Tegan And Sara - Heartthrob

Tegan And Sara- Heartthrob

Warner
VÖ: 08.02.2013

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Pop goes your heart

Häufig ist es doch so: Irgendwann im Teenie-Alter hat man eine Pop-Phase und lässt sich von dem einen oder anderem radiofreundlichen Lied mitziehen. Irgendwann, allerspätestens im Erwachsenenalter, wendet man sich dann vom massentauglichen Firlefanz ab und einem eigenen, differenzierteren Musikgeschmack zu. Bei dem Zwillingspaar Tegan And Sara ist das anders. Haben sie vorher noch irgendwas mit Indie-Rock gemacht, sind sie mit ihrem siebten Studioalbum "Heartthrob“ voll und ganz beim Dance-Pop angekommen. Genau genommen trifft den Hörer hier eine Mischung aus 80er-Jahre-Radiopop, ausschweifendem Liebeskitsch und einem breiten Klangteppich aus Synthesizern und Keyboards.

Diese Tatsache wird schon beim ersten Lied deutlich. Da geht's gleich los mit Elektro-Keyboard und penetrantem Schlagzeug-Beat, wie er sich durch das ganze Album zieht. Selbst bei "Now I’m all messed up“, das eigentlich mit schönen leichten Pianoklängen beginnt, wird früher oder später doch wieder beharrlich auf die Trommel gehauen und werden Synthietöne eingebaut. Trotzdem dürfte der Text und die verzweifelte Gesangshingabe den einen oder anderen an ein gescheitertes Liebesglück erinnern und eventuell das Herz erweichen. Jenes "Now I'm all messed up" stellt durchaus eines der Highlights der Platte dar.

Wie der Titel "Heartthrob“ erahnen lässt, ist Liebe das Überthema schlechthin des Albums - und zwar so sehr, dass man sich manchmal schon wie in einem Meg-Ryan-Schnulzenfilm fühlt. Klar, Liebe ist natürlich auch ein unerlässlicher Bestandteil des Lebens. und klar, da muss auch mal drüber gesungen werden, aber muss wirklich jedes Lied irgendwie mit Gefühlsduselei und Beziehungskram zu tun haben? Vielleicht ist es dann doch gar nicht so schlecht, dass alles so sehr nach Plastikpop klingt, sonst wäre es zu klischeehaft. Darüber hinaus trägt das natürlich auch zur Tanzbarkeit des Albums bei.

Obwohl die Musik etwas zu aufdringlich ist, gibt es doch weitaus schlechtere Platten. Das mag vielleicht am Songwriting liegen, denn das ist trotz der Wiederholungen so erfrischend und ehrlich, dass man sich meistens sofort damit identifizieren kann und nach passenden Situationen aus dem eigenen Leben sucht. Dennoch ist es ein bisschen schade, dass Tegan And Sara das Indie-Terrain verlassen haben und jetzt das kommerziellste Album ihrer bisherigen Karriere veröffentlichen. Laut eigener Aussage wollten sie etwas machen, was sich von all ihren bisherigen Werken unterscheidet und einen ganz neuen Sound präsentieren. Das ist ihnen definitiv gelungen. Aber wäre es auch nötig gewesen?

(Nora-Lynn Höhl)

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Highlights

  • I couldn't be your friend
  • Now I'm all messed up
  • Shock to your system

Tracklist

  1. Closer
  2. Goodbye, goodbye
  3. I was a fool
  4. I'm not your hero
  5. Drove me wild
  6. How come you don't want me
  7. I couldn't be your friend
  8. Love they say
  9. Now I'm all messed up
  10. Shock to your system

Gesamtspielzeit: 36:29 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Nicklas
2013-02-25 13:32:21 Uhr
Aus der verlinkten Besprechung zuvor:
"Denn insgesamt betrachtet nervt Pop halt einfach auf Dauer."

Also bitte. Was ist das denn für eine irrsinnige Behauptung? Da wären ein paar Begründungen dann doch nett gewesen. Und die offensichtlich sehr enge Definition von Pop gleich mit.
Telecaster
2013-02-25 12:08:25 Uhr
"nicht gut" sollte da am Ende des ersten Satzes stehen.
Telecaster
2013-02-25 12:07:41 Uhr
Schade, bisher mochte ich echt alle Alben, aber die neue ist echt nicht. Bin jetzt in etwa bei der Hälfte, und außer "I´m Not Your Hero" war jetzt echt jeder Song ziemlich grausam. Diese ekligen 80s-Pop-Keyboards - muss das denn sein? Die ganze Platte lang???
Bonanza
2013-02-21 16:35:57 Uhr
Ich fand ja bisher immer die poppigeren Songs der beiden am besten. Aber dieses mal plätschert's doch etwas arg belanglos dahin. Da haben sie es echt übertrieben.
koekoe
2013-02-14 23:08:55 Uhr
Hm, die Produktion ist schon etwas gewoehnungsbeduerftig. Die Melodien sind jetzt nach dem ersten Durchgang auch nicht wirklich herausstechend im Pop-Kosmos.
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