Killerpilze - Grell

Killerpilze- Grell

Südpol / Rough Trade
VÖ: 01.03.2013

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Pfad der Jugend

Man kennt das ja: Teenie-Bands, die vom bösen Blut aus der Musikpresse überschüttet werden. In den meisten Fällen findet man die harte Kritik berechtigt und widmet sich ausgereifterer Musik. Wenn man aber Pech hat, kommen besagte Bands immer und immer wieder und veröffentlichen ein Album nach dem anderen, auch wenn man das Gefühl hat, dass niemand so wirklich scharf auf neues Songmaterial von denen ist. Man wird sie also nicht los. Und irgendwann sind sie dann erwachsen und machen trotzdem noch einen auf Schülerband, allerdings mit der Aussage, sich vom Teenie-Zeugs abzuwenden, um auch eine ältere Generation anzusprechen. Jüngstes Beispiel wären da die Killerpilze, die nach elfjährigem Bandbestehen nun beschlossen haben, sich von der Jugend zu verabschieden und irgendwie reif zu wirken. Vielleicht wurde deshalb auch Rapper Curse als Unterstützung fürs Songwriting auf dem neuen Album "Grell" dazugeholt.

Zugegebenermaßen sind die Texte dann auch gar nicht mal so schlecht, allerdings wirken sie manchmal zu erzwungen und verlieren damit an frischem Charakter. Des Öfteren erinnern sie an Kraftklub, die es geschafft haben: zu erfrischen in der aktuellen Popwelt. Den Killerpilzen gelingt das nicht ganz so gut, aber wenigstens wird es nie langweilig, da die Themenvielfalt von durchfeierten Partynächten bis hin zur Frage des passenden Studiengangs reicht.

Zwischendurch gibt's unverhofft richtig gute Songs, die es aber leider nicht schaffen, sich gegen die restlichen Bestände durchzusetzen. "Nimm mich mit" fängt zum Beispiel stark an, mit einer beschwingten Gitarre und tightem Schlagzeug, die deutlich machen, dass da wirklich Potenzial dahinter steckt, welches mehr oder weniger während der folgenden dreieinhalb Minuten aufrechterhalten werden kann. Wenn Die Toten Hosen dieses Lied auf ihre Platte packen würden, würde wahrscheinlich niemand was dagegen sagen. Bei den Killerpilzen heißt es auf jeden Fall "Zu früh gefreut", denn "Sommerregen" wartet mit solch kitschigen Streichern und Gesängen auf, dass die Plomben aus den Zähnen fliegen. Vorbei ist's mit der Ernsthaftigkeit.

Zum Ende der Platte muss dann ein Klavier herhalten, um die ganze Traurigkeit von Sänger Jo zu untermauern, ganz klischeemäßig also. Ohoooo-Chöre schleichen sich auch immer mal wieder aufs Album ein und sollen wohl irgendwie auflockernd wirken. "Grell" ist zwar nicht richtig schlimm, aber auch nicht gut. Schwer ist es weiterhin, in ihnen nicht nur die Schülerband von damals zu sehen, bei der pubertierende Teenies kreischend in der ersten Reihe stehen. Aber wenigstens brauchen sie nicht als Jurymitglieder in einem Casting-Format zu sitzen, um wieder auf sich aufmerksam zu machen.

(Nora-Lynn Höhl)

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Highlights

  • Grell
  • Nimm mich mit

Tracklist

  1. Jäger (Das kann doch nicht alles sein Pt. 1)
  2. Grell
  3. Die Stadt klingt immer noch nach uns
  4. Erster Zug nach Paris
  5. Nimm mich mit
  6. Sommerregen
  7. A.W.I.T.M.
  8. Studieren
  9. Atomic
  10. Lauf (Das kann doch nicht alles sein Pt. 2)
  11. Himmel I (Prelude)
  12. Himmel II
  13. Himmel III

Gesamtspielzeit: 43:40 min.

