Motorpsycho - The gaia II space corps

NFGS / Cargo
VÖ: 27.03.2026
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
7/10

Das rockt

Nach einem neuen Album von Motorpsycho ist stets vor dem nächsten. Das ist einerseits eine verlässliche und irgendwie ja auch wunderbare Größe in jedem musikalischen Jahr. Andererseits aber auch eine gewisse Überforderung für jene, die gern tiefer in etwas eintauchen und Veröffentlichungen minutiös enträtseln und entschlüsseln. Ohnehin haben die Norweger ja längst eine Diskografie aufgestapelt, die archivarisch denkenden Menschen eine Menge Arbeit bescheren könnte. Die entsprechend nahezu gesetzmäßig wiederkehrende Frage, was denn wohl dieses Mal auf das zurückliegende Werk folgen könnte, setzte entsprechend nach dem selbstbetitelten Wurf aus dem Jahr 2025 recht unmittelbar ein. Und sie wird mit "The gaia II space corps" kurz und knackig beantwortet. Sieben Stücke, etwas mehr als 35 Minuten: Motorpsycho bleiben sich treu und machen doch wieder einiges anders. Verlässlich eben.

Mit der Vorab-Single "Fanny again, or" hatten Hans Magnus "Snah" Ryan und Bent Sæther, die dieses Mal mit Gitarrist Reine Fiske und Drummer Olaf Olsen zusammengearbeitet haben, den Appetit ihrer Fans angeregt. Das Stück kommt nun tatsächlich als Opener eines Albums daher, das seine Wurzeln dezidiert im kernigen Vorgehen sucht (und findet). Ein kluger Schachzug, denn mit seiner ungebremsten Energie und dem Verzicht auf bandtypische Soundwände setzt der Song direkt den Ton und unterstreicht den ausgeprägten Bock auf – na? – Rock. Der Bass pluckert fein vor sich hin, die Gitarren dürfen flirren, Olsen tobt sich am Schlagzeug aus. Mit einem fluffigen Gefühl, als cruiste man durch outer space, kommt das folgende "The great stash robbery" daher, das einen weiteren Trend des Albums gekonnt fortsetzt: keine allzu komplexen Sachen, bitte.

Als Spaltpilz rückt hernach "TSMcR" ins Bild. Irgendwo zwischen jazziger Verspieltheit, rockiger Nüchternheit und gelegentlich möglicherweise sogar dezent nervtötender Penetranz mundet dieser Beinahe-Fünfminüter wohl nicht in jedem Gemütszustand. "The hornet" und später "The oracle" sind wiederum schlank arrangiert wie ihr jeweiliger Titel und liefern einen weiteren Nachweis dafür, dass Motorpsycho sich immer auch ihrer eigenen Historie entsinnen und die Anhängerschaft auf Spurensuche schicken, an welche ihrer vielen Phasen das alles nun wieder erinnern mag. Dazwischen wartet der Titelsong mit feinen Ideen auf, während ein Coverstück den Schlusspunkt setzt: "Black as night" grüßt voller Bewunderung in Richtung The Frost und schickt das Stück aus dem Jahr 1969, das den Zitierenden wie auf den Leib geschneidert ist, in die Zeitmaschine. Ohnehin liegt hier, an der Schwelle zu den Siebzigern, der Wesenskern von "The gaia II space corps". Und nun? Rasch verdauen, denn Nachschub folgt bestimmt.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Fanny again, or
  • The hornet
  • Black as night

Tracklist

  1. Fanny again, or
  2. The great stash robbery
  3. TSMcR
  4. The hornet
  5. The gaia II space corps
  6. The oracle
  7. Black as night
Gesamtspielzeit: 36:24 min

Im Forum kommentieren

nörtz

2026-05-05 17:09:03

Altbackener Prog?

fuzzmyass

2026-05-05 17:07:58

Endlich mal dazu gekommen dieses Album richtig anzuhören... ist echt gar nicht schlecht geworden, gerade die letzten beiden Tracks sind grandios... davor mal so mal so, aber insgesamt haben sich mehr leichtfüßige und luftige Momente eingeschlichen, auch mehr schöne Melodien/Harmonien, klingt gar nicht so nach altbackenem Prog, ist aber gleichzeitig auch nicht ZU simpel...
Denke das pendelt sich so bei einer sehr guten 7-8/10 ein... schon besser als ich erwartet hatte

JohnWesley

2026-04-06 13:25:39

Nach dem letzjährigen Grosswerk hatte ich nicht mit neuer Musik gerechnet und in der Güte schon mal überhaupt nicht.
Fanny Again,Or 7/10
The Great Stash Robbery 7.5/10
TSMcR 4/10
The Hornet 9/10
The Gaia ll Space Corps 9/10
The Oracle 9/10
Black As Night 7.5/10

Mayakhedive

2026-04-01 09:15:33

Der Einfachheit halber pack ich es einfach mal hierhin. Für alle geneigten Psychonauten gibt es nun unter https://mpdb.no eine recht umfassend erscheinende Datenbank zu den Lieblingsnorwegern.
Touren, Setlists, Videos, Statistiken und was nicht noch alles.
Da kann man sicher die ein oder andere Minute verschwenden.

embele09

2026-03-28 15:57:49

Gestern erster Durchlauf der Vinyl in sonnengelb.
Tolle, rockige und kurzweilige Platte. Schlägt weder nach oben noch nach unten aus im Diskographievergleich. Kurz und knackig, regt an zu öfter auflegen ...

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