Pothead - Jackpot

Pothead- Jackpot

Janitor
VÖ: 18.01.2013

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Stonersaur Jr.

Was haben Pothead und Knorkator gemeinsam? Deutschlands meiste Band der Welt und Deutschlands zurückgelehnteste Band der Welt residieren beide in Deutschlands Hauptstadt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich einmal über den Weg gelaufen sind, ist also zumindest da. Wenn der Abstand groß genug ist, erkennt man zudem, dass beide Bands Rockmusik machen, dafür einen Schlagzeuger brauchen und beide jetzt je einen haben, der in beiden Bands gespielt hat oder spielt. Oder um es einfacher auszudrücken: Pothead und Knorkator haben die Drummer getauscht. Ob das irgendwelche Auswirkungen auf die jüngst wiedervereinigten Spaßmetaller hat, kann der Autor dieser Zeilen nicht beurteilen. Aber Pothead stehen wie immer kopfnickend im Rauch ihrer ... äh ... Nebelmaschinen.

Die zwölf Songs auf "Jackpot" sind im Durchschnitt etwas kürzer als auf dem Vorgänger "Pottersville". Aber noch reduzierter können sie wohl kaum sein. Also macht die Band dort weiter, wo sie immer aufhört. Meist legt Brad Kok mit ein paar abgedämpften Akkorden oder einem fluffigen Riff vor, und seine beiden Mitstreiter steigen ein. Das immer gleiche Stoikertum, das Songs wie "Emotion of the potion" oder "Drone" durchzieht, nervt aber an keiner Stelle. Pothead sind und bleiben eine der Bands, deren Unbeweglichkeit etwas Beruhigendes hat. Die Selbstbeschränkung in Sachen Songwriting führt zudem auch dazu, dass der Band innerhalb ihres abgesteckten Reviers niemand ans Bein pinkeln kann. Und auch "Take your queen" und "Bombay" sind so typisch, so schlurfig perfekt und so plakativ ohrwurmig, wie sich das in Deutschland nur diese Band erfolgreich leisten kann.

Variationen sind eher im Detail zu finden. Mal tönt es satt halbakustisch aus den Boxen, mal dröhnt die Band staubtrocken vor sich hin. Ab und zu bleibt Platz für ein Solo, das gerade noch die Ausfahrt erwischt, bevor es in überlange J-Mascis-Gefilde abdriftet. Und der kurze Punkrocker "Detroit" huldigt der Rock City mit überraschendem Punch, wobei sich das galoppierende Schlagzeug, die drei Akkorde und die einfachen Breaks sich trotz ihres ungewohnten Sturm und Drangs gut in die Platte einpassen. Manchmal blitzt in diesen Momenten ganz kurz der Wunsch auf, Pothead mögen doch öfter mal ein paar neue Dinge ausprobieren und sich etwas weiter von ihren bekannten Pfaden wegtrauen. Die drei Wahlberliner könnten das mit Sicherheit. Sie wollen es aber vielleicht überhaupt nicht. "Jackpot" tut das keinen Abbruch. Den Drummer zu tauschen, ist ja auch schon Aufregung genug - zumindest bis zum nächsten Album. Ob es nun "Flowerpot", "Omnipotence" oder einfach "Potato" heißt.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Take your queen
  • Drone
  • Bombay

Tracklist

  1. Take your queen
  2. Rhyme in time
  3. Drone
  4. Emotion of the potion
  5. Overblown
  6. Frame in your mind
  7. Old bitter
  8. Bombay
  9. Boilermaker
  10. Detroit
  11. Rock satellite
  12. Northern lights

Gesamtspielzeit: 34:55 min.

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