Blackfield - Blackfield

Helicon / Snapper / SPV
VÖ: 23.08.2004
Unsere Bewertung: 8/10
8/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
8/10

Give peace a chance

Der Uninformierte wird es vielleicht nicht für möglich halten, aber auch in Israel gibt es eine Friedensbewegung. Speerspitze dieser Bewegung ist Aviv Geffen, musikalisches Multitalent und Neffe des früheren Verteidigungsministers Moshe Dayan. Wenn's bei dem Namen noch nicht klingelt: Nach einem Konzert Geffens vor 300.000 Menschen wurde der damalige Ministerpräsident Yitzhak Rabin und mit ihm die Hoffnung auf Frieden mit den Palästinensern von einem Wahnsinnigen erschossen.

Eigentlich wollte dieser Aviv Geffen "nur" ein gemeinsames Konzert mit Porcupine Tree in Israel veranstalten. Daraus wurde mehr: Zunächst die Idee einer gemeinsamen Single mit Mastermind Steven Wilson und nun das mittlerweile auch in Europa vorliegende Album. Wer jetzt meint, "Blackfield" stünde möglicherweise in der Tradition diverser blüchentragender Love-and-peace-Künstler, sieht sich getäuscht. Vielmehr vereinigen die zehn Songs Charakteristika von Porcupine Tree mit für westeuropäische Ohren äußerst spannenden israelisch-orientalischen Sounds.

Im Unterschied zu Porcupine Tree sind die Songs jedoch kompakter, kommen schneller auf den Punkt, ohne dabei jedoch ins Banale abzugleiten. Insbesondere der Titelsong wäre auf jedem Tree-Album ein Highlight, bestechend durch seine warmen, melancholischen Melodien. Natürlich fehlen auch die entrückten, rätselhaften Texte nicht, besonders zu hören in "Lullaby": "Smash my face / Kiss the floor / Break my toys / How does it feel without toys?" Wenn denn Geffen zur Feder greift wie bei "Cloudy now", wird daraus ein flammendes Plädoyer für Frieden und Verständigung: "We are a fucked up generation / It's cloudy now."

So profitiert wohl vor allem Aviv Geffen von der Zusammenarbeit mit Steven Wilson. Dieser erweitert natürlich seinen ohnehin schon sehr umfassenden Horizont, doch viel wichtiger ist, daß mit "Blackfield", obwohl kein Polit-Rock, Geffens unbedingt unterstützenswerten Zielen eine Plattform geboten werden kann. Daß es mitunter wie Porcupine Tree mit Gastsänger klingt, ist zu verschmerzen. Wilson und Geffen haben, soviel steht fest, ein wunderschönes, melancholisches Kleinod geschaffen, bei dem die leisen Töne überwiegen. Der Rezensent wischt sich verstohlen eine Träne aus dem Knopfloch und zieht den Hut vor einem großen, kleinen Werk.

(Markus Bellmann)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Blackfield
  • Lullaby

Tracklist

  1. Open mind
  2. Blackfield
  3. Glow
  4. Scars
  5. Lullaby
  6. Pain
  7. Summer
  8. Cloudy now
  9. The hole in me
  10. Hello
Gesamtspielzeit: 36:51 min

Im Forum kommentieren

Felix H

2017-03-08 09:52:44

Oh, guter Hinweis. Wollte mir die auch noch mal nachkaufen, aber sowas Amateurhaftes kann ich ja gar nicht haben.

quasinebenbei

2017-03-08 09:20:11

Ich auch. Gebraucht gekauft. Dann nochmal neu für über 20 Ocken zum Verschenken. War da dann auch so.
Da hilft nur verlustfrei rippen und bei allen Titeln exakt 2 s wegschnippeln. Dann stimmt auch wieder der Übergang zu Lullaby...

Bruchpilot

2011-11-16 04:50:55

http://www.amazon.de/review/R2CSG5GAIK7K77/ref=cm_cr_pr_viewpnt#R2CSG5GAIK7K77

Leider habe auch ich vor ca. 1/2 Jahr bei cdwow.net solch eine Kackpressung (mit 2 Sekunden zwischen jedem Track) erwischt :(

frägende Ente {nur echt mit kleinem F}

2011-04-03 19:28:53

Wat heißt denn "Blackfield" überhaupt? Schwarzfeld?

Elfnarzo

2009-01-20 14:10:12

Spiegel Online Video über Aviv Geffen:

www.spiegel.de/video/video-46525.html

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