The Black Keys - Peaches!
Easy Eye Sound / WarnerVÖ: 01.05.2026
Pausenlos
Das fünfte Album binnen sechs Jahren: The Black Keys gönnen sich und uns keine Pause. Seit 2021 haben Dan Auerbach und Patrick Carney ein außerordentliches Veröffentlichungstempo an den Tag gelegt und dabei nicht nur eine Vielzahl an Eigenkompositionen zum Strahlen gebracht, sondern den Blick auch in das unerschöpfliche Archiv der Musikgeschichte gerichtet. Den Auftakt zum jüngsten Albenquintett machte "Delta kream", auf dem das Duo aus Akron im US-Bundesstaat Ohio Klassisches und Randständiges aus den Weiten des Bluesrocks ins eigene Soundgewand kleidete. Fünf Jahre später deutet schon das Cover an, dass die Angelegenheit in die gleiche Richtung geht: Fotograf William Eggleston hat wieder einen scheinbar zufälligen Shop am Wegesrand abgelichtet, Michael Carney, Bruder des Schlagzeugers Patrick, zeichnet erneut für das schlichte Artwork mit Wiedererkennungswert verantwortlich. Und tatsächlich: "Peaches!" verneigt sich, dieses Mal zehnfach, tief vor vielfältigen musikalischen Einflüssen.
Für Auerbach war der Gang ins Studio ein Mittel, um mit niederschmetternden Nachrichten umzugehen: Die Krebsdiagnose bei seinem Vater Chuck bestimmte die Gedanken, kurze Zeit nach den Aufnahmen verstarb er. Kreative Ablenkung sollte also, soweit das überhaupt möglich ist, ein Stück Normalität im schwierigen Alltag bedeuten – rein ins Studio, Türen zu, ab dafür. The Black Keys stöbern für uns also mal wieder durch das Plattenregal und fördern ein Fundstück nach dem anderen zutage. "Where there's smoke, there's fire", der Opener dieses rund dreiviertelstündigen Spaziergangs durchs prall gefüllte Archiv, wurde im Original von Willie Griffin vor über vier Jahrzehnten komponiert. Auerbach und Carney tragen es nun beeindruckend souverän und unaufgeregt lässig vor und setzen den Ton für alles Folgende – modern, traditionsbewusst und erfrischend anders.
Ihnen wie auf den Leib geschneidert wirken die Stücke aus fremder Feder, wie es ja schon auf "Delta kream" der Fall war. Arthur "Big Boy" Crudup lieferte die Vorlage zu "Who's been foolin you", selbstredend darf Junior Kimbrough nicht fehlen, der mit dem starken "Tomorrow night" vertreten ist. Ein großer Name unter den vielen hier ist Neil Young, dessen "It's a dream" als Song aus dem Jahr 2005 im Vergleich zu den meisten anderen als nahezu jung gelten darf. Dass "Peaches!" durchgehend angenehm roh und spontan klingt, ist das Ergebnis seiner Entstehungsgeschichte. Das Duo spielte die Songs in nur wenigen Tagen ein, maximal der jeweils zweite Versuch landete schließlich auf dem in Eigenregie produzierten Endprodukt. Nach dem zumindest in Teilen rätselhaften "No rain, no flowers" stimmt dieses Coveralbum in jedem Fall optimistisch, dass die Formkurve der Band wieder nach oben zeigt. Vielleicht würde zumindest ein etwas längeres Innehalten guttun und die Sinne für das, was hoffentlich noch aus Akron zu uns herüberkommt, schärfen. Fleiß allein führt nicht immer zum Ziel.
Highlights & Tracklist
Highlights
- Where there's smoke, there's fire
- Tomorrow night
- She does it right
Tracklist
- Where there's smoke, there's fire
- Stop arguing over me
- Who's been foolin' you
- It's a dream
- Tomorrow night
- You got to lose
- Tell me you love me
- She does it right
- Fireman ring the bell
- Nobody but you baby
Im Forum kommentieren
fuzzmyass
2026-05-18 10:46:29
Ich persönlich finde ja "Let's Rock" schon recht gut, aber signifikant schwächer als Delta Kream, Ohio Players und Peaches!
Zudem finde ich Ohio Players schon recht kreativ... das schwächste Album ist IMO Dropout Boogie, No Rain No Flowers ist auch nicht ganz so gut wie die genannten
JohnWesley
2026-05-18 09:59:37
Die beiden "BLack Keys" könnten auf diesem Originalität- und Kreativitätlevel ganz bestimmt auch zwei oder drei Alben pro Jahr veröffentlichen.
Für eine Schwofsause in einer Schulaula würde ich sie buchen, sie sind eben zu einer reinen Partyband mutiert.
Das letzte mittelprächtig gute Album war für mich "Let's Rock".
Um ein herausragendes Album zu kreieren sollten sie sich einmal richtig viel Zeit nehmen, und einen Qualitätskontrolleur zu Rat ziehen.
fuzzmyass
2026-05-11 12:40:16
Ja, Delta Kream mag ich auch ein wenig lieber... aber das hier ist auch recht rough finde ich.... eventuell in Harmonien und Melodien einen kleinen Ticken souliger, aber auch sehr tief bluesig
Kojiro
2026-05-11 12:14:53
Mhmm, ich fand Delta Kream ehrlich gesagt wesentlich stärker. Da gefiel mir der roughere, bluesigere Sound. Kann man hören, aber brauche ich vermutlich nicht auf Vinyl.
fuzzmyass
2026-05-11 09:01:06
Geiles Album! Wer Delta Kream mag - das ist dann quasi das Geschwisteralbum
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