Starsailor - Starsailor with Strings: Live from Liverpool

Parlophone / Warner
VÖ: 03.10.2025
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
8/10

Frisch gestrichen

Als Starsailor im Jahr 2001 mit "Love is here" debütierten, war Coldplays "Parachutes" gerade mal ein Jahr alt. Beide Bands bestanden aus vier jungen Typen aus dem UK, die feinfühligen, melancholischen Britpop spielten. Es war alles andere als ausgemacht, welche der beiden Formationen von der Insel aus die Welt erobern würde. Die Geschichte hat diese Frage beantwortet. Während Coldplay zur globalen Marke wurden, sind Starsailor nur in Liebhaberkreisen ein großer Name. Zum 25-jährigen Jubiläum ihres Bestehens hat die Band die Highlights ihres Schaffens neu vertont. Begleitet von einem Streicherensemble wurde "Starsailor with strings: Live from Liverpool" im Februar 2025 im ehrwürdigen Tung Auditorium vor Publikum eingespielt.

Mit "Good souls" erschien bereits 2015 ein "Best of"-Album der Band aus dem Nordwesten Englands. Damals wollten Starsailor den Eindruck erwecken, dass alle ihre vier bis dahin erschienenen Studioalben Hits zu bieten hätten. Davon haben sie sich nun verabschiedet. Die 14 Songs starke Tracklist wird vom Debüt und dem Nachfolger "Silence is easy" dominiert. Gut und gerne hätten sie von "Love is here" auch noch "Tie up my hands", "Fever" und den Closer "Coming down" neu vertonen dürfen – was viel aussagt über die Großartigkeit des Erstlings. Die Fokussierung auf die beiden ersten Alben illustriert den Karriereknick der Band. Mit dem 2005 erschienenen "On the outside" versuchten sie, was den Kollegen um Chris Martin mit "X&Y" viel besser gelang: mit Bombast und Stadionhymnen die Welt erobern. Die zerbrechlichen, berührenden Tracks der Vorgängeralben waren passé, Fans der ersten Stunde wendeten sich enttäuscht ab. Keinen einzigen Song von "On the outside" spielen Starsailor in Liverpool, vom Nachfolger "All the plans" immerhin "Tell me it's not over". "Hard love" vom 2024 erschienenen Comeback-Album beweist, dass die vier Briten noch immer diese schönen, tieftraurigen Stücke in sich haben.

Mit einer Musical-liken Version von "Alcoholic" eröffnen Starsailor in Liverpool. Der dramatische Gesang von Frontmann James Walsh unterstreicht den bedrückenden Text, den man im beschwingteren Original auch mal überhören konnte. "Poor misguided fool" verliert durch die opulenten Streicher etwas von seinem Zauber. Ganz anders "Way to fall", das dank zurückhaltender Geigen und Barry Westhead am Piano in neuer Schönheit erstrahlt. Der Venue angemessen, immerhin befindet sich das Tung Auditorium im Yoko Ono Lennon Centre, spielen Starsailor mit "Jealous guy" ein Cover des Beatles-Gründers. "Silence is easy" und insbesondere "Four to the floor" sorgen im voll besetzten Konzertsaal für langanhaltenden Applaus. Während Coldplay im Jahr 2025 noch zuverlässig Schlagzeilen liefern, weil sie untreue Ehemänner auffliegen lassen oder Chris Martin vermeintlich eine neue Frau an seiner Seite hat, segeln Starsailor weiter unter dem Radar und feiern ihren 25. Geburtstag unaufgeregt mit einer kleinen Tour. Es ist zu vermuten, dass sie dabei auf eine Kiss-Cam verzichten.

(Andreas Rodach)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Way to fall
  • Hard love
  • She just wept
  • Four to the floor

Tracklist

  1. Alcoholic
  2. Way to fall
  3. Telling them
  4. Poor misguided fool
  5. Where the wild things grow
  6. Hard love
  7. She just wept
  8. Restless heart
  9. Lullaby
  10. Tell me it's not over
  11. Silence is easy
  12. Jealous guy
  13. Four to the floor
  14. Good souls
Gesamtspielzeit: 60:00 min

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Armin

2025-12-10 21:12:24- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

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