Loreen - Wildfire

Human Creation AB / Polydor / Universal
VÖ: 27.03.2026
Unsere Bewertung: 6/10
6/10
Eure Ø-Bewertung: 3/10
3/10

Im Augenblick

Der Eurovision Song Contest vergisst schnell. Acts, Outfits, Sieger*innen – vieles bleibt gerade so bis zur nächsten Saison im Gedächtnis. Loreen gehört zu den Ausnahmen. Als sie 2012 mit "Euphoria" antrat, lag in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes in der Luft. Das schlichte, aber markante Outfit, die eindrucksvollen, fast tranceartigen Tanzbewegungen der Schwedin – und natürlich ein Song, der für ESC-Verhältnisse nicht nur ein starker Sieger für den Abend war, sondern weit darüber hinaus ein packender Popsong, der sich festsetzt. 2023 stellte Loreen sich erneut dem Wettbewerb und legte mit "Tattoo" einen weniger tanzbaren, dafür ähnlich ausdrucksstarken Track nach. Ihr Auftritt setzte noch einmal eine Schippe drauf: Die Sängerin hat, eingezwängt zwischen zwei Bühnenplatten, große Teile des Stückes im Liegen performt. Der Sieg machte sie zur ersten Frau, die den Eurovision Song Contest zweimal gewonnen hat, vor ihr war das nur Johnny Logan gelungen. Das Interessante: Die Künstlerin ließ sich danach scheinbar nicht unter Druck setzen. Zwar spielte sie Festivals und Solo-Shows, doch mit "Wildfire" erscheint erst drei Jahre später ein neues Album und damit ihr insgesamt drittes. Es knüpft an vieles an, was Loreen seit "Euphoria" auszeichnet: große, emotionale Popproduktionen, hymnische Refrains und Songs, die oft so klingen, als könnten sie theoretisch erneut den Sieg beim Eurovision Song Contest einfahren.

Schon die Vorab-Single "Feels like heaven", an der unter anderem auch Sia beteiligt war, macht das deutlich: Der Song steigert sich nur langsam und wird Element für Element aufgebaut. Die Beats sind zunächst zurückhaltend und träge, bäumen sich im Refrain aber vielschichtig auf und erinnern sowohl beim Sound als auch Stimmeinsatz an Sia. Loreen zieht nicht nur Worte und Töne in die Länge und wechselt dabei sanft zwischen Klangnuancen. Die Sängerin zeigt abermals ihre Stärken, die nicht nur im intensiven Gesang, sondern auch in elektronischer Weite und der generellen Energie, die Loreen immer wieder transportiert, liegen. Überhaupt setzt "Wildfire" wiederholt auf diese Spannungsbögen: Songs beginnen ruhig und steigern sich dann in ausladende Refrains. Dabei bleibt die Stimme das eigentliche Zentrum der Songs: kraftvoll, aber nie einfallslos auf Effekt getrimmt. Der raue Unterton bleibt, und so klingt ihr Gesang angenehm unperfekt.

Lyrisch bleibt Loreen leider erstaunlich oberflächlich. Die Sängerin setzt auf große Gefühle wie Liebe und Freiheit, aber verzichtet auf konkrete Bilder. Das passt zwar zur atmosphärischen Wucht der Musik, allerdings wirken die Songs auch emotional aufgeblasener, als sie inhaltlich am Ende wirklich sind. "Wildfire" packt an den richtigen Stellen und verdient als Pop-Album allemal das Label "interessant". Wie lange die Songs tatsächlich nachhallen, bleibt fraglich. Loreen beherrscht die gigantische Geste mühelos: der dramatische Aufbau, der wuchtige Refrain und die kraftvolle Stimme. Das funktioniert – zumindest für den Moment. Einzelne Songs wie die eingängige Single "Is it love" entfalten ihre Wirkung schnell. Die meisten anderen Tracks brauchen vor allem volles Bewusstsein beim Zuhören, um wirklich zu zünden. "Wildfire" ist damit ein Album, das vor allem im Augenblick überzeugt. Oder im Zweifel beim nächsten ESC.

(Lena Zschirpe)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Feels like heaven
  • Is it love

Tracklist

  1. Where do we go from here
  2. Feels like heaven
  3. Weapons
  4. Is it love
  5. Can't pull me down
  6. Melt
  7. Wildfire
  8. Coming close
  9. Set me free
  10. Tattoo
  11. Lose that light
  12. Kiss the sky
  13. True love
Gesamtspielzeit: 38:51 min

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Armin

2026-03-25 20:38:37- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

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