Basement - Wired

Run For Cover / Cargo
VÖ: 08.05.2026
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 6/10
6/10

Wenn es passiert

Was haben Zara Larsson ("Lush life"), The Neighbourhood ("Sweater weather") und Basement gemeinsam? Sie alle haben ein Lied, das mindestens zehn Jahre alt ist und durch soziale Medien einen zweiten Frühling erlebt. Man ist eben nur so aktuell, wie der Algorithmus es hergibt. Es ist eine typische Anekdote unserer Zeit, dass der Song "Covet" vom mittlerweile zwölf Jahre alten Basement-Album "Colourmeinkindness" der Band 2024 durch TikTok "Gold" einbrachte. Der einzige Fixpunkt im Leben eines Liedes scheint wohl das Erscheinungsdatum zu sein; alles, was danach geschieht – ob Erfolg, Misserfolg oder ewiger Geheimtipp –, passiert ohne Zutun der Band. Sie sind kein Teil eines zielstrebigen Prozesses auf dem Strahl der Zeit.

Das letzte Basement-Album erschien 2018 – zwei Jahre, bevor die Welt für mehrere Jahre stillstand und bevor die Band sich in dieser Zeit beinahe auflöste. Mehrere Jahre der Introspektion und zahlreiche Gespräche entfachten schlussendlich dann doch wieder das kreative Feuer, und nun ist "Wired" hier. Nach so einer langen Pause ist die erste Frage, ob eine Rückkehr mit neuem Material überhaupt nötig gewesen wäre. Doch schon das eröffnende Duo aus "Time waster" und "Wired" beantwortet diese Frage mit einem klaren "Ja". Beide Songs versprühen die Basement-typische sommerliche Grundstimmung und zeigen, dass es eine gute Entscheidung der Band war, nicht einfach zu verschwinden.

Basement machen immer noch Musik, die in der Schnittmenge zwischen Rock, Punk und manchmal Hardcore liegt. Die beiden Pole, die sich auf "Wired" metaphorisch die Hände reichen, sind Entladung und Entspannung. "Sever", "Pick up the pieces" oder "The way I feel" sind dafür gemacht, in einer Live-Umgebung erlebt zu werden. Auf der anderen Seite stehen die wunderbar entspannten "Broken by design" und "Head alight" sowie das melancholische "Embrace". So fühlen sich die vertonten letzten Sonnenminuten eines Tages an. Die Produktion von John Congleton (St. Vincent, Mannequin Pussy) sorgt dafür, dass es nach musizierender Band und nicht nach Pro Tools klingt. Basement wirken frisch, ohne sich selbst zu recyceln: Wiedererkennung ohne Wiederholung.

"So alive and so divine", heißt es im Opener "Time Waster". Dass die Band noch lebendig ist, hätten sicherlich nicht viele gedacht. "Who's listening now?", fragt der Closer "Summer's end". Viele hören zu – wieder einmal nach mehreren Jahren Pause. Jeder Song auf "Wired" wartet nur darauf, entdeckt zu werden: zwölf musikalische Zeitpunkte, die noch geschehen werden. Vielleicht in diesem Frühling oder vielleicht auch erst im nächsten Jahrzehnt. Die Sonne und das Gefühl werden ihnen recht geben.

(Thomas Verkamp)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Broken by design
  • Embrace
  • Head alight

Tracklist

  1. Time waster
  2. Wired
  3. Deadweight
  4. Broken by design
  5. Pick up the pieces
  6. Embrace
  7. Sever
  8. The way I feel
  9. Satisfy
  10. Head alight
  11. Longshot
  12. Summer's end
Gesamtspielzeit: 37:32 min

Im Forum kommentieren

sizeofanocean

2026-05-23 11:47:52

packt mich irgendwie so gar nicht, ähnliche Entwicklung wie bei den Beatsteaks nach der Living Targets damals, die Energie ist weg, alles plätschert nur noch vor sich hin...

Armin

2026-05-20 21:23:15- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

Meinungen?

fluppeaufex

2026-05-18 15:38:42

"Pick Up The Pieces" ist jetzt schon einer der Top 10 Songs in diesem Jahr.

HerrH.

2026-05-12 09:29:09

Tolle Musik, aber zumindest die Gitarren sind in meinen Ohren scheiße weil zu leise abgemischt, vor allem da, wo's bratig wird! In den ersten Tagen hab ich mich gewundert, dass ich den Player immer lauter drehen muss ("Vielleicht sind die Songs ja so gut, dass ich dass intuitiv aufdrehe"). War dann gestern mit adaptiven Kopfhörern unterwegs, das hat gar nicht funktioniert... Schade...

diggo

2026-05-10 21:49:57

Die Vorabsongs haben nicht zu viel versprochen. Wie erwartet sehr abwechslungsreich geworden. Gefällt mir auf Anhieb ausserordentlich gut. Ganz starke Songs. Schwierig, Highlights herauszupicken. Bisher stechen am ehesten der Titeltrack, der Opener und „Pick Up The Pieces“ hervor.

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