Satanic Surfers - Unconsciously confined

Satanic Surfers- Unconsciously confined

Bad Taste / Cargo
VÖ: 08.04.2002

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Vergißmeinbald

Jede Phase, die man in seinem Leben durchmacht, hat ihren eigenen Soundtrack. Egal, ob schöne oder traurige, peinliche oder coole, einschneidende oder unwichtigere Abschnitte - rückwirkend bleibt neben den vielen Erinnerungen vor allem die Musik, die man auch heute noch mit der jeweiligen Vergangenheit verbindet. Das war so, ist so und wird auch immer so bleiben. Wer in der ersten Hälfte der Neunziger keine Lust mehr auf Trübsal, Perspektivlosigkeit und karierte Flanellhemden hatte, entledigte sich bald eben jenes muffig gewordenen Textils, schnappte sich sein im Keller fast in Vergessenheit geratenes Rollbrett und ging mit den Jungs draußen skaten. Den passenden Soundtrack lieferten zu der Zeit neben den Cali-Punks aus Übersee vor allem Sweden's Finest: Millencolin, No Fun At All und die Satanic Surfers.

Melodycore, so prangte es auf der damals schnell gefundenen Schublade, erinnert noch heute so manchen an unvergessene warme Sommertage und die ersten Tricks auf dem Board inklusive verstauchten Knöcheln. Mittlerweile sind Millencolin auf den Rockzug aufgesprungen und No Fun At All haben sich aufgelöst. Und was machen die Satanic Surfers? Während heutzutage selbst die Skater-Kids von damals ob der Flut der einfallslosen Epigonen in punkto Melodycore nur noch müde gähnen, sind die Satanic Surfers sich im Großen und Ganzen treu geblieben. Muß ja nix schlechtes sein.

Die einen nennen es Konsequenz, die anderen wiederkehrende Langeweile. Tatsache ist, daß die fünf Schweden um Sänger Rodrigo Alfaro, der mittlerweile seinen Zweitjob als Drummer an Martin Svensson abgegeben hat, ein wenig auf der Stelle treten. Die auf dem 2000er "Fragments and fractions" eingeschlagene Richtung zu teilweise etwas rockigeren Midtempo-Songs werden auf "Unconsciously confined" mit dem nach vorne gehenden Highspeed-Sound der vorherigen vier Alben kombiniert. Politische Texte verpackt in 13 hochmelodische Singalong-Häppchen ohne wirklichen Wiedererkennungswert lassen einem nach gut 25 Minuten zwar wippend, jedoch irgendwie gelangweilt zurück. Ganz nett, aber innovativ geht anders. Und ab in die Ecke mit dem Brett.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Forfeiture
  • Bittersweet

Tracklist

  1. Forfeiture
  2. Thoughts, words, action
  3. 4 a.m
  4. PC = potentional criminal
  5. Bittersweet
  6. The sing-along summer-song
  7. State of conformity
  8. More to life
  9. Don't let silence be an option
  10. Aim to please
  11. Pecan pie
  12. Up for sale
  13. Diversity

Gesamtspielzeit: 25:32 min.

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