Selig - Und endlich unendlich

Vertigo / Universal
VÖ: 20.03.2009
Unsere Bewertung: 5/10
5/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
8/10

Dreht weiter

Aufgerüttelt aus dem Dornröschenschlaf, um an dem Punkt anzuknüpfen, an welchem man einst der Gegenwart entschlummerte. Das Hamburger Quintett Selig ist nach zehnjähriger Pause wiedergekehrt, schneidet sich den altbekannten Groove-Rock aus den eigenen Rippen, als würden Grunge und der Monsterrock der Siebziger noch Neues erzählen können. Man braucht sich da nichts vormachen: Außer der cremigen Stimme Plewkas, dem unantastbaren Können der Musiker und tollen Gitarren-Sounds gibt's vor allem eines zu hören: fade Songs.

Die Zeichen für ein rosiges Fortleben sind dennoch verheißungsvoll. Im Nu war die Deutschlandtour der Band ausverkauft, und noch immer wird die Wiedervereinigung der streunenden Musiker als musikalische Sensation des Jahres verkauft. Lässt man die nebulösen Umstände außen vor, stellt sich mit "Und endlich unendlich" eine gealterte Formation ziemlich breitbeinig auf, leugnet ihre Vergangenheit nicht, sondern bleibt mit strahlendem Selbstbewusstsein bei ihren altbewährten Leisten.

Die Texte Plewkas sind weiterhin selbstreflexiv, offen wie ein Scheunentor und schamlos biografisch. Von verschollenen Bands singt er da, vom stecken gebliebenen Treibholz und der Welt, die sich auch ohne aktives Zutun weiterhin dreht. Die Texte funktionieren und wirken nicht gestelzt, sondern aufrichtig. Leider sagt diese Qualität noch nichts über die Songs aus, die bisweilen so harmlos sind, dass nachts mitnichten geschrieen wird, dafür aber die Gardinen zugezogen werden. Kurze Abstecher in den Reggae, kleine Ausflüge in den Soul - das steht für die spannenden Momente in meist farblosen Songs.

Es ist immerhin wunderschön anzuhören, wie sich die Band in "Ich bin so gefährdet" gehen lässt, wie dezent lasziver Chanson in "Der schönste aller Wege" für schummrige Stimmung sorgt. Wie sich die Band mit "Und endlich unendlich" mal wilder, mal milder durch ihren Deutschrock wurschtelt, kann ihr kein auferstandener Lindenberg besser vormachen. Zudem ist die handwerkliche Qualität und die Produktion über alle Zweifel erhaben: Man hört schon gerne hin. Doch selig sind nur die Toten. Denn die können glorifiziert werden.

(Christian Preußer)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Ich bin so gefährdet
  • Der schönste aller Wege

Tracklist

  1. Auf dem Weg zur Ruhe
  2. Wir werden uns wiedersehen
  3. Schau schau
  4. Ich fall' in Deine Arme
  5. Die alte Zeit zurück
  6. Ich bin so gefährdet
  7. Immer wieder
  8. Lang lebe die Nacht
  9. Der schönste aller Wege
  10. Ich dachte schon
  11. Du siehst gut aus
  12. Traumfenster
Gesamtspielzeit: 59:35 min

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solea

2010-09-10 00:37:53

Sorry, sollte "dreißigste Kopie" heißen.

solea

2010-09-10 00:30:05

also was ich da eben bei Raab hören musste "ewigkeit zu ewigkeit" oder s.ä. war in der Strophe die dreißteste RHCP Californication-Kopie die mir bisher unter gekommen ist

raffaela

2010-02-04 12:37:11

heute ab 21 uhr auf radio eins:

http://www.radioeins.de/musik/aktion/selig___das_filmorchester.html

wird bestimmt hübsch :-)

brny

2009-09-17 12:27:36

nein, die Kungfu-sachen waren schon sehr in ordnung, v.a. das zweite album. und "blender" find ich auch heute noch klasse.

Tom van Haven

2009-09-16 16:44:44

Hallo zusammen,

anbei meine Bewertung:
1. Auf Dem Weg Zur Ruhe - 8/10
2. Wir werden uns wiedersehen - 11/10
3. Schau Schau - 9/10
4. Ich Fall in deine Arme - 6/10
5. Die alte Zeit zurück - 9/10
6. Ich bin so gefährdet - 7/10
7. Immer wieder - 8/10
8. Lang lebe die Nacht - 7/10
9. Der schönste aller Wege - 8/10
10. Ich dachte schon - 6/10
11. Du siehst gut aus - 7/10
12. Traumfenster - 5/10

Was entscheidener ist für - ist die Tatsache, daß die Band wieder live spielt und besser als am Ende - wo sie voll mit Drogen fast von der Bühne gefällen ist. Ich habe sie in Bochum gesehen, wo sie das Zelt gerockt haben. War echt ein geiler Abend.

Bei den Platten bin ich auch anderer Meinung:

Selig 9 / 10 Ein Album um zu saufen - zu feiern und auch zum vögeln
Hier 10 / 10 Eine Platte zum koksen und zum vögeln ..
Belnder 3 / 10 Ein Totalausfall

Die Solosachen von Jan Plewka und die späterne Bands hatten immer wieder gute Platten aber halt nicht alles ... Kung Fu waren scheiße ... :) sorry aber ich fand sie langweilig .. die erste Single war noch gut, aber der Rest zu gleichförmig ...

Gruß

Tom

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