Ty Segall - Possession

Drag City / Indigo
VÖ: 30.05.2025
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
8/10

Die nächsten zehn

Na sowas! Gut 15 Monate sind bereits in die Lande gezogen, seit der Songs schreibende Marathonmann Ty Segall uns seine letzten Stücke aus dem Studio präsentierte. Was da bloß los, lieber Ty? Na ja, wenn man es genau nimmt, gab es nach der letzten regulären Platte "Three bells" mit "Love rudiments" ja zumindest eine Art instrumentalen Zwischenruf des Kaliforniers, eine kleine Liebeserklärung an Drums und Percussion – sprich an die Instrumente, an denen Segalls musikalischer Werdegang quasi losgetreten wurde. Es gibt nur wenige Musiker*innen da draußen, die mit einer solchen Produktivität unterwegs sind.

Gemeinsam mit kreativen Langzeit-Weggefährten wie Mikal Cronin kredenzt der nimmermüde Segall auf seinem 16. Album "Possession" seiner Gefolgschaft zehn neue Songs. Segall, dessen Musik normalerweise tönt, als hätte man ein Cassettendeck mit Tapes aus den Neunzigerjahren entdeckt und jenen Sound jammend mal in die Vergangenheit, mal in die Moderne übersetzt, bleibt grundsätzlich bei sich. Da ist viel Gewohntes, viel Gemochtes dabei, Segalls songschreiberische DNA eben. Doch es gibt auch neue Muster. Der Ansatz etwa, Streichern und Blasinstrumenten eine prominentere Rolle zuzugestehen, was den diesmal recht staubig-klassischen 70er-Rock-Sound zusätzlich aufwertet. Der feine Opener "Shoplifter" profitiert von Oboe und Saxofon, bevor hintenraus Segalls bekannte Verschmitztheit auch etwas dreckigere Töne zulässt. Passend auch, wenn der Stadionrock von "Skirts of Heaven" gegen Ende in ein kleines Fanfaren-Gewitter münden darf. Der tolle Titelsong besticht mit markanter Riff-Schleife und Refrain, erhöht das Energielevel stetig und bringt auch ein paar nette Dadrock-Vibes mit. Die Lyrics übrigens steuerte zum Teil Matt Yoka bei, Filmemacher und ebenfalls konstanter Weggefährte Segalls.

Einen leicht krautigen Anstrich bekommt "Shining", die aufjaulende Gitarre macht Spaß, während Segall "Hotel" beinahe komplett zwischen den Haupt-Säulen Klavier und Percussions aufspannt. Noch experimenteller riffen Gitarre, Bass und Streicher im wilden, polternden "Alive" um die Wette. In antiquierter, aber modischer Classic-Rock-Kutte entflieht "Fantastic tomb" mit zunehmender Spielzeit auf leicht psychedelischem Pfad, bevor das Stück hintenraus gar ein wenig Punk-Anstrich verpinselt bekommt. Fast müßig zu erwähnen: Cronins Saxofon hat auch hier einen nicht zu verleugnenden Impact. "Buildings" kommt atmosphärischer daher, schwebt erst auf der wabernden Bass-Line, Segall hat den Song dazu auf den zarten Breakbeat eines E-Pianos gebettet. Auch sein leicht stoischer Gesang trägt zum melancholischen Setting bei. Der Multiinstrumentalist entlässt uns dann mit einem recht klassischen Segall, jenem "Another California song". Das Logische daran: Es wird nicht das letzte Stück aus seiner Feder sein.

(Eric Meyer)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Shoplifter
  • Possession
  • Fantastic tomb
  • Another California song

Tracklist

  1. Shoplifter
  2. Possession
  3. Buildings
  4. Shining
  5. Skirts of Heaven
  6. Fantastic tomb
  7. The big day
  8. Alive
  9. Another California song
Gesamtspielzeit: 43:45 min

Im Forum kommentieren

Telecaster

2025-06-07 13:48:08

MIr gefällt es. Unspektakulär, aber starkes Songwriting mal wieder.

Armin

2025-06-04 21:14:04- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

Meinungen?

dreckskerl

2025-06-01 14:15:22

Man könnte auch sagen, das Album ist seit 2 Tagen überall zu hören...
Ich finde es aufs erste Hören ganz gut, nicht ganz so geil, wie ich erhofft hatte.

MickHead

2025-06-01 13:36:56

Komplette Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_kZzCGl837pVHrMzjqyF8cRJGzhm08rXKY&si=oqyQr_UYMXkAaWH_

MickHead

2025-05-30 10:22:45

Letzter Song vor dem heutigen Release!

"Buildings"

https://www.youtube.com/watch?v=hfOlCq3Mg64

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