The Subways - All or nothing

City Pavement / Infectious / Warner
VÖ: 27.06.2008
Unsere Bewertung: 6/10
6/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
8/10

Tunnelblick

Coldplay verbannen (fast) sämtliche Falsettgesänge vom Album und probieren sich stattdessen an pompösen Klängen der Marke Queen und U2. Death Cab For Cutie schmeißen ihre Kreativität über Bord und ersetzen sie durch Einfallslosigkeit. Und sogar die Schauspielerin und Woody-Allen-Muse Scarlett Johansson hängt die Schauspielerei kurzzeitig an den Nagel, um in Tom-Waits-Manier ein Album aufzunehmen, das im Nachhinein doch niemanden so wirklich gejuckt hat. Zugegeben, im Musikgeschäft lief es die letzten Jahre eher suboptimal, da muss man sich was einfallen lassen, und sei es die Totaltransformation mit allen einhergehenden Konsequenzen. War "Young for eternity", das Debütalbum der Subways, noch laut, rotzfrech und irgendwie anders, ist der dieser Tage erscheinende Nachfolger um einiges angepasster.

Gebrüllt wird auch auf diesem noch, sogar recht ordentlich bereits im Opener "Girls & boys", der aber auch ein ziemlicher Etikettenschwindel ist; auf der Website als freier Download für alle angeboten, erinnert er nicht zu knapp an altbekannte Gassenhauer wie "Rock & roll queen", mit einem tollen Gitarrenriff, krachenden Drums und, natürlich, dem obligatorischen Schrei nach Aufmerksamkeit. Doch genau dieser fällt insgesamt etwas leiser aus: "Alright" ist ein Popsong mit angenehmen "Aah-haa"s im Hintergrund und ein guter Wegweiser für den weiteren Verlauf des Albums. Auf dem Titeltrack sind die Subways fast schon gar nicht mehr wiederzuerkennen, was nicht nur daran liegt, dass ausnahmsweise Drummer Josh Morgan den Leadgesang übernommen hat. "Turnaround" holt noch mal den Punk aus der Kiste, während "Move to Newlyn" einen schönen Sommersong mit Klatschfaktor bildet.

Der stärkste Song des Albums ist allerdings "Always tomorrow", da er klar die Entwicklung des Trios aufzeigt: rockiger Refrain, melodiöse Strophen, keine komplizierten Schnörkel. Im Vergleich dazu klingt "I won't let you down" wie ein Totalausfall, den man schnell wieder vergessen hat. "Lostboy" bildet nach einem Album, das anders ist als erwartet, den passenden Abschluss und lässt die Veränderung ein weiteres Mal durchblicken. Das neue Gewand steht den Subways recht gut, nur unterscheidet sie nun nicht mehr besonders viel von all den anderen Bands, die in den letzten Jahren aufgetaucht und wieder verschwunden sind. So bleibt zu wünschen, dass die jungen Herren mit der Dame in der Mitte für das nächste Album einen Sound finden, der sie nicht nur von vorherigen Alben, sondern auch von gleichgesinnten Künstlern distanziert: eine doppelte Abgrenzung, die den Scheuklappenblick wieder nach vorn richtet. Sehe ich Dich nicht, siehst Du mich nicht.

(Jennifer Depner)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Kalifornia
  • Alright
  • Always tomorrow
  • Lostboy

Tracklist

  1. Girls & boys
  2. Kalifornia
  3. Alright
  4. Shake! Shake!
  5. Move to Newlyn
  6. All or nothing
  7. I won't let you down
  8. Turnaround
  9. Obsession
  10. Strawberry blonde
  11. Always tomorrow
  12. Lostboy
Gesamtspielzeit: 38:15 min

Im Forum kommentieren

monokeltragender Blaublütler

2008-11-27 13:06:18

Was ist eigentlich euer Lieblingssandwich bei Subway?

Addict

2008-11-27 12:49:30

Galerie aus Bochum

britpop71

2008-07-10 18:07:44

Hmmm, ich kann's mir nicht schönhören und finde es nach mehreren Durchgängen einfach nur öde, da gibt's ein Dutzend neue Britrock-Bands, die ein besseres zweites Album nachgelegt haben.

Suppenhuhn

2008-07-10 17:17:52

Ja, ich mag das Album auch sehr.

Die Harmonie zwischen den Stimmen macht da viel aus, vor allem bei "Alright" oder "Kalifornia".

Insgesamt auch sehr abwechslungsreich. Zum einen die akkustischen Songs wie "Lost Boy" und "Move to Newlyn" und zum andern Punk wie "I won't let you down".

"Alright" bleibt aber ungeschlagen. Genialer Song !!!

qwertz

2008-07-08 21:41:39

Hab mich inzwischen ein wenig reingehört. Die ersten drei Tracks sind spitze!

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