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Moby - 18

Moby- 18

Mute / Labels / Virgin / EMI
VÖ: 13.05.2002

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

rePlay

Er ist der Meister der Veränderung. Das Chamäleon Richard Melville Hall wird man weder unter seinem bürgerlichen Namen, noch als Sänger der Punk-Urgesteine Flipper oder gar als Gitarristen von Ultra Vivid Scene kennen. Nein, er tritt besonders unter seinem Alias Moby und in seiner Inkarnation als wandlungsfähigen Tanzbodenbeschaller in Erscheinung. Auf der guten Seite des Plattentellers stand er schon vor seinem Millionenseller "Play". Vor drei Jahren verband er Gospel, Downbeat, Ambient und New Wave und machte so den Namen Moby endgültig zu einer in Film, Funk und Werbung omnipräsenten Marke.

Die Radikalität, mit der Moby versucht, seine Musik unters Volk zu bringen, sucht ihres gleichen. Hört man die sanft tröpfelnden Hymnen auf "18", verwundert dies ein wenig. Denn wie schon auf dem Vorgänger kuscheln sich die Songs ins Ohr, säuseln sehnsüchtige Melodien und verweisen alles Ungemach auf die hinteren Plätze. Einem solchen Moby hört man keinen Extremismus mehr an. "18" steht, ganz platt gesagt, für achtzehn Popsongs, die auf bewährte Stärken vertrauen.

Ein Hauch des Wandels kommt dennoch auf. Statt "Why does my heart feel so bad?" heißt es nun "I'm not worried at all". Die Melancholie hat einen Partner bekommen. Helle Lichter strömen aus Songs wie "Sunday (the day before my birthday)" oder dem flinken "The rafters". Optimismus is in the house. Gelegentlich traut sich sogar wieder Mobys Gitarre in den Vordergrund. Auf der Vorabsingle "We are all made of stars" darf sie sogar lauthals singen und läßt sich zum Grummeln des Synthis sachte den Bauch kraulen.

Dazu setzt es sympathisch naive Botschaften und ein gutes Kilo Ohrwurm. Allerdings schmeckt die Fleischbeilage des Veganers dieses Jahr ein wenig seltsam. Möglicherweise hat sich das Gehör einfach an den zuckrigen Elektrohymnen aus dem Hause Moby überfuttert. Die Überraschungen hat Herman Melvilles Nachfahre diesmal auf der Festplatte gelassen. Ein wenig zu vertraut wirken Tracks wie "In my world" oder "One of these mornings", die jeder für sich für munteres Wippen sorgen, aber in der Ansammlung doch eher am Ohr vorbei plätschern. So bleibt es neben ein paar Gastauftritten von Sinead O'Connor oder MC Lyte hauptsächlich bei angenehmen Vorhersehbarkeiten. Orgel und Klavier tänzeln umeinander, und der Sampler spuckt ein paar hübsche Melodien aus. Das Stroboskop mal ein paar Sterne ans Firmament, und der Himmel ist voller Plastikgeigen.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • We are all made of stars
  • Sunday (the day before my birthday)
  • Harbour
  • I\'m not worried at all

Tracklist

  1. We are all made of stars
  2. In this world
  3. In my heart
  4. Great escape
  5. Signs of love
  6. One of these mornings
  7. Another woman
  8. Fireworks
  9. Extreme ways
  10. Jam for the ladies
  11. Sunday (the day before my birthday)
  12. 18
  13. Sleep alone
  14. At least we tried
  15. Harbour
  16. Look back in
  17. The rafters
  18. I'm not worried at all

Gesamtspielzeit: 71:25 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
merde
2004-06-09 17:08:12 Uhr
danke für die kleine politik-lektion:)

ob es nun wirklich die meisten begriffen haben, sei mal dahingestellt. moby geht es sicher nicht um die 51%.
wolle
2004-06-09 16:56:10 Uhr
Nö, wolle kommt von Wolle, dem Zeug, das von Schafen gewonnen wird.

In einer Demokratie reicht es ja für gewöhnlich wenn die Meisten es begriffen haben. Denn derjenige, den die Meisten gewählt haben, steht am Ende als Sieger da. ;) Natürlich gibt es auch hier wieder Ausnahmen.
merde
2004-06-09 16:48:28 Uhr
petri? ;-)))))
merde
2004-06-09 16:46:25 Uhr
das hab ich auch nicht behauptet. habe nur deine aussage "aber so langsam haben die meisten begriffen, dass bush eine gefährliche niete ist" kommentiert.
wolle
2004-06-09 16:43:00 Uhr
Moby wird aber wohl kaum diejenigen mit seiner Musik ansprechen, die das noch nicht begriffen haben. Denn die hören Moby nicht.
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