UUVVWWZ - UUVVWWZ

Saddle Creek / Indigo
VÖ: 09.10.2009
Unsere Bewertung: 4/10
4/10
Eure Ø-Bewertung: 5/10
5/10

Was denn jetzt?

Unentschlossenheit ist anstrengend. Die Außenstehenden, die mit den ständig wechselnden Meinungen ihrer Mitmenschen konfrontiert werden und womöglich noch gute Ratschläge geben müssen, leiden unter diesem Verhalten. Auch die Betroffenen selbst fühlen sich von ihrer Unschlüssigkeit gefordert. Um alles erträglicher zu machen, hilft es, das Ganze nicht als Problem, sondern als liebevollen Charakterzug, in Frauenzeitschriftensprache als facettenreich, zu bezeichnen. Womöglich ist diese Unentschlossenheit also nur ein Trick, um sich interessant zu machen?

Ziemlich eindeutig klingt jedenfalls "Double U, double V, double double U, Z". Was auch immer diese Buchstabenkombination bedeuten soll, sie ist auf jeden Fall nicht unbewusst ausgesucht worden. Sei es nur, um Plattenkäufern oder Radiomoderatoren einen Knoten in die Zunge zu machen. Umso unent…facettenreicher ist jedoch der Inhalt des Albums. Was auch immer die Aneinanderreihung von Buchstaben zu UUVVWWZ für Erwartungen impliziert haben sollte, mit solchen schrägen und fragmentähnlichen Inseln konnte nicht gerechnet werden. Sirenengleich säuselt Sängerin Teal Gardner "I like the blackberries cause they can not entangle me" ins Mikrofon, bis E-Gitarre und Bass in den Gesangspausen rücksichtslos dazwischen krachen. Doch die lärmenden Instrumente und die Zartheit der Stimme verkeilen sich trotz des akustischen Gegensatzes. Gardner kann aber auch anders. Mal schreit sie schrill, und ihre Stimme überschlägt sich passend zur oft aggressiv-experimentellen Grundstimmung wie in "Shark suit". Der vierte Titel "Neolaño" gleicht dann mit einer extremen Langsamkeit fast dem Soundtrack eines Agenten-Films.

Genauso verwirrend wie mehrere ineinander verwobene Episoden ist auch das ganze Album "UUVVWWZ". Innerhalb der meisten Lieder finden so viele harte Brüche und Stimmungswechsel statt, dass es auch bei mehrmaligem Hören schwer fällt, sich zurechtzufinden und die Musik in eine Richtung einordnen zu können. Die ruhigeren Stücke wirken weniger inszeniert und überladen und deshalb wesentlich authentischer. So wie "Castle", das fast nur aus zartem, mädchenhaftem Gesang besteht. Doch auch hier fordert eine Trompete Gardner wieder zum Duell auf, das für die Sängerin diesmal gut ausgeht. Und nun?

(Natascha Leo)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Berry can
  • Castle

Tracklist

  1. Berry can
  2. Shark suit
  3. Jap dad
  4. Neolaño
  5. Castle
  6. Green starred sleeve
  7. Trapezeus
  8. The sun
  9. Hum jam
Gesamtspielzeit: 42:30 min

Im Forum kommentieren

U.R.ban

2009-10-11 13:22:46

Die Referenzen finde ich eigentlich sehr vielversprechend, ich werde mal reinhören...

noise

2009-10-10 20:52:33

Würde mir gerne mehr als nur die 2 Lieder auf myspace anhören. Das ganze pendelt doch ganz schön zwischen nervig und hoch interessant.
Aber mal wieder was anderes

bee

2009-10-08 19:50:05

bei der Rezi war wohl jemand sprichwörtlich überfordert - Hinweise dazu gibt es: "Innerhalb der meisten Lieder finden so viele harte Brüche und Stimmungswechsel statt, dass es auch bei mehrmaligem Hören schwer fällt, sich zurechtzufinden und die Musik in eine Richtung einordnen zu können."
das hört sich doch nach richtig interessanter Musik an ,-)

tzz

2009-08-22 20:05:16

sind ja bei saddle creek, vielleicht verwandte von beep beep:)

bee

2009-08-22 15:34:06

halt - kein Spam!
*
noisy Indierock mit fem. Gesang aus Nebraska - interessant!
ear: http://www.myspace.com/uuvvwwz

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