Buck Meek - The mirror

4AD / Beggars / Indigo
VÖ: 27.02.2026
Unsere Bewertung: 8/10
8/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
7/10

Lieder über Liebe

Es gibt sie natürlich, diese Musikschaffenden, die zuweilen viele Jahre benötigen, um beim Komponieren, Texten, Tüfteln und all den anderen Tätigkeiten, die zum Songwriting dazugehören, voranzukommen. Um dann oft genug zu scheitern, wieder von vorn zu beginnen und ungebremst in die Sackgasse zu steuern. Ein erwiesenermaßen anderes Extrem ist rund um die Band Big Thief wahrzunehmen. Hier folgt nicht nur bei der Stammkapelle Album um Album, auch die einzelnen Mitglieder schütten ihr kreatives Füllhorn zwischendurch reichlich aus. Und das alles, ohne einem möglichen Qualitätsabfall zu unterliegen. Sängerin Adrianne Lenker ist hier zu nennen, die zuletzt eine "Bright future" in den Titel hob, aber auch ihr Kollege Buck Meek. Der US-Amerikaner erwies sich bereits auf seinen vorangegangenen Soloveröffentlichungen wie "Two saviors" oder "Haunted mountain" als versierter Künstler unter eigener Flagge. Wobei: So ganz ernst nimmt er die Sache mit der musikalischen Individualität dann auch nicht, wie ein Blick auf den Entstehungsprozess von "The mirror" beweist. Es bleibt, so viel sei an dieser Stelle klargestellt, schließlich doch eine ganze Menge in der musikalischen Familie.

Allein am grandiosen Opener "Gasoline" sind insgesamt sieben Mitstreiter*innen beteiligt, darunter in Jesse Quebbeman-Turley einer von insgesamt gleich vier Drummern, die in unterschiedlicher Intensität am Schlagzeug den Takt mitbestimmen. Eher verhalten im Hintergrund sind die Stimmen unter anderem von Adrianne Lenker und Germaine Dunes, der Ehefrau Meeks, zu vernehmen. Textlich wird es unmittelbar intim: "Making words up while we made love / One month and she's in my blood." Überhaupt die Liebe: Die spielt in fast allen Songs dieser knapp 40 tollen Minuten zwischen Indie, Folk und Americana eine Rolle – mal romantisch, mal tragisch, mal rätselhaft. Zwischendrin wächst das Personal, das in den Songs auftritt, auf Fußballteamstärke an, was allerdings keinesfalls zu einer Überladung führt. Ganz im Gegenteil: Eine ungeheure Leichtigkeit zieht sich durch die zehn Stücke, die in ihrer Gesamtheit zum Besten zählen, was der stimmlich faszinierend alterslose Texaner bis dato erschaffen hat.

"The mirror" ist von der ersten bis zur letzten Note von einer wirklich wundervollen Liebe zum Unperfekten durchzogen. Das beginnt bei Buck Meek selbst, der ganz sicher nicht zu den großen Sängern dieses Planeten gezählt werden darf. Und doch strahlt sein hohes, unverwechselbares Organ pure Freude aus – Freude darüber, einfach das machen zu dürfen, was ihm am besten gefällt. Gelegentlich wirkt er wie ein Autor, der seine Gedichte vorträgt, während im Hintergrund die Instrumente bedient werden. So gesellen sich mal ruhige, mal kraftvolle und auch mal kauzige Töne hinzu. Tatsächlich liefen die Aufnahmen zuweilen außergewöhnlich ab: Er sang seine Texte auf der Veranda ein, während in den Räumen hinter ihm die anderen ihren Part einspielten. Meek, das wird hier wieder einmal deutlich, ist ein Vollblutmusiker, der als verkopft gelten könnte – eben das aber in keinem Moment auf diesem feinen Album ausstrahlt, das sich immer tiefer in den Gehörgang und schließlich auch ins Herz spielt. Klangliche Kleinode voller großer Momente. Und wir dürfen sicher sein, dass aus dieser Gruppe famoser Kreativköpfe schon bald frischer Nachschub geliefert wird. Ihrer überdrüssig wird man so schnell nicht.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Gasoline
  • Pretty flowers
  • Deja vu

Tracklist

  1. Gasoline
  2. Pretty flowers
  3. Can I mend it?
  4. Ring of fire
  5. Demon
  6. God knows why
  7. Heart in the mirror
  8. Worms
  9. Soul feeling
  10. Deja vu
  11. Outta body
Gesamtspielzeit: 39:57 min

Im Forum kommentieren

Armin

2026-03-10 21:02:09- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

Meinungen?

Mr Oh so

2026-03-08 20:56:59

Bin auch recht begeistert

MickHead

2026-03-06 10:04:50

Laut.de 4/5

https://laut.de/Buck-Meek/Alben/The-Mirror-126591

The Libertine

2026-03-03 11:42:58

Fließt wunderbar durch. Sein wohl bestes Songwriting bis jetzt. Bin - ohne damit zu rechnen - schwer begeistert!

Mr Oh so

2026-02-27 19:54:52

Richtig tolles Album.

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