100 Demons - Embrace the black light

Closed Casked Activities / SPV
VÖ: 05.06.2026
Unsere Bewertung: 8/10
8/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
8/10

Totgeglaubte wüten besser

Der Begriff "Comeback-Album" wird im Musikjournalismus inflationär verwendet, bei "Embrace the black light" ist er aber wohl angemessen. Vor 22 Jahren erschien das letzte Album von 100 Demons. Damals war Metalcore endgültig aus dem Untergrund in den Mainstream aufgestiegen, dank erfolgreicher Alben wie "The end of heartache" von Killswitch Engage. Mit deren Wechselspiel aus tiefen Growls und Klargesang hatten 100 Demons nichts zu tun, sie setzten auf unbequemes und kompromissloses Geknüppel. Und als hätten sie plötzlich die Lust am Metalcore verloren, verschwanden sie nach ihrem zweiten Release von der Bildfläche. Um nun endlich lautstark zurückzukehren.

Die zwischenzeitlich deutlich ergrauten Herren aus Waterbury im US-Bundesstaat Connecticut haben in den Jahren nichts an Aggressivität und Wucht eingebüßt. Sie spielen konsequent ihren Stiefel runter – und der holt mit Stahlkappen versehen zum Roundhouse-Kick aus. Kritiker*innen werfen dem klassischen Metalcore oft Formelhaftigkeit und Redundanz vor und loben dafür die Experimentierfreude von Bands wie Sleep Token und Bad Omens. 100 Demons ersticken mit brachialer Gewalt und einem herrlich gestrigen Sound jede missgünstige Kritik im Keim. Was ungekünstelten metallischen Hardcore angeht, wird ihnen in diesem Jahr niemand so schnell das Wasser reichen. Frontmann Pete Morcey wütet mit angepisster Stimme durch die zwölf Tracks, die beiden Gitarristen brillieren mit technischer Präzision beim Opener "The nightmare" oder dem großartigen "Meat for the beast". Am Bass ist mit Sean Martin, dem langjährigen Lead-Gitarristen von Hatebreed, eine echte Szenegröße am Werk. Erschien das letzte Album noch beim damals extrem angesagten Label Deathwish Inc., ist die Band für "Embrace the black light" zu Closed Casket Activities weitergezogen. Dort veröffentlichen neben SPY, Incendiary oder Nails auch Twitching Tongues ihre Musik, die beim Song "Cold wind of the crossroads" zu hören sind.

Aufgrund des Bandnamens und des Albumcovers könnte man inhaltlich nichtssagende Horror-Stories von 100 Demons erwarten, wird aber von der Ernsthaftigkeit der Lyrics überrascht. Die bekennenden Agnostiker arbeiten sich immer wieder am religiösen Fanatismus ab. "Häxan hammer" nimmt den kollektiven Wahnsinn der Hexenverbrennungen als Metapher für das Unterjochen von Andersartigen. Der Track ist deutlich näher am Thrash-Metal der Achtziger als am Hardcore, mit langen Gitarrenpassagen und einem Gesangspart von Morcey. "Made for nothing" erinnert an alte Hatebreed-Nummern, bei "Through seven eternities" werden die anfangs schleppenden Gitarren von Drummer Rich Rosa fulminant Richtung Circle Pit getrieben. Der letzte Song, "Spiritual obliteration", ist ein anti-religiöses Manifest und zeichnet ein Bild spiritueller Leere. Doch so finster und nihilistisch die Texte von 100 Demons auch sind, die Lust am Metalcore hat die Band nicht verloren und feiert ein furioses Comeback.

(Andreas Rodach)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Made for nothing
  • Meat for the beast
  • Häxan hammer
  • Night parade of 100 demons

Tracklist

  1. The nightmare
  2. Made for nothing
  3. Through seven eternities
  4. Meat for the beast
  5. Nail it shut
  6. Cold wind of the crossroads (feat. Twitching Tongues)
  7. Häxan hammer
  8. Night parade of 100 demons
  9. Foul
  10. Werewolves at the wall
  11. Return to zero
  12. Spiritual obliteration
Gesamtspielzeit: 36:41 min

Im Forum kommentieren

sizeofanocean

2026-06-19 21:52:51

der Wüterich am Mikro zu Gast bei HardLore:

https://youtu.be/Wm0amNB8vl4?si=3IJUqfGRa7CtbAf2

sizeofanocean

2026-06-11 16:41:48

treffend zusammengefasst, passende Punktzahl, das Ding walzt einfach alles nieder

Plattentests.de-Sammelaccount

2026-06-10 21:17:52- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

Meinungen?

sizeofanocean

2026-06-05 13:38:05

handle with care

Sneedlewoods

2026-06-05 12:45:23

Dann werde ich mal vorsichtig reinhören. Wie heißt es so schön?
If it`s too loud you`re too old

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