Teenage Fanclub - Shadows

Merge / PIAS / Rough Trade
VÖ: 11.06.2010
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
8/10

Der Jungsbrunnen

Manche behaupten ja, das ganze Leben stecke in einem Bruce-Springsteen-Song. Weg von zuhause und die Frau fürs Leben suchen. Eine Hand in den Himmel strecken, in den Sonnenuntergang hinein tanzen und den unwiderstehlichen Geruch der Freiheit kennenlernen. Ewig währende Jugendträume sind das. So schön und romantisch und leider auch immer verklärt. Genau deswegen gibt es den Teenage Fanclub. Um an dieses charmante Gefühl der Unbegrenztheit zu erinnern. Und um es nicht so groß und mächtig aufzublasen. Um von dieser Zeit des Lebens so zu erzählen, wie sie wirklich ist.

Norman Blake und seine Jungs sind mittlerweile in die Jahre gekommen, könnten jetzt eher ihre Midlife-Crisis besingen und sich etwas darauf einbilden, mancherorts als Legenden zu gelten. Stattdessen veröffentlicht das schottische Quartett mit "Shadows" 21 Jahre nach Gründung sein zehntes Studioalbum und nutzt dafür altbewährte Stilmittel: flockige Rhythmen, flauschige Gitarren, süße Melodien und herzliche Texte. Der Teenage Fanclub klingt auch auf "Shadows" noch so unwiderstehlich wie die Beach Boys und so frisch wie auf "A catholic education". Beim Fanclub ist noch immer alles wie immer.

Verhängnisvoll wird diese scheinbar zeitlose Jugendlichkeit der Band zu keiner Sekunde dieser kurzweiligen Platte. "Sometimes I don't need to believe in anything" schrammelt sich in den ersten Takten all seine Melancholie von der Seele, um in einem rauschenden Refrain zu landen, der schon mal zu Tränen rühren kann. Man denkt an die Lemonheads, an Pavement, an Nada Surf und freut sich beim Blick aus dem Fenster über den warmen Schein der Sonne. Der Teenage Fanclub bleibt die Band der kleinen Gesten und fährt damit so was von richtig.

Schon die erste Single ist ein knackiger Sommersturm, der sich zwischen Melancholie und glückseligem Lächeln einnistet. "Baby Lee" entpuppt sich nämlich als einer dieser perfekten Popsongs, denen man beim ersten Hören schon sein Herz verschenkt. Man will ihn mit all den Menschen teilen, die einem so eng an eben diesem liegen. Aber auch Teenage Fanclub haben ihren Salinger gelesen, und in dessen "Der Fänger im Roggen" steht die Warnung: "Erzählt nie einem was. Denn sonst vermisst ihr alle mit der Zeit." Manche Geheimnisse sind es wert, im Schatten zu bleiben. Auch das wird sich niemals ändern.

(Christian Preußer)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Sometimes I don't need to believe in anything
  • Baby Lee

Tracklist

  1. Sometimes I don't need to believe in anything
  2. Baby Lee
  3. The fall
  4. Into the city
  5. Dark clouds
  6. The past
  7. Shock and awe
  8. When I still have thee
  9. Live with the seasons
  10. Sweet days waiting
  11. The back of my mind
  12. Today never ends
Gesamtspielzeit: 48:08 min

Im Forum kommentieren

Zuckerschnute

2010-06-29 13:16:51

Today Never Ends ist einfach genial.

rod

2010-06-11 21:24:45

wirklich super, passt zum Sommer!

Telecaster

2010-06-09 11:11:51

Platte des Jahres, bisher. Wunder-wunder-wunderbar!!!

markus

2010-06-09 10:50:20

ist vorbestellt!

Arcon

2010-05-21 17:40:56

Release 31.05.

1. Sometimes I Don’t Need To Believe In Anything
2. Baby Lee
3. The Fall
4. Into The City
5. Dark Clouds
6. The Past
7. Shock And Awe
8. When I Still Have Thee
9. Live With The Seasons
10. Sweet Days Waiting
11. The Back Of My Mind
12. Today Never Ends

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