Tomahawk - Oddfellows

Tomahawk- Oddfellows

Ipecac / Southern / Soulfood
VÖ: 08.02.2013

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Was guckt Ihr?

Zuletzt hat Mike Patton italienische Popsongs aus den 50er- und 60er-Jahren eingesungen, den Soundtrack zum Film "Die Einsamkeit der Primzahlen" geschrieben und ist dann mit seiner Aufnahme eines Werks des italienischen Komponisten Lucioano Berio mal wieder so abseitig geworden, dass ihm kaum einer folgen konnte. "Laborintus II" ist eine Mischung aus Orchestermusik, Chorälen und Spoken-Word-Abschnitten. Man muss die Aufnahme weder hören noch mögen, um bei Patton davon auszugehen, dass es sich um sehr obskuren Kram handelt. Wie skeptisch sollte man also sein, wenn der Mann mit Tomahawk mal wieder eine in fast jeder Hinsicht konventionelle Rockplatte veröffentlicht?

Das vierte Album der Ipecac-Supergroup ist sogar selbst für Tomahawk-Verhältnisse erstaunlich zahm. Im Patton-Kosmos ist die Band mit Ausnahme von Faith No More schon immer die hörbarste gewesen. Ein bisschen spinnerter Alternative Rock, der sich von überall her ein paar Inspirationen holt. Offen in alle Richtungen, aber trotzdem fest verwurzelt. "Oddfellows" startet dementsprechend mit einem recht eingängigen Riff, ein paar schlauen Taktverschiebungen und Pattons sinistrer Grabesstimme. Das durchgängige Motiv bleibt dann auch: eingängige Songs mit schrulligem Einschlag. "Stone letter" hat einen wunderbar ohrwurmigen Refrain, eine seltsam antiklimaktische Bridge und eine wütend brüllende Coda. Immer mal wieder driftet das Album auch ins Sphärische ab. "A thousand eyes" brütet minimalistisch über den eigenen Zeilen, "I can almost see them" ist eine der Patton'schen Soundspielereien und "Rise up dirty waters" vermengt die Geisterhaftigkeit einer bedrohlich hibbeligen Basslinie und einem polternden Mittelteil mit so etwas ähnlichem wie Punkrock.

"Konventionell" heißt bei Tomahawk eben immer noch, dass seltsam griesgrämige Comictiere vom Cover starren. Nichtsdestotrotz ist "Oddfellows" auf eine angenehme Weise zugänglich, ohne platt zu wirken. Man kann es beim ersten Durchgang mögen und beim zwölften immer noch Neues entdecken. Man kann sich in "Baby let's play____" verlieren oder zu "Waratorium" den Kopf schütteln. Und man kann sich drüber freuen, dass Mike Patton die Rockmusik nie so ganz aus den Augen verliert.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Stone letter
  • The quiet few
  • South paw

Tracklist

  1. Oddfellows
  2. Stone letter
  3. I.O.U.
  4. White hats / Black hats
  5. A thousand eyes
  6. Rise up dirty waters
  7. The quiet few
  8. "I can almost see them"
  9. South paw
  10. Choke neck
  11. Waratorium
  12. Baby let's play____
  13. Typhoon

Gesamtspielzeit: 40:42 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Bunglegrind
2013-02-15 19:06:16 Uhr
Tomahawk 9/10
Mit Gas 9/10
Anonymous 7/10
Oddfellows 8/10
Watchful_Eye
2013-02-15 12:56:23 Uhr
Bei einem so facettenreichen Album bietet sich doch wirklich mal eine Liste an. So siehts bisher bei mir aus:

Oddfellows: 8/10
Stone Letter: 7/10
I.O.U.: 6/10
White Hats / Black Hats: 8/10
A Thousand Eyes: 6/10
Rise up dirty waters: 9/10
The Quiet Few: 7/10
I Can Almost see them: 6/10
South Paw: 9/10
Choke Neck: 8/10
Waratorium: 8/10
Baby Let's Play: 6/10
Typhoon: 6/10

Joa, fein. :) Und auch den schwächeren Nummern mangelt es nicht an Frische und Coolness, sondern schlicht am Songwriting.
embele
2013-02-02 21:18:50 Uhr
@ embele (13:09 Uhr)
Laberkopp !

Natürlich habe ich die CD legal erworben, egal was bei Amazon steht, bei Media Markt ist sie ganz regulär zu bekommen, und das nicht nur in einem Markt, ich habe sie nämlich heute in einem anderen Markt ebenfalls mehrfach stehen sehen.
embele
2013-02-02 13:09:47 Uhr
Natürlich hab ich sie nicht gekauft, sondern illegal über uploaded.to heruntergeladen.

2013-02-02 12:49:10 Uhr
wo gibt es die denn schon zu kaufen? Bei Amazon steht der 8. Februar als Erscheinungstag...
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