Mesh - The truth doesn't matter

Dependent / Broken Silence
VÖ: 27.03.2026
Unsere Bewertung: 8/10
8/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
8/10

Bristol boys do it better

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Alles braucht seine Zeit. Und gut Ding will Weile haben. Jaja, schon klar. Aber wie ist es denn nun, das neue Mesh-Album, auf das die Fans eine ganze Dekade warten mussten? Um es kurz zu machen: Die lange Wartezeit gilt es unbedingt zu verzeihen, denn "The truth doesn't matter" ist ein funkelndes Highlight. Vom ersten bis zum letzten Ton. 16 sehr gute Songs, kein einziger Skipper. Und dann nimmt sich das Duo aus Bristol auch noch fast 70 Minuten Zeit, als hätten sie nie etwas von verkürzter Aufmerksamkeitsspanne gehört. Zum Glück. Wenn Mark Hockings von großen Themen singt, kann auch das Herz einer Post-Hardcore-Freundin nichts anders als schmelzen. Nähe, Entfremdung und die Irrungen und Wirrungen unserer Zeit. Wie heißt es in "This world": "It doesn't make you wrong / If it doesn't make you happy". Für dieses Album jedoch gilt: It doesn't make you wrong / If it does make you happy.

Dabei klingt alles ganz fantastisch. Ob Richard Silverthorn analoge und modulare Synthesizer in "A storm is coming" zu einem wundervollen Effektgewitter verschmelzen lässt oder es in "Trying to save you" einfach ganz klassisch nach Mesh anmutet – Synth-Pop at its best. Verhaltener instrumentiert und balladig angehaucht, berührt Hockings Gesang in "Hey stranger" dann sogar noch intensiver. Die Songs haben durchweg ausgeprägtes Ohrwurmpotenzial und "Hey stranger" liefert sich ein knappes Rennen um den Platz des Album-Highlights. Denn mit 909-Bassdrum und feinem Sidechain-Kompressor gatet sich "Exile" Richtung Clubhit. Sogar süße Gitarrenklänge wurden in die Klimax geschmuggelt. Selbst das Interlude "1031030" ist beinahe schon absurd gelungen und hätte gerne auf voller Tracklänge ausgearbeitet werden dürfen.

Der außerordentlich feinpolierte Klang des Albums ist dabei nicht zuletzt dem zusätzlichen Produzenten Olaf Wollschläger geschuldet, der neben der langjährigen Zusammenarbeit mit Mesh außerdem als eine Hälfte des Duos Vorsprung Durch Technik und in Kennerkreisen für den elektronischen Geheimtipp Weltraumorgel bekannt ist. Dieses Album klingt durchgehend so, wie man sich modernen Synth-Pop wünscht. Präzise, druckvoll und mit genau der richtigen Portion Glanz. Da Wollschläger bei den Liveauftritten der Band für den Sound zuständig ist, klingen diese dann ebenfalls schön knackig und körperlich. Die vibrotaktile Wahrnehmung dankt.

Für Rätselfreunde hat Hockings, der auch Artwork und Cover selbst gestaltete, noch ein kleines Schmankerl eingearbeitet. Die kleinen Punkte und Striche ganz unten auf dem Cover entpuppen sich als geschriebener Morsecode, dessen Entschlüsselung die treue Fanbase mit Begeisterung in den einschlägigen Online-Foren vorantrieb. Ob dort auch Martin Gore miträtselte, bleibt Spekulation. Auch wenn sich das Gerücht hartnäckig hält, dass der Depeche-Mode-Mann gelegentlich Gefallen an Mesh-Konzerten findet. Während dann der letzte Song "Be kind" läuft und die frühen New-Order-Platten aus der Ferne zu winken scheinen, intonieren wir nun alle gemeinsam "Just be kind to each other."

(Jasmin Klemm)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • A storm is coming
  • Trying to save you
  • Exile
  • Hey stranger

Tracklist

  1. The truth doesn't matter
  2. A storm is coming
  3. I lost a friend today
  4. Polygraph
  5. Trying to save you
  6. Bury me again
  7. I bleed through you
  8. Kill us with silence
  9. 1031030
  10. This world
  11. Exile
  12. Everything as it should be
  13. Hey stranger
  14. Cipher
  15. Not everyone is lonely
  16. Be kind
Gesamtspielzeit: 69:52 min

Im Forum kommentieren

BunteKuh

2026-04-11 21:36:30

Heute wieder gehört. Top Album. Keine Schwachpunkte. 8/10 vollkommen zurecht.

MasterOfDisaster69

2026-04-11 20:44:31

ja danke stimmt, gute Rezi und ein schoenes Comeback von mesh. Exile und Hey Stranger sind wirklich auf hohem Niveau. Nichts wirklich neues, aber halt auch mit ein wenig Nostalgie fuer alle, die mit Namen wie Depeche Mode, Marc Almond, Bronski Beat, Camouflage was anfangen koennen.

7-8/10

MickHead

2026-04-08 21:18:31

Schöne Rezi. 8/10 vollkommen verdient! Einfach ein tolles Comeback!

Armin

2026-04-08 21:10:23- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

Meinungen?

MickHead

2026-04-05 16:45:32

Laut.de 4/5

https://laut.de/Mesh/Alben/The-Truth-Doesnt-Matter-126778

Klanginstanz vollauf begeistert!

https://klanginstanz.de/mesh-the-truth-doesnt-matter-rezension-2026/?amp=1

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