Something For Kate - The official fiction

Murmur / Sony
VÖ: 03.05.2004
Unsere Bewertung: 6/10
6/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
8/10

Das magische Auge

Keine Ahnung, wer diese Kate ist. Oder mit welchem Etwas sie beschenkt wird. Something For Kate sprechen gerne in Rätseln, nicht nur im Bandnamen. Und das mit Nachdruck. Wie Hypnotiseure, die locker aus dem Handgelenk ihre Pendel schwingen. "So the start is my seed at 37,000 feet / Forwards, backwards and underneath / Your last word turns like a cyclone just outside my window", verzweifelt Paul Dempsey gleich im Opener mit dem vielsagenden Titel "Max Planck". Und sehnt sich nach einer "chain reaction". Die Physik der Gefühle kann schmerzhaft sein. Aus höchster Höhe zurück auf den Boden. Der Schwerkraft sei Dank.

Wir kennen das ja: Irgendwann weiß man nicht mehr, wo oben und unten ist. Und wenn man vom vermeintlichen Ende der Welt, aus down under, Australien, kommt, ist das offenbar nicht viel anders. Something For Kate sind Superstars in ihrer Heimat. "The official fiction" ist dort nach der Veröffentlichung im August letzten Jahres auf Platz Eins der Albumcharts geprescht. Kein Wunder. Schließlich ist da unten im August Winter, und Bedarf für schwebend-jammernde Klänge besteht ohnehin 365 Tage im Jahr.

Man könnte "The official fiction" guten Gewissens "Kuschel-Grunge" nennen und mit Lifehouse oder The Calling in eine Reihe stellen, wenn da nicht diese Eigenheiten wären. Keineswegs musikalischer Art, denn der glattgebügelte Sound läßt jede Hausfrau vor Neid erblassen. Es ist vielmehr die wohlige Stimmung, die sich durch "The official fiction" zieht und dafür sorgt, daß man sich immer wieder davon berieseln läßt. Und es sind die einnehmenden Lyrics, die vergessen machen, wie ähnlich sich die 13 Songs doch sind. In einfachen, aber wirkungsvollen Worten wird das übliche Geliebtwerden und Nichtgeliebtwerden thematisiert, aber auch immer mal wieder die Welt als solches. "This is how we come and go / With ghosts for memories and memories for ghosts / But no one sees anything", singt Paul Dempsey mit beschwörender Stimme. Plötzlich wird unser Blick glasig. Hypnose tritt ein. Das weckende Schnipsen kann gerne noch eine Weile ausbleiben.

(Armin Linder)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Max Planck
  • Light at the end of the tunnel
  • Letter to the editor

Tracklist

  1. Max Planck
  2. Best weapon
  3. Song for a sleepwalker
  4. Kaplan / Thornhill
  5. Light at the end of the tunnel
  6. Letter to the editor
  7. Déja vú
  8. Reverse soundtrack
  9. Coldwater canyon
  10. Souvenir
  11. Moving right along
  12. Asleep at the wheel
  13. No man's land
Gesamtspielzeit: 53:37 min

Im Forum kommentieren

jo

2006-01-30 18:45:10

Bei mir werden wohl die beiden letzten Alben (also 'Echolalia' und 'The Official Fiction') weiterhin als Favoriten gelten. Die Alben vor diesen sehe ich zwar keineswegs als schwach an, aber für mich stechen da jeweils nur einzelne Songs heraus, wogegen die letzten beiden quasi nur starkes Material zu bieten haben. 'Beautiful Sharks' war aber jedenfalls der erste Schritt in die richtige "Albumrichtung". Sehr in sich geschlossen, vielleicht teils noch etwas "progressiver" als später, aber die Atmosphäre, die die Band mittlerweile transportiert, wurde erst später erreicht. Ansätze gab es hier aber schon genug...

Pure_Massacre

2006-01-26 11:45:49

Ich schreibs einfach mal hier rein, man muss ja nicht für alles einen neuen Thread aufmachen.

Die "Beautiful Sharks" lief in letzter Zeit mehr als nur ab und an in meiner Anlage. Für mich sind da (soweit ich das beurteilen kann) mit die stärksten "Something for Kate"-Songs überhaupt drauf. Der Titelsong ist so ein herrlich schöner, intimer Ohrwurm, die Gitarren in "Big screen television" klingen so verdammt toll (und nicht nur die Gitarren) und der Opener kann auch so viel. Damit ist die Platte in meinen Ohren auf gleicher Höhe mit "Echolalia". "The official fiction" ist aber noch immer der Everest unter den SFK-Alben.

jo

2004-10-03 12:16:48

das b-seiten album ist übrigens auch locker den kauf wert. und kostet, darüber hinaus - trotz, dass es ein doppelalbum ist - nicht mehr als ein "normales" album.
ich kannte einige b-seiten und war daher eher skeptisch, ob das ganze album mit diesen glanzlichtern mithalten kann; ich bin jedoch mehr als positiv überrascht worden. was diese band von 1997-2004 an b-seiten produziert hat, muss sich nicht hinter album-songs verstecken. wirklich sehr gut.

jo

2004-08-10 21:01:23

freut mich, dass ich da mal 'n "guten tipp" geben konnte ;).

genau das ist es auch, was mich an dieser band fasziniert. dieses "unscheinbare" (doofer ausdruck - weiß aber nicht, wie ich das sonst ausdrücken soll), vermeintlich "einfache" an der musik, was aber immer mehr "wächst" und "intensiver" wird. auch die "melodieführung in der stimme" ist wahrlich "exzellent".
ich dachte auch nicht, dass die das live annähernd erreichen - das genaue gegenteil wurde mir bewiesen. seitdem (was man hier auch nachlesen kann ;) ) bin ich noch mehr begeistert von der band.

Obrac

2004-08-10 20:49:14

Mittlerweile ist mir die Platte echt ans Herz gewachsen. Die Stimmung, die die Band transportiert hat definitiv was. Exzellent!

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