Author & Punisher - Nocturnal birding
Relapse / SPVVÖ: 03.10.2025
Der Doppelwumms
Hallo. Herzlich willkommen zu dieser Besprechung. Es handelt sich hierbei um das neue Album von Author & Punisher, das achte insgesamt. Wenn Du auf den Text hier geklickt hast, weil Du den Künstler schon kennst, kannst Du eigentlich direkt in den zweiten Absatz springen, ansonsten bleib kurz da. Vielleicht waren es auch die Referