My Chemical Romance - Three cheers for sweet revenge

Reprise / Warner
VÖ: 31.01.2005
Unsere Bewertung: 8/10
8/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
7/10

Romeo und Julia

Neue Helden braucht das Land. My Chemical Romance sind in den Staaten schon länger ganz oben. Völlig zurecht, übrigens. Hierzulande führten sie bislang eher ein Schattendasein im Vorprogramm von The Used. Jetzt diese Scheibe, "Three cheers for sweet revenge". An der Oberfläche zunächst gefährlich griffig, doch die Inszenierung ist brillant. Düster. "The story of a man, a woman, and the corpses of a thousand evil men." Und zwar durchgeschüttelt und am Ende sowas von gerührt.

My Chemical Romance sind schon ein bißchen speziell, die wollen Euch allen Ernstes auch noch wirklich was erzählen. Nämlich die Geschichte von einem Mann und einer Frau. Logisch. Aber eine ganz besondere. Auch logisch. Die Frau ist nämlich tot. Macht nichts. Denn der Mann hat da eine Idee. Schließt kurzerhand einen Pakt mit dem Teufel und geht für Beelzebub auf Seelenfang, der ihm im Gegenzug verspricht, nach getaner Arbeit wieder mit seiner liebsten zusammenzusein. Ende gut? Verraten wir nicht. Muß man selbst gehört und gespürt haben. Dafür ist die musikalische Ausstaffierung zu gut. Vielleicht nicht die wichtigste Platte des Jahrtausends. Aber eine verflucht gute.

"Three cheers for sweet revenge" klingt so fett wie angesagt und ist also tatsächlich sehr viel mehr als nur der neue Screamo-Hype. "Can you hear me? / Are you near me? / Can we pretend to leave? / And then we'll meet again when both our cars collide." Verzweiflung, Tränen und "Helena". Grausam schön, weil total überdramatisiert. Zwischen Finch, AFI und Shakespeare auf dem Gruftdeckel einen heben. Und dabei trotzdem 'ne prima Figur machen.

Mein Gott, was schreiben die Hits! Um "I'm not okay (I promise)" kommt man gar nicht mehr herum. Weil Poppunk und Popowackeln noch nie so zwingend klangen. Das Ding wird sie alle haben. Alle. "I'm not okay, I'm not okay, I'm not okay." werden sie schreien. Und dann stellt der DJ auf Repeat. Und nochmal. Dabei ist das noch nicht mal alles. In "Hang 'em high" pfeift erst jemand das Lied vom Tod, bevor My Chemical Romance so richtig loskeulen. "Grab your six gun from your back / Throttle the ignition." Mit Breitwandriffs, jeder Menge Feedback und vielem mehr. Treffer reiht sich an Treffer. "You're running after something that you'll never kill / If this is what you want, then fire at will", röhrt's in "Thank you for the venom" zu den geilsten Uffda-Melodien, wo gibt. "It's not a fashion statement it's a fucking deathwish." Stets dunkler ihre Leiden.

(Sven Cadario)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Helena
  • I'm not okay (I promise)
  • Thank you for the venom

Tracklist

  1. Helena
  2. Give 'em hell kid
  3. To the end
  4. You know what they do to guys like us in prison
  5. I'm not okay (I promise)
  6. The ghost of you
  7. The jetset life is gonna kill you
  8. Interlude
  9. Thank you for the venom
  10. Hang 'em high
  11. It's not a fashion statement, it's a fucking deathwish
  12. Cemetery drive
  13. I never told you what I do for a living
Gesamtspielzeit: 39:42 min

Im Forum kommentieren

Affengitarre

2023-02-14 14:04:19

Jap!

Jaggy Snake

2023-02-14 13:58:29

Zum Glück sind es genau genommen nur 19 Jahre und nicht schon 20. Da fühle ich mich doch direkt nicht mehr ganz so alt :D

Zum Album: Für mich meilenweit besser als das Debüt und generell ihre beste Platte.

solea

2023-02-14 11:19:22

ALso mit 20 Jahren Abstand (*Wahnsinn*) muss ich sagen, dieses Album ist ein Rock-Album, während der Vorgänger ein Emo-Album war. Jetzt muss man eben überlegen, was man lieber mag. Das Debut ist für mich "besonders", hier auf "three cheers" hört man die Stadionatmosphäre schon etwas raus, das ist auch der Grund, warum ich die Band danach nicht mehr wirklich verfolgt habe.

edegeiler

2022-05-25 11:16:01

Hörs gerade intensiv, weil ich die demnächst live sehe. Killer Album, Jesus das hat Druck am Kessel.

Affengitarre

2022-02-23 12:26:28

Oh ja, ich liebe das Ding auch immer noch, für mich auch klar ihr bestes Album. Da reiht sich Hit an Hit, das Energielevel bleibt super hoch und auch Gerard Way klang nie besser.

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