Woodlands - Woodlands

Woodlands- Woodlands

Ingrid / Sony
VÖ: 01.03.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Wie man hineinruft

Auch Schwedens einzige Metropole Stockholm ist inzwischen vom Wunsch auf Rückbesinnung zur Natur erreicht. Aber wo sollte dieser Wunsch auch größer sein, als am Tor zu den skandinavischen Wäldern? So verwundert es nicht, dass Sara Wilson und ihre zwei Mitstreiter Niklas Korssell und Marcus Homberg - jeder für sich in der Stockholmer Musikszene verankert - ihre Band nach einem Stück Grün benennen und dies auch noch mit geerdeten 70s-Retro-Sounds unterstreichen. Auf ihrem Debütalbum schaffen sie dabei eine interessante Symbiose aus klarem Gesang, simpler Melodieführung mit wenigen Akkorden und knurrenden Fuzz-Gitarren zur rechten Zeit. Das Prädikat "Stoner-Folk" ist durchaus nicht im Ton vergriffen.

"Woodlands" widmet sich dabei dem vielgesichtigen Auseinandergehen auf persönlicher Ebene. Bereits in "Move forward" besiegelt Wilson ein Lebewohl mit einem der unbedingt besseren Folkpop-Songs der letzten Monate. Durch die recht einfachen, doch wirkungsvollen, Gerüste aus Gitarre, Bass und Schlagzeug scheint sich diese unser aller liebste Dreifaltigkeit geradezu gegenseitig zu umgarnen. Dabei wirkt der Retro-Schmelz in Wilsons Stimme als schmeichelnde Verbindung. Aber auch das vergnügt nachhakende "I wanna know" und das langsame Realisieren des Verlustes im trotzdessen charmant verspielten "River running wild" stehen dem in nichts nach: "I'm old enough to know / There is no heaven waiting for us."

Im außerordentlichen "Housebuilding" soll das lyrische Gegenüber mit aller romantischen Kraft zum Bleiben bewegt werden: "I wanna build a house where you stand / I wanna grow some flowers in your hands." Was zunächst als melancholischer Pedal-Steel-Track beginnt, entpuppt sich alsbald als Fundament für ein zerrissenes und leidendes Fuzz-Gitarrensolo. Am Ende wird das Instrument geradezu erschöpft mit dem eigenen Übersteuern und ein wenig Neil Young im Raum allein zurückgelassen. Immer wieder durchziehen solch bauchige Gitarrenspuren das Album.

Im abschließenden "Make it through" zeigt sich noch mal die elegante Reibung, die sich aus rauer Produktion und mühelos erscheinendem Arrangement ergibt. Besonders die Texte strahlen dabei immer wieder vor Purismus, sind dabei aber nie minder berührend. Was sollte als Liebeserklärung auch mehr nötig sein als: "I didn't have no one til' I met you / I didn't have the strength to make it through / Oh I felt safe when you put your arms around me / And I got the strength to make it through." Dann stoppt "Woodlands" mit einem energischen Freudenschrei, und wir antworten schallend aus dem Wald heraus.

(Andreas Menzel)

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Highlights

  • Move forward
  • Housebuilding
  • Make it through

Tracklist

  1. Move forward
  2. I wanna know
  3. Lazy days
  4. Dark clouds
  5. Housebuilding
  6. River running wild
  7. Cheap cigarettes
  8. On the run
  9. Kids
  10. Make it through

Gesamtspielzeit: 36:51 min.