William Shatner - Has been

Shout! Factory / Epic / Sony
VÖ: 04.10.2004
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
8/10

Live long and prosper

Der Weltraum, unendliche Weiten. Schon seit vielen, vielen Jahren fliegt William Shatner an Bord des Raumschiffs Enterprise durchs All. Vor 35 hat er einen Funkspruch abgesetzt: "The transformed man" wartete mit höchst eigenwilligen Interpretationen, unter anderem von "Lucy in the sky with diamonds", auf. Wie es sich für einen Kapitän der Föderation gehört, sprach Shatner die Texte, anstatt sie zu singen. Das Album gilt in Teilen der Galaxis als Meisterwerk, in anderen Gegenden werden damit auch heute noch Feinde gefügig gemacht.

Wie es das Schicksal (oder der große grüne Arkelanfall, die Meinungen gehen auch hier auseinander) so wollte, traf Shatner nun auf den jungen Weltraumreisenden Ben Folds, der gerade per Anhalter durch die Galaxis reiste. Folds, gleichermaßen als genial wie verrückt bekannt, hatte den alten Haudegen bereits auf seinem Projekt Fear Of Pop zu Wort kommen lassen und erwies sich als idealer Produzent für Shatners zweiten Wurf: "Has been".

In seinem kleinen Weltraumstudio versammelte Folds Hochkaräter wie Aimee Mann, Joe Jackson, Henry Rollins und Brad Paisley, dazu einen Haufen bester Studiomusiker. Die Geschichtsschreibung läßt bis heute offen, ob dies auf freiwilliger Basis oder unter der Androhung von Gewalt geschah. Was herauskam, ist sicher gewöhnungsbedürftig, aber nicht weniger als ein Meisterwerk.

Gleich zu Beginn wird Pulps "Common people" so radikal neuinterpretiert, wie Jarvis Cocker es nach drei pangalaktischen Donnergurglern nicht hinkriegen würde. Shatner spricht den Text, als habe er ihn selbst erlebt und dann schmettert plötzlich Joe Jackson präzise an der Melodie vorbei. Dadaisten hätten ihre Freude, Musikliebhaber sowieso. Was folgt, ist ein Reigen an Liedern, das meiste von Shatner und Folds geschrieben. Musikalisch bewegt sich alles zwischen Folkpop ("Real") und Cowboychor ("Has been"), zwischen wunderbar verrückt und eindeutig wunderschön. Und als wäre die Truppe nicht schon bunt genug, gibt auch noch Pop-Literat Nick Hornby seinen Einstand als Texter ("That's me trying").

Es fällt kaum auf, daß Shatner gar nicht singt. Die Musik ist meist brillant (was Folds-Kenner nun kaum verwundern dürfte) und die Texte werden mit einer solchen Intensität und Offenheit vorgetragen, daß man eine gewisse Ergriffenheit nicht verhehlen kann. Das ist kein Spaßprojekt, der 73jährige Shatner spricht über politische Themen und sehr persönliche Dinge wie seine Vergangenheit und seine Familie. Man weiß gar nicht, welches Lied nun das beste sein sollte. Keine Frage: Platten wie diese laufen im Restaurant am Ende des Universums.

(Lukas Heinser)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Common people (feat. Joe Jackson)
  • That's me trying (feat. Aimee Mann and Ben Folds)
  • Has been
  • Real (feat. Brad Paisley)

Tracklist

  1. Common people (feat. Joe Jackson)
  2. It hasn't happened yet
  3. You'll have time
  4. That's me trying (feat. Aimee Mann and Ben Folds)
  5. What have you done
  6. Together (feat. Lemon Jelly)
  7. Familiar love
  8. Ideal woman
  9. Has been
  10. I can't get behind that (feat. Henry Rollins)
  11. Real (feat. Brad Paisley)
Gesamtspielzeit: 38:26 min

Im Forum kommentieren

William Shatner

2011-08-26 18:20:21

Hallo! Ich bin William Shatner. Ich bin Schamane. Ich beherrsche die uralten Kräfte der Natur! Ihr wollt bestimmt wissen: Hey, Shatner, wie schleudere ich einen Lichtblitz?
Ganz einfach: Holt euch World of Warcraft. Dort könnt ihr alles sein.
Ich bin William Shatner und ich bin Schamane.

MAR

2011-08-26 17:56:13

Is noch immer ein echt schniekes Album!

"Denny Crane" ;)

Bill Shatner

2011-08-26 15:19:24

I hate to be the bearer of bad news but you're gonna die


herrlich

Mr Sulu

2011-08-26 15:12:26

10/10

Bonanza

2010-02-21 14:38:47

weils ne coole platte is?!

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