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User Beitrag
VERA
2013-12-25 14:35:34 Uhr
Letztens in der Hansestadt Greifswald: im Mensaclub sind Robin Grubert, Bosse und die Killerpilze für den Abend angekündigt.
Auf Grund der bitte meiner Freundin drücke ich ein Auge zu und gab die 5€ für den Abend aus, ohne zu erwarten, dass der Abend mir wirklich was bringt.
Die Killerpilze kannte ich bisher durch einen nicht sonderlich beeindruckenden Auftritt in meiner Heimatstadt Frankfurt (Oder), sowie die wohlbekannte Singe "Scheise, auf ne schöne Art und Weise" und das dazugehörige Album und beides wusste mich nicht zu überzeugen, da ich der Meinung war genug Bands zu kenne die um längen besser sind, da ich 3 mal auf dem Immergut Festival sowie dem Populario Festival 2004 war. Außerdem lese ich die Topalben der Woche in der BRAVO.
Der Herr Grubert sagte auch noch kurzfristiag ab und es sollten nur ca. 70 Leute den Weg in den Club finden und das bei ca. 11 000 Studenten an der Uni, also erwartetet ich einen Totalflop, doch alles kam anders.
Die Vorband "Bosse" lieferte eine nicht zu kurze energiegeladene Show (also ich würde gut 45 Minuten schätzen mit einigen Zugaben).
Möglicherweise könnte Bosse echt die nächste große deutsche Band sein die nicht hohle Texte und abgekaute Melodien liefert wie die von den Medien gepushten Silbermond und Juli, zumal der Sänger wirklich gut Singen kann und die Band beim Auftritt (Bosse ist nur der Name das Sängers und Songswriters) aus Mitgliedern von Uncle Ho, Heyday und Underwater Circus bestand.
Nebenbei ist Axel, der Basse von Such A Surge auch Manager von Bosse und evtl. gibt es im Februar eine Tour zusammen.
Nun gut, der Abend schien gerettet, gedanklich hatte ich mich schon auf den Rückweg begeben, aber ein Auge wollte ich wenigstens auf die Killerpilze werfen.
Von Anfang an gaben die Jungs Alles was möglich war und drückten ordentlich aufs gaspedal um die Leute zum tanzen zu bringen.
Nach einem langen Set sagte der krazy Hottie :O von Sänger um 23Uhr es sei langsam Zeit für ein Ende des Konzertes, doch wer hätte es Gedacht die nicht einmal mehr 70 Leute im Club schafften es die Band auf 9 Zugaben zu "Peitschen".
Alle hatten ein lachen auf dem Mund und die Band war mehr als Sympathisch und man spürte ihnen die Spielfreunde förmlich an, man merkte das sie die Stunde Zugaben gerne machten und quasi mit uns zusammen feiern wollten bzw. es genossen die leute tanzen zu sehen auch wenn es gerade noch 50 waren.
Ich habe schon sehr viele Livekonzerte von guten Bands besucht, über Deftones, A Perfect Circe den Emil Bulls, Reamonn oder Nickelback und deutschen Vertretern wie Sometree, Tocotronic oder Soulmate habe ich alles mitgemacht und diese waren alle Live auch wirklich gut, aber ich würde fast sagen die KILLEROILZE haben es an diese Abend geschafft alle meine Vorurteile über Bord zu werfen und diese Band zu lieben (Ist schonmal jemandem Aufgefallen das die jungs verdammt überdurchschnittlich gute Sänger sind?)
Das neue Album habe ich mir das neue Album besorgt, da mir die Songs Live überaus gut gefallen hatten, sogar die alten Lieder die ich ansich nicht mochte, das unsägliche Lied was alle kennen wurde im übrigens nicht zum besten gegeben und irgendwie war es auch gut so denn die Killerpilze sind möglicherweise auf dem Weg eine der besten deutschen bands zu werden, auch wenn es kommerziell zur Zeit nur kleine brötchen sind die gebacken werden, auch wegen der Vorrurteile das sie pubertär waren, so hoffe ich das diese Band irgendwann ganz groß zurück kommt.
Die Plattentest.de Kritik zum neuen Album finde ich daher sehr gut geschrieben und ich möchte hiermit auch danken, dass wirklich ernsthaft herangegengen wurde und nicht alles verrissen wurde, ich hätte das ALbum von der Wertung sogar evtl. einen Tick höhger angesetzt, aber der Text zum Album gefällt mir wirklich sehr, und auch wenn es nicht das beste deutsche Album alle zeiten ist man muss einfach zugeben das es gut ist wenn man es sich wirklich anhört ohne daran zu denken das man dieser Band hört die damals quasi one hit wonder Status hatte und auch heute wohl noch belächelt wird.
VERA
2013-12-25 14:24:16 Uhr
ich muss sagen, dass ich nicht nachvollziehen kann, warum die killerpilze oft so runtergespielt werden. Diese platte ist unglaublich gut, die jungs legen herzblut hinein, texten super, sind unabhängig und freundlich und leben für ihre musik. ich kann die cd hundertmal hören, und jedesmal seh ich was neues, entdecke bedeutungen, riffs und es wird nie langweiig oder monoton!

Die jungs sind klasse und haben was zu sagen, klar aknn man einen anderen geschmack haben, aber die drei sind keine teenieband mehr. die machen ihr eigenes ding. Und da ist verdammt gut!
schön
2013-10-14 13:47:08 Uhr
endlich bekommt die band, was sie verdient. dieses jahr bei rock am ring und frequency vollends überzeugt!
wenn die nächste platte da jetzt noch anknüpft, dann kann da doch richtig was gehen. "grell" war besser als der größte teil an deutschsprachiger musik, der dieses jahr rauskam.
Castration
2013-09-13 21:06:18 Uhr
Geile Band. Entspricht meinem "Intellekt"
Kpfamily
2013-09-13 21:04:19 Uhr
was haben diese möchtegern "CD kommentierer" eigentlich für ein Problem. Ich mag alle Albums von den killerpilzen. Auserdem sine es nette Jungs. Die "CD kommentierer" sollen das alle selbst mal auf die Reihe bekommen!
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