Coldplay - Parachutes

Coldplay- Parachutes

Parlophone / EMI
VÖ: 24.07.2000

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Einmal Mond ohne Zurück

Ein Jahr lang hat die halbe Welt genossen, daß es immer ausgerechnet über ihr regnet, um ebensolange unaufhaltsam nach dem Grund dafür zu fahnden. Nachdem Travis zwar das Rätsel, mit "Because I lied when I was 17" jedoch keine hinreichende Erklärung parat hatten, bieten Coldplay die finale Erlösung. Wie sie bereits die Spitze der Album-Charts auf der Insel erklommen haben, werden Coldplay sicherlich auch hierzulande offene Türen einrennen und alle Türen, die nicht schon lange in Gestalt von Travis oder Radiohead einladend geöffnet wurden, innerhalb kürzester Zeit aufstoßen. Nicht mit der Brechstange allerdings, sondern auf die sanfte Weise mit der Haarnadel öffnen Coldplay ihren eigenen Kosmos, dessen subtile Wärme jeden, der sich darauf einläßt, innerhalb kürzester Zeit mit Haut und Haaren versinken läßt.

In der Mitte des Albums plaziert ist das Herzstück, in jeglicher Hinsicht. "Yellow" ist mehr als nur die Antwort auf die Frage, welche Farbe Strom hat. Es ist Antwort auf alle Fragen - und lautet hier nicht 42. Einmal gehört, läßt es einen die Welt durch die gelbe Brille sehen und, abhängig von der Tageszeit, beobachten, wie die Sonne oder die Sterne aufgehen. Ein herzzereißendes Zeugnis romantisch-britischen Gitarrenpops, wie man es mindestens seit dem angesprochenen "Why does it always rain on me?" nicht mehr gehört hat. Nicht anders wird auch "Yellow", da lege ich mich fest, innerhalb kürzester Zeit mit Unterstützung des hinreißend schlicht gehaltenen Videoclips die Herzen unzähliger Melancholiker und Sänger Chris Martin jene aller Schwiegermütter im Sturm erobern.

Um dieses Manifest ranken sich weitere Kleinode, die zwar nicht durchgehend das Zeug zum Klassiker haben, als Ganzes begriffen aber auch nie wirkliche Langeweile aufkommen lassen. Nachdem "Don't panic" den Geiste der großen Folk-Songwriter der Vergangenheit (Nick Drake) und Gegenwart (Vic Chesnutt) heraufbeschwört, steigert sich bereits "Shiver" in derart luftige (Ton-) Höhen, daß Schaudern und Gänsehaut nicht mehr weit sind. Wenn man einmal oben angekommen ist, erkennt man schnell, daß dieses Album jede Menge Höhen, aber keinerlei wirkliche Tiefen hat. Und so fällt es nicht allzu schwer, noch für lange, lange Zeit dicht unterm Himmelszelt und seinen Gestirnen zu verweilen, den mit dem Albumtitel angebotenen Fallschirm dankend abzulehnen, und sich aus den Melodien von "Parachutes" nie geglaubte Luftschlösser zu bauen.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Don't panic
  • Yellow

Tracklist

  1. Don't panic
  2. Shiver
  3. Spies
  4. Sparks
  5. Yellow
  6. Trouble
  7. Parachutes
  8. High speed
  9. We never change
  10. Everything's not lost

Gesamtspielzeit: 41:48 min.

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User Beitrag

hideout

Postings: 359

Registriert seit 07.06.2019

2019-08-15 09:24:53 Uhr
Kurz mal off-topic: Hast du auch ein Athlete-Album? Wäre hier auch auf Bewertungen gespannt ;).

Nein, aber werde ich mir mal anhören und wenn ausreichend genug auch was dazu posten. ;) Für musikalische Tipps und/oder Referenzen bin ich immer dankbar.

Wie gut diese Band mal war..

Japp, vermutlich der grösste Abstieg einer Band in den letzten 20 Jahren. -.-

Affengitarre

Postings: 6011

Registriert seit 23.07.2014

2019-08-15 07:18:31 Uhr
Das Debüt ist wohl auch mein liebstes. Ich liebe diesen leichten, emotionalen Sound, wobei Nachfolger und "Viva la vida..." auch sehr toll ist. "X&Y" fällt da schon ab.

jo

Postings: 1142

Registriert seit 13.06.2013

2019-08-15 00:40:59 Uhr
Bei mir variiert es. Mal mag ich das Debüt lieber, mal "A Rush..." Wobei ich auch zumindest "X&Y" und "Viva La Vida" gar nicht so übel finde.

MopedTobias

Postings: 13235

Registriert seit 10.09.2013

2019-08-15 00:11:19 Uhr
Find den Nachfolger noch ne Spur größer, aber vor allem "Don't panic", "Yellow" und "Trouble" sind absolute Übersongs. Wie gut diese Band mal war..

jo

Postings: 1142

Registriert seit 13.06.2013

2019-08-14 23:58:33 Uhr
Der Umschwung von "Don't Panic" zu "Shiver" ist auch ziemlich klasse. Super auch die Gitarren bei "Shiver". Sehe die Schwächen auch bei "Parachutes" und "We Never Change". Aber der Rest ist schon sehr stark.

@hideout:
Kurz mal off-topic: Hast du auch ein Athlete-Album? Wäre hier auch auf Bewertungen gespannt ;).
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