Really Good Time - Affirmations
RGT / Chromer IndustrialVÖ: 07.08.2026
Seid versichert
Würden Sie diesen Männern eine Versicherung abkaufen? Die sich Wastefellow, Ado Tornado und Jacque LeCoq nennen? Hihi. Na, wir waren ja alle mal jung. Und zum Glück verkaufen Really Good Time ja keine Policen, sondern hoffentlich bald eine Menge Platten und Tickets. Es wäre ihnen jedenfalls zu gönnen, denn mit diesem Trio kann man eine wirklich gute Zeit haben.
Irland, Schmelztiegel des modernen Post-Punk, mal wieder. Wobei, ist das überhaupt Post-Punk hier? Klar, die Band tritt ohne viel Gewese in klassischem Bandsound – Gitarre, Bass, Schlagzeug – an, verbindet aber die Düsternis des Genres, die sich insbesondere in den Texten widerspiegelt, mit einer dynamischen Herangehensweise und einem Hang zu fast fröhlichen Melodien. Mit Fuzzpedal und Lärmmomenten, versteht sich. Aber vor allem mit einer Tanzbarkeit bis hin zu einer gewissen Verwandtschaft zu den frühen LCD Soundsystem. Und Verbindungen haben die Dubliner auch schon einige geknüpft, wie Touren mit Gurriers, The Murder Capital oder Franz Ferdinand belegen.
Die ersten Stücke fliegen wie im Rausch dahin. "On Dublin bus" wird gnadenlos vom Schlagzeug vorangetrieben, die Gitarren wirbeln drumherum. "Do it" ist ein unverschämt poppiger Zweieinhalbminüter, kein Wunder, dass das irische Fernsehen ihn zur Untermalung seiner Fußball-WM-Sendung ausgewählt hat. Und Songtitel haben sie ebenfalls drauf. Nicht nur das kuriose Outro "Peter Hayes is not who he says he is" beweist das, sondern vor allem "Bob Dylan was on Pawn Stars in 2010". Als Sänger Wastefellow – der eigentlich Diolmhain Ingram Roche heißt – vor Jahren beim Prokrastinieren auf YouTube entdeckte, dass die alte Legende damals in einer Folge dieser unsäglichen Reality-TV-Sendung (deutscher Titel: "Die Drei vom Pfandhaus") mitwirkte, fiel sein jugendliches Ich kurz vom Idealismus ab. Doch später wurde ein raffiniert kryptischer Song daraus.
Nachdem die ersten sechs Tracks in klassischer Songlänge und gehörigem Drive in gut 22 Minuten durchgeknattert sind, nehmen sich Really Good Time für die folgenden drei Stücke genauso viel Zeit. "Dig up, stupid" gönnt sich erst einmal ein sphärisches Intro, bevor die Sägezähne einsetzen und wieder Gas gegeben wird. Nach vier Minuten wird der Noise-Regler nach rechts gedreht, und irgendwann ist da nur noch Rauschen. Der folgende "Toadman" groovt sich zunächst stabil durch einen eingängigen Song, bis die Band die Bühne verlässt und die Gerätschaften den Schluss alleine unter sich ausmachen. Und "Life, life" baut seine Albtraumgeschichte ganz allmählich auf, wird dann immer mehr zum mächtigen Rocksong, um in den letzten zwei der achteinhalb Minuten komplett zu zerfasern. Diese Dreiviertelstunde ist eine Really Good Time, indeed.
Highlights & Tracklist
Highlights
- On Dublin bus
- Bob Dylan was on Pawn Stars in 2010
- Dig up, stupid
- Life, life
Tracklist
- On Dublin bus
- Do it
- Shit one
- The love song
- Bob Dylan was on Pawn Stars in 2010
- Best medicine
- Dig up, stupid
- Toadman
- Life, life
- Peter Hayes is not who he says he is
Im Forum kommentieren
Thom Best
2026-08-11 14:55:30
F*ck! Darauf hätten wir in der Redaktion echt mal kommen können. Super Idee! Armin? Ändern? ;-)
Hier stand Ihre Werbung
2026-08-11 11:09:01
Alternative Überschrift: Egal wo du auch bist, es ist immer Zeit für eine Banane.
MickHead
2026-08-07 09:52:20
Jetzt komplett bei Bandcamp:
https://reallygoodtime.bandcamp.com/album/affirmations-2
CLASH 8/10
https://www.clashmusic.com/reviews/really-good-time-affirmations/
Armin
2026-07-29 21:26:36- Newsbeitrag
Frisch rezensiert.
Meinungen?
MickHead
2026-07-07 12:28:29
4. Song "The Love Song"
https://youtu.be/q0rtHfttzKc?si=lJqvE609Ct1uTwAu
Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.
Referenzen
Spotify
Threads im Forum
- Really Good Time - Affirmations (6 Beiträge / Letzter am 11.08.2026 - 14:55 Uhr)
