Landmvrks - The darkest place I've ever been

Arising Empire / Edel
VÖ: 25.04.2025
Unsere Bewertung: 8/10
8/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
7/10

Le core du temps

Scheppernde Gitarren, cleaner Gesang, Rap-Passagen: Was auf dem Papier nach der musikalischen Wiedergeburt des Nu Metal klingt, beschreibt den Soundmix der Metalcore-Formation Landmvrks aus Marseille. Die zählen völlig zu Recht zu den aktuell spannendsten Bands harter Musik, was sie mit ihrem vierten Studioalbum "The darkest place I've ever been" bestätigen. In der Aufzählung fehlen noch die donnernden Growls und Schreiattacken, die Frontmann Florent Salfati in Songs wie dem düsteren "Sulfur" auspackt. Und doch sind es vor allem seine cleanen Gesangslinien, die den Titeltrack oder "Creature" einzigartig machen.

Als Referenz für die Stimme des 37-Jährigen landet man schnell wieder beim Nu Metal und einer seiner prägendsten Figuren – dem 2017 verstorbenen Chester Bennington. Anscheinend plakatierte nicht nur Salfati sein Kinderzimmer mit Postern von Linkin Park, sondern auch seine vier Mitmusiker teilen diese Leidenschaft. Der Einfluss der Kalifornier auf die Metalcore-Band aus der südfranzösischen Hafenstadt ist bei Tracks wie "The great unknown" nicht zu überhören. Trotzdem sind Landmvrks viel mehr als eine billige, härtere Kopie. Über die letzten Jahre haben sie an der eigenen Identität gefeilt und leben in Songs wie "Blood red" oder dem Interlude "Sombre 16" ihr Faible für französischen Rap aus. Der Sound auf "The darkest place I've ever been" ist hervorragend und fett produziert. Überraschenderweise verzichtet die Band für Mastering und Mixing auf einen großen Namen und erledigt den Job in DIY-Manier einfach selbst.

"La valse du temps" ist ein Signature-Track der Fünf, weil er so ziemlich alles zusammenfasst, was die Band ausmacht: Salfati singt auf Französisch über einen melancholischen Dreivierteltakt, der Druck baut sich auf und entlädt sich in einem Doublebass-Gewitter von Drummer Kévin D'Agostino, ehe der nächste abrupte Tempowechsel den wilden Teil ablöst. Inhaltlich verarbeiten die Südfranzosen mentale Probleme. Die Erzählung, die einen fiktiven Charakter bei seinem Weg in den Abgrund begleitet, wurde schon von diversen Metalcore-Bands in Variationen erzählt. "Stay away, my mind is killing me / Something wrong with my head / I'm lost in the everything", schreit Salfati im breitbeinigen Banger "Deep inferno", bevor er mit dem Blastbeat-Getöse von "Requiem" das nahende Ende seines Protagonisten einleitet.

Die Videos zu den vorab veröffentlichten Singles bauen aufeinander auf, im Albumcover hat der Künstler Guy Mishima Anspielungen auf Songs der Band versteckt. Landmvrks betreiben einen ähnlichen Aufwand wie Sleep Token für ein stimmiges Gesamtbild, ohne dabei so bemüht zu wirken wie die gehypten Londoner. Ein "Landmark" ist ein gut sichtbares, einzigartiges Merkmal, das als Orientierung dient. Und mögen die Lyrics auch typische Genrekost sein, stechen Landmvrks mit ihrer Vielseitigkeit aus der Masse heraus. Andere Bands machen nichts falsch, wenn sie sich an den Franzosen ein Beispiel nehmen.

(Andreas Rodach)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • The darkest place I've ever been
  • Creature
  • La valse du temps
  • Requiem

Tracklist

  1. The darkest place I've ever been
  2. Creature
  3. A line in the dust
  4. Blood red
  5. Sulfur
  6. Sombre 16
  7. The great unknown
  8. La valse du temps
  9. Deep inferno
  10. Requiem
  11. Funeral
Gesamtspielzeit: 38:00 min

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Armin

2026-01-05 19:47:54- Newsbeitrag

Frisch rezensiert als "Vergessene Perle 2025".

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