Atreyu - The curse

Victory / Soulfood
VÖ: 05.07.2004
Unsere Bewertung: 5/10
5/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
7/10

Ausgebrannt

Grunz und bolz und gurgel. Gift und Galle kotzen Atreyu einem einmal wieder entgegen. Da Metal auch ohne Vokuhila und Lederfummel poltert, ging "Suicide notes and butterfly kisses" dann auch ziemlich oft über die Ladentheke. Es sei ihnen gegönnt. Zumal die Scheibe ja beileibe nicht schlecht war. Atreyu spielen ihre Hardcore-Roots voll aus und wähnen damit seltsamerweise hauptsächlich Genre-Fremdlinge im Rücken. Weil der Sound ja fast so Metal ist, wie nur geht. Das wird sich mit "The curse" nicht ändern. Eher im Gegenteil. Es rappelt im Karton.

Double-Bass und Keif-Attacken. Und dann fahren Atreyu ihre Fühler aus, kopieren Hardrock-Riffs, die man eigentlich unter "Vorsicht, Klischee!" einsortieren würde, und basteln daraus mit "Right side of the bed" die erste Auskopplung. Willkommen in den Achtzigern. Das paßt einfach. Weil auch sonst der Haussegen ein wenig schief hängt. Die saubere Produktion tötet den rauhen Gesamtcharakter, der den Vorgänger noch ziemlich sympathisch machte.

Immerhin agieren Atreyu auf technisch überzeugendem Niveau. Ist ja auch schon was. "The curse" mag zwar vielerlei Schubladen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner bringen, doch das alles fordert unüberhörbar seinen Tribut. Durchschaubarer war er wohl selten, dieser Metal-Core. Fressekloppen vs. Schmusekurs, Prügel vs. Melodie. In ziemlich konstruiert wirkender Eintracht. Wirklich komplett ohne Extreme. Glattgebügelt wie schon lange nichts mehr.

Nichtsdestotrotz hat "The curse" neben Lautstärke noch was auf seiner Seite. Den tollen Schluß von "The crimson" zum Beispiel, bei dem Atreyu unter Beweis stellen, daß sie die Sache mit der Dramatik doch noch nicht ganz verlernt haben. Oder eine kraftvolle Stimme am Mikro, die tatsächlich singen kann. Wenn mal nicht gerade wieder ohne Durchschlagskraft rumgeraunt wird. Wirklich toll ist aber eher selten irgendwas auf diesem "The curse". Effektiv vielleicht. Zielgruppengerecht bestimmt auch. Mundgerecht portioniert sowieso. Aber ganz schön schal. Emotion is dead.

(Sven Cadario)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Bleeding mascara
  • Demonology and heartache

Tracklist

  1. Blood children (An introduction)
  2. Bleeding mascara
  3. Right side of the bed
  4. This flesh a tomb
  5. You eclipsed by me
  6. The crimson
  7. The remembrance ballad
  8. An interlude
  9. Corseting
  10. Demonoly and heartache
  11. My sanity on the funeral pyre
  12. Nevada's grace
  13. Five vicodin chased with a shot of clarity
Gesamtspielzeit: 43:27 min

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