Sabrina Carpenter - Man's best friend

Island / Universal
VÖ: 29.08.2025
Unsere Bewertung: 6/10
6/10
Eure Ø-Bewertung: 9/10
9/10

Man pain? Champagne!

"Goddamn, manchild / You fucked me so good that I almost said 'I love you'", sagte mal eine andere Künstlerin. Sabrina Carpenters startet ihr siebtes Album "Man's best friend" mit diesen beiden Zeilen als thematische Grundlage und denkt sie als frisch gebackene und leicht angeschwipste Single-Frau bis zum Ende. Detailliertes Abbild der aktuellen Lebenssituation? Monothematische Abrechnung mit der Männerwelt, haarscharf am Konzeptalbum vorbei? Irgendwo dazwischen. Schwärmten in den letzten Jahren Singles wie "Nonsense", "Espresso" und "Please please please" vorwiegend von ihrem Lover (und von Carpenter selbst), scheint das neue Dutzend die Trennung von Schauspieler Barry Keoghan in der Stimmung zu reflektieren. "At the end of the rainbow / I hope you find a good whole lot of nothing." Oder, have you tried this one? "You said your phone was broken / Just forgot to charge it / Whole outfit that you're wearing / God, I hope it's ironic." Spitzen wie diese sind zuhauf über die Platte verstreut, natürlich nebst zahlreichen sexuellen Eindeutigkeiten. Spätestens, wenn "Goodbye" als astreine ABBA-Pastiche mit FSK-16-Sticker das Ding über die Wupper schubst, haben auch die Merkbefreitesten mitbekommen, was los ist: "But I'll say 'Arrivederci, au revoir' / Forgive my French but fuck you, ta-ta." Jup. Es ist definitiv ein Sabrina-Carpenter-Album.

Abseits von der etwas dümmlichen Diskussion, ob man denn so ein Albumcover als Frau machen dürfe, sorgt "Man's best friend" auch sonst eher mit Äußerlichkeiten für Wirbel. Die Musik legt noch mehr Betonung auf die Liveinstrumente, dazu klingen bei Songs wie "Go go juice" oder auch der sehr schmissigen Single "Manchild" leichte Country-Spurenelemente durch. Einen Riesenhit wie ihn "Short n' sweet" gleich in mehrfacher Ausführung hatte, sucht man hier allerdings vergeblich. Letztlich ist "Man's best friend" schon ein wenig "Less short, less sweet" – klare Fortsetzung der Linie mit etwas verhalteneren Ergebnissen. Kompetent, angenehm, aber unauffällig. Dabei kann trotzdem ein launiger Dancepop-Track wie "House tour" dabei herausspringen, dem Carpenter selbst jedoch mit ihrem Text und Vortrag noch den Rang abläuft: "Do you want the house tour? / I could take you to the first, second and third floor / And I promise none of this is a metaphor / I just want you to come inside / But never enter through the back door." Liebe Kinder, wartet einen guten Moment ab, bevor ihr eure Eltern nach der Bedeutung fragt.

Dass "When did you get hot?" hingegen schon seinen Inhalt im Titel trägt oder "Sugar talking" bei der Wanderschaft durch den Gehörgang einfach nirgendwo hängenbleibt, ist bei einem erneut recht kurzen Vergnügen doch etwas ärgerlich. Schließlich kam der Vorgänger erst ziemlich genau ein Jahr vorher raus, bekam dazwischen noch eine Deluxe-Edition spendiert, und womöglich hätte "Man's best friend" mit etwas mehr Zeit ein ähnlich gutes Album werden können. Dann würde die Platte durch den eröffnenden One-two-Punch aus "Manchild" und dem mit Disco behauchten "Tears" nicht zu viel versprechen. In letzterem gibt es zudem doch noch Positives über die Dreibeiner-Fraktion zu berichten, nachdem der Song mit der Eröffnungszeile "I get wet at the thought of you" alles klar macht und die "Tränen" natürlich nicht im Gesicht zu verorten sind: "Tears roll down my thighs." Carpenter schwankt, von Emotionen und dem ein oder anderen Glas Perlwein gepackt, landet aber am Ende immerhin auf den Füßen. "A girl who knows her liquor is a girl who's been dumped." Cheers!

(Felix Heinecker)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Manchild
  • Tears
  • House tour

Tracklist

  1. Manchild
  2. Tears
  3. My man on willpower
  4. Sugar talking
  5. We almost broke up again last night
  6. Nobody's son
  7. Never getting laid
  8. When did you get hot?
  9. Go go juice
  10. Don't worry I'll make you worry
  11. House tour
  12. Goodbye
Gesamtspielzeit: 38:25 min

Im Forum kommentieren

Socko

2026-05-01 01:31:24

ich versuch das grade mal qualitativ mit sowas in einem anderen Thread besprochenen in the closet zu vergleichen.dagegen ist das hier pure scheisse

Arne L.

2026-05-01 00:42:33

Da ist der Visualizer für "Bring your love" mit Madonna:

https://youtu.be/2HTJmYFnPI0?si=yJQYo_SpkuCzHGyf

Arne L.

2026-04-06 18:12:11

Neues Video zu "House Tour":

https://youtu.be/KWoTyfPsqbE?si=7ITPQl1Gog2oArP0

Freu mich immer über neue Musikvideos von ihr, da steckt immer viel Kreativität drinnen.

Francois

2025-12-18 13:44:06

sehe ich auch so.
Ich erwarte keine Pop-Offenbarung - und mit Manchild hat sie einen Banger veröffentlicht, der wohl nicht totzukriegen sein wird.
Nobody´s Son ist ebenfalls in meiner persönlichen Playlist.

Arne L.

2025-12-17 13:46:22

Da sie gerade zum Daydrinking mit Seth Meyers eingeladen war und ich sie nach wie vor den wahrscheinlich sympathischsten aktuellen Popstar finde, hab ich heute auch das Album wieder gehört und ohne den Druck des Hypes zum Release, ist es für mich einfach ein richtig schönes Album, das auch gut durchläuft. Einfach eine 7/10 mit ein, zwei Highlights und das reicht ja manchmal völlig.

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