Together Pangea - Eat myself
Nettwerk / BertusVÖ: 16.01.2026
Talent borrows
"Left my heart in '99": Together Pangea bringen "Eat myself" selbst am besten auf den Punkt. Zwar war Grunge da auch bereits tot respektive durch unzählige erfolgshungrige Leichenfledderer und die Vorsilbe "Post-" zum untoten Wiedergänger geworden. Aber das hält das US-amerikanische Trio nicht davon ab, seinen schon immer eindeutig Neunziger-inspirierten Garage-Rock noch ein Stückchen weiter in Richtung Flanellhemden und Powerchords zu verschieben als bisher. Album Nummer sechs schreibt es sich mit dickem Edding auf die Fahnen: Fuzz und Distortion, R-O-C-K in Großbuchstaben. Und den Kaliforniern gelingt sogleich ein Aufmerksamkeit erweckender Einstieg, wenn den Hörer*innen im Titeltrack feinste Fast-Shoegaze-Riffs um die Ohren gedonnert werden und Frontmann William Keegan sich mit cobain'schem Gebrüll der namensgebenden Autosarcophagie hingibt. Was das nun genau ist? Vielleicht besser nicht googeln, Freunde.
"I wish this sadness was anger instead / I'd be a poet and already dead": Mehr Grunge-Spirit als mit solchen Zeilen kann eigentlich kaum noch transportiert werden, ohne die Indie-Polizei auf den Plan zu rufen. "Halloween" verbreitet dennoch fröhliches Surf-Feeling, und die Single "Like your father" liefert die sonnigste Hook des Albums, ohne dass diese von Krachgitarren zersägt würde. Mehr Zuckerbrot als Peitsche erlauben sich Together Pangea auch in "Deep end", bei dem sie ein zutrauliches Piano über Pixies-Gitarren tänzeln lassen. Eigentlich ist die Band sowieso die meiste Zeit entspannt am Werk und lässt etwa dem Punk keinen Platz, der ja zumindest bei Nirvana auch eine prägende Rolle gespielt hat. Daher kommt es beinahe überraschend, wenn die Abrissbirne "Sunkin" nicht nur in Sachen Brachialität den Höhepunkt von "Eat myself" markiert, sondern außerdem den mitreißendsten Song darstellt. Cloud Nothings wären froh, würde ihnen eine derart überzeugende Demonstration der Grunge-üblichen Push-and-Pull-Methode noch einmal gelingen.
Der einzige, winzige Wermutstropfen: Während sich "Molly said" und das balladeske "Empty church" abermals ehrfürchtig vor dem guten Kurt verneigen, kann man sich schon fragen, warum Together Pangea zum Beispiel "Home" nicht ehrlicherweise als "Sliver"-Cover deklarieren. "Mama left me home"? Wir sind ganz sicher schon einmal hier gewesen. Der Closer "Burn the hillsides" kaschiert seine Anlehnungen an "Farewell and goodnight" der altehrwürdigen The Smashing Pumpkins deutlich geschickter und stülpt zur weiteren Verschleierung noch einen Synthie darüber. Keegan konstatiert besorgt: "Feeling some impending doom / Burning in this empty room." Befällt ihn am Ende etwa doch das schlechte Gewissen? Nicht, dass Ihr noch erwischt werdet! Aber schlussendlich zählen einzig die Songs, ob der Sound nun recycelt ist oder nicht – und hier sind Together Pangea mit dem nötigen Charme und Charisma unterwegs, um allein durch Sympathie von sämtlichen Vorwürfen freigesprochen zu werden.
Highlights & Tracklist
Highlights
- Like your father
- Halloween
- Sunkin
- Little demon
Tracklist
- Eat myself
- Home
- Like your father
- Halloween
- Deep end
- Hollywood trash
- Purple
- Sunkin
- Empty church
- Shattered
- Little demon
- Molly said
- Burn the hillsides
Im Forum kommentieren
MickHead
2026-01-16 11:41:57
Jetzt komplett bei Bandcamp:
https://togetherpangea.bandcamp.com/album/eat-myself
Armin
2026-01-15 21:08:13- Newsbeitrag
Frisch rezensiert.
Meinungen?
MickHead
2025-10-28 12:20:55
Die amerikanische Alt-Garage-Punk/Rock Band "Together Pangea" aus Santa Clarita, California, based in LA, kündigt für den 16.01. das 8. Studioalbum "Eat Myself" an. Es folgt auf "DYE" von 2021.
Genre: Surf Rock, Garage Punk, Alt-Rock, Garage-Rock, Indie-Rock, Power Pop
5 Songs bisher geteilt:
"Halloween"
https://youtu.be/Y6w-6HP8PgI?si=ZtXAVVSDihLVA6-Y
"Empty Church"
https://youtu.be/cXd1SBAg9Lc?si=2lpjy2CPcxX9ZsHt
"Like Your Father"
https://youtu.be/aRsw7hJNyIY?si=zlaFytKLijkzctjR
"Molly Said"
https://youtu.be/NPogC6qzbzA?si=fAAeSBRxN4V-TRKJ
"Little Demon"
https://youtu.be/UhzinETN5NQ?si=0osN5q4Q5D-LyD3b
"Eat Myself" bei Bandcamp:
https://togetherpangea.bandcamp.com/album/eat-myself
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