A.A. Williams - Solstice

Reigning Phoenix / Edel
VÖ: 05.06.2026
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 9/10
9/10

Melodrama-Queen

Es ist nun wirklich keine neue Erzählung, dass vielerlei Musik einen angemessenen Anlass benötigt. Entsprechend fröhliche Partykracher machen sich insbesondere dann gut, wenn Wetter und Umstände zum Herausgehen einladen – im Gegenzug bespaßen finstere Gitarrenriffs insbesondere die düsteren Tage des Jahres. Natürlich gilt auch für die Künstlerin A.A. Williams ein solches Gleichnis, sonst wäre ja diese gesamte Einleitung sinnfrei. Einen besonderen – wie es so schön heißt – Vibe bringt die britische Musikerin mit, passend dazu war der Albumtitel "Songs from isolation", unter dem sie so einige Cover während der Zeit versammelte, die meist vor dem Bildschirm oder allein zu Haus stattfand.

Ihr neuestes Studioalbum heißt "Solstice" und setzt den bisher eingeschlagenen Weg unablässig fort. Die elf neuen Songs sind wiederum in Schwermut ertränkt, schleppen sich teils brachial durch eine Stunde und sind vor allem durch eines dominiert: ihre feine Stimme. Samtweich und tiefdüster zugleich, daraus lässt sich etwas machen, zusammen mit Kolleginnen wie Emma Ruth Rundle, GGGOLDDD oder Louise Lemón bespielt Williams eine gewisse musikalische Nische. Doch während etwa Chelsea Wolfe oder Anna von Hausswolff es auch mal richtig krachen lassen, hält Williams jederzeit die Stimme im Zaun.

Leisetretend ist das Ganze jedoch mitnichten, nicht umsonst findet sich hierfür auch die Spezialbeschreibung "gaian doom": Ein musikalischer Mix aus Doom, Sludge, aber auch Folk und Ambient. Im Falle von "Solstice" sogar mit einem gewissen Pop-Appeal. Selbst wenn "Little by little" kein weiteres "Isolation"-Cover etwa von Oasis ist, taugt der Song dank seiner gesungenen Melodiebögen zu einem guten Ohrwurm. Ebenso wie im Opener "Poison" der Refrain "pull me under / take me to the very edge" zusammen mit den schweren Gitarrenriffs eine sehr schöne Kombination ergibt, wobei er in ein klassisches Laut-Leise-Schema einsteigt. Ambientklänge hier, "wall of sound" – Ausbruch dort.

Diese Masche, Gegensätzliches zu verbinden, die im Post-Rock üblichen Aufbauten zu nutzen, ist sicherlich nicht neu, aber eben von Williams clever in Szene gesetzt. Was als Pianoballade beginnt, endet oft genug im Maximalsound. Und wenn, wie in "I've seen enough" die Ballade auch mal als solche durchgespielt wird, wird es trotzdem nicht langweilig. Schon allein, weil sie zu jeder Sekunde einlädt, dabei zu bleiben, die Schritte gemeinsam zu gehen. Es ist nahezu physisch greifbar, wie Williams Ton um Ton schichtet, Wort um Wort in völliger (gesungener) Klarheit aneinanderreiht, um die elf Kleinode zu konstruieren. Es ist die große Stärke von "Solstice" – und auch der Alben davor – dass der geforderten und geförderten Stimmung kein Abbruch getan wird. Ihre Musik ist gemacht, darin zu versinken, am geeignetsten ist dafür sicherlich die tiefste Nacht.

(Klaus Porst)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Poison
  • Little by little
  • Breathe

Tracklist

  1. Poison
  2. Wolves
  3. Little by little
  4. Hold it together
  5. Outlines
  6. I've seen enough
  7. The veil
  8. Just a shadow
  9. It won't rain forever
  10. Breathe
  11. The gentle harm
Gesamtspielzeit: 58:19 min

Im Forum kommentieren

Sick

2026-06-25 21:35:48

"Breathe" ist geil. Hammersong.

Plattentests.de-Sammelaccount

2026-06-10 21:22:12- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

Meinungen?

Mawi09

2026-06-05 22:15:04

Ich mochte die Singles und jetzt nach dem ersten Hören gefällt mir auch das gesamte Album sehr gut. Melancholische Musik mit einem leicht düsteren Touch. Wem Chelsea Wolfe gefällt, könnte das auch zusagen.

MickHead

2026-06-05 08:17:39

Jetzt komplett bei Bandcamp:

https://aawilliams.bandcamp.com/album/solstice

MickHead

2026-04-22 23:37:13

2. Song "Poison"

https://youtu.be/nqD7OauxaTo?si=SCCcq8xv0tZXaO3w

Tracklist:

1. Poison
2. ⁠Wolves
3. ⁠Little By Little
4. ⁠Hold It Together
5. ⁠Outlines
6. ⁠I’ve Seen Enough
7. ⁠The Veil
8. ⁠Just A Shadow
9. ⁠It Won’t Rain Forever
10. ⁠Breathe
11. ⁠The Gentle Harm

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