The Big Pink - Future this

4AD / Beggars / Indigo
VÖ: 13.01.2012
Unsere Bewertung: 6/10
6/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
7/10

Radio Shoegaze

Das täuscht: Obwohl das Cover des zweiten Albums der Shoegaze-Tüftler von The Big Pink aussieht, als hätte hier Gerhard Richter seine Hände im Spiel, ist die Musik, die sich dahinter verbirgt, konventioneller Gitarren-Pop. Hier wird mit Sprechgesang und Schlagzeugsounds, mit Flächen und Atmosphäre experimentiert, doch was wirklich haften bleibt, das sind lediglich die süßen Melodien. Milo Cordell und Robbie Furze bleiben ihrem Erfolgsmodell treu, das die Engländer im Jahre 2009 mit ihrem Debüt-Album "A brief history of love" an den Rand der internationalen Charts spülte. Doch schielen sie nun nicht mehr nur heimlich auf den großen Hit, der ihnen den ultimativen Durchbruch bescheren könnte.

In der Tradition des explosiven "Dominos" steht auch mindestens der Opener von "Future this". "Stay gold" wickelt sich um eine zupackende Hookline, schwebt über einem schweren Schlagzeug und ist doch noch so leicht, um abheben zu können. Der Shoegaze-Sound wird nur angetäuscht, denn eigentlich ist das hier lupenreiner Radio-Pop, wie ihn seit dem schmeichelhaften Durchbruch von MGMT jeder Formatradio-Sender spielt. Einen Strick kann man The Big Pink daraus nicht drehen. Immerhin weiß die Band, wie man sich aus den Mitteln der Stone Roses nicht zum Glasvegas macht. Stil und Haltung werden auf "Future this" nämlich bewiesen.

Die Band versucht, ihre einfachen Songs avantgardistisch zu kleiden. Und das gelingt ihr auch. Der nebelige Sound und der arrogante, überhebliche Tenor der Stimme verwandeln auch solche simplen Synthesizer-Hymnen wie "Hit the ground (Superman)" in ansprechende Popnummern, die man immer und immer wieder hören kann. Im Vergleich zum Debüt versuchen sich The Big Pink auch ganz explizit an reinen elektronischen Songs, wie etwa das weiche und unaufgeregte "The place so cool". Das funktioniert sogar besser, als das stampfende "Jump music", das laue The-Verve-Ideen ausgräbt.

Und sowieso: The Verve stehen hier nicht nur bei dem Hang zu großen Melodien Pate. Robbie Furzes Stimme erinnert an Richard Ashcroft und auch die kühle Atmosphäre und dezente Arroganz von The Verve haben The Big Pink aufmerksam studiert. "Futute this" ist ein solides und streckenweise richtig gutes Album, das sich in der Hauptsache darin genügt, gut unterhaltende Songs in den eigenen Reihen zu haben. Um die Lücke zu schließen, die The Verve hinterlassen haben, dürfte das jedoch nicht ausreichen. Ist aber auch egal.

(Christian Preußer)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • 13
  • Future this
  • 77

Tracklist

  1. Stay gold
  2. Hit the ground (Superman)
  3. Give it up
  4. The place so cool
  5. 13
  6. Rubbernecking
  7. Jump music
  8. Lose your mind
  9. Future this
  10. 77
Gesamtspielzeit: 46:39 min

Im Forum kommentieren

Grobi Williams

2014-08-25 18:46:19

Nein, tut sie nicht. Schlimme Copycat-Band ohne Charme oder eigene Note.

The MACHINA of God

2014-08-25 15:41:15

Taugt die was? Debut war ja ganz okay, wobei nur "Velvet" wirklich groß war.

LG

2012-01-27 21:10:30

7-8/10

Gott sei Dank. Ich dachte schon, ich wäre der einzige Gutfinder unter all den Ignoranten hier. :)

sugar ray robinson

2012-01-27 18:59:12

Irgendwie kriegen die mich jedesmal. Fand den Vorgänger schon toll, die hier aber noch besser, obwohl ein Übersong wie "Velvet" leider fehlt. Favs: "Stay gold", "Superman", "1313" und "Future this".
7-8/10

LG

2012-01-15 14:43:27

mit shoegaze hat das imo schon zu tun. allein die flächigen gitarren

Ob es eine 6 oder 7 ist, ist in der Tat wurscht.
Aber wo hörst du denn bis auf wenige Songs/Passagen denn die "flächigen Gitarren" heraus?

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