hat dem Vorgänger also voraus, dass es deutlich schneller auf den Punkt kommt und sich nicht allzu lang mit den weitestgehend bedeutungslosen Stücken aufhält. Vielleicht ist dies ja der Ausgangspunkt für eine rosigere Zukunft. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • Here comes the dawning day

Tracklist

  1. We don't look in the mirror
  2. Painting
  3. Goodbye old town
  4. Doodle book
  5. If God made everyone
  6. Weekend
  7. Professor perplexity
  8. George's tower
  9. I don't want to leave england
  10. The winning side
  11. Mistaken identity
  12. The union
  13. The new torch song
  14. Here comes the dawning day

Gesamtspielzeit: 38:21 min.

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