Mando Diao - Never seen the light of day

EMI
VÖ: 26.10.2007
Unsere Bewertung: 6/10
6/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
7/10

Brüder Kriegsfuß

Mit den Beatles waren Mando Diao nach eigenen Angaben schon während ihrer Kindertage durch. Oasis hat man dann in der Jugend mitgenommen. Die eigene Musik generierte sich folglich als Nonplusultra und Fazit der eigenen Sozialisierung, was es schließlich sehr leicht macht, das Quintett mit dem Teufel an die Wand zu malen. Doch den Mando-Diao-Hassern muss an dieser Stelle nun ein schwerer Brocken vor den Latz geknallt werden: "Never seen the light of day" ist ein farbenfrohes Zitatfeuerwerk, das sich soviel traut, wie Yoko Ono nackt im Bett. Und den edlen Entstehungsprozess gibt's obendrauf.

Schuld am schnellen Ode to Ochrasy"-Nachfolger ist die EMI. Das teuflische Label mit Gewinnansprüchen, Absatzbilanzen und Financial-Times- statt Musikexpress-Abo. Möglichst schnell wollte sich das schwedische Musikerkollektiv aus seinem angeblich einschnürenden und bevormundenden Vertrag freispielen, sich nicht in die musikalische Sackgasse und kreative Stagnation treiben lassen. Mit Produzent Björn Olsson (Ex-The-Soundtrack-Of-Our-Lives, Ex-Union-Carbide-Productions) mietete man für lediglich zwei Wochen ein Studio und konzentrierte die Anstrengungen auf ein Album, das sich, wiederum angeblich, nicht verkaufen und die Plattenfirma in den Ruin treiben soll. Eine Idee, so naiv und verzweifelt, dass das Resultat eigentlich in die Binsen gehen muss.

Doch Mando Diao überraschen mit Plan, Vision und allerhand Erstaunlichkeiten. So trieft nicht nur die Single "If I don't live today, then I might be here tomorrow" im Streicher-Wahn, auch der Song "Never seen the light of day" klatscht eine beachtliche Geigen-Orgie aufs Parkett. Überhaupt entpuppen sich die Streicher als gemeinsamer Nenner aller elf Songs. Es mag auch überraschen, dass der Grundtenor eigentümlich langsam daher kommt, dass Melodien behutsam wuchern dürfen. Und der größte Clou - auf "Never seen the light of day" nur zwei E-Gitarren einzuschleusen - ist ebenfalls neu in der Welt der Schweden. So spinnt sich die Musik am Ende um akustische Feinheiten, weiblichen Chorgesang, Hymnenhaftigkeit und Folk.

Der Gewinner dieser Verschlackungstherapie ist "One blood", der eigentümlichste und großartigste Mando-Diao-Song seit immer. Geschrei paart sich mit Sprechgesang, Rhythmus hypnotisiert sich zu einem wuchtenden Wegbereiter. Auch das abschließende Semi-Instrumental "Dalarna" ist sehr toll geraten und der Inbegriff der Verfremdung aller Mando-Diao-Stilmittel. Die restlichen Stücke gehen allerdings lediglich in Ordnung, kleistern über schöne Songs meistens zu viel Orchester-Schmonz, sind aber doch mindestens als interessante Weiterentwicklung der Band zu beurteilen. Sie sollte ihr eine wohlverdiente Ruhepause von der anhaltenden Massenhysterie verschaffen.

(Christian Preußer)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • One blood
  • Dalarna

Tracklist

  1. If I don't live today, then I might be here tomorrow
  2. Never seen the light of day
  3. Gold
  4. I don't care what the people say
  5. Mexican hardcore
  6. Macadam cowboy
  7. Train on fire
  8. Not a perfect day
  9. Misty mountains
  10. One blood
  11. Dalarna
Gesamtspielzeit: 41:05 min

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F*********************hu****JII**

2008-03-18 22:06:26

MIXTAPE, ICH HASSE DICH !!!!!!(UND GUSTF WIRD MIT "F" GESCHRIEBEN!!)

Mixtape

2008-03-15 21:52:08

@ Kim: Du musst nichts probieren. :-) Die Fragen sind nur eigeblendet zwischen den Antworten.

Björn ist halt äußerlich so gar nicht mein Typ, aber er war sehr sympathisch, aber auch sehr gestresst. Kamen gerade erst im Eiltempo vom Flughafen (konnten in München erst nicht starten und dann war Köln nicht auf den Flieger eingestellt und es wurde wohl ewig nach einer Treppe gesucht, damit sie aussteigen können), mussten in einer Viertelstunde schon auf die Bühne und hatten noch nichts gegessen. Nicht nur dass Gustav nicht dabei war, wurden 20 Minuten vereinbarte Interviewzeit zu 5 Minuten zusammengestrichen, also alles subotimal. Dabei hatte ich mich wirklich sehr, sehr, sehr auf Gustav gefreut und war deshalb auch echt aufgeregt. :-)

Kim

2008-03-15 20:38:31

Monate später, - Danke noch an Quertz für die Antwort. :)

Lesen konnte ich auch nichts, nur ein Interview teilweise hören. „Teilweise\" heißt, dass zwar die Antworten von Björn zu verstehen waren, nicht aber die gestellten Fragen.
Da hattest du also tatsächlich die Chance, beide MD-Sänger höchstpersönlich zu interviewen, Mixtape?! Wahnsinn! Ist natürlich äußerst dumm für dich gelaufen, dass ausgerechnet Gustaf dann letztlich doch nicht dabei war. Kann mir vorstellen, dass du vorher schon ganz hibbelig warst und dann das! Ist wirklich mehr als ärgerlich. :(
Klar, dass du dir lieber hinsichtlich Gustaf ein Bild davon hättest machen können, aber ... wie hat denn Björn so Aug in Aug von der Ausstrahlung her auf dich gewirkt?

Das mit www.intro.de werde ich auch noch probieren. Jetzt erstmal DsdS ... ;))

Mixtape

2008-03-15 19:53:25

@ Robi-Wan: Nee, ist für alle lesbar auf der Seite. Wenn es mit dem Link nicht klappt, versuch's mal normal mit www.intro.de, da steht es auch ganz oben auf der Seite.

Robi-Wan

2008-03-15 19:31:51

also ich kann´s nicht lesen, bei mir steht da nur ein weißes Feld, links oben ein kleines weißes Zeichen mit rotem Kreuz. Fehlt mir da ein Programm für? Oder noch nicht richtig reingestellt?

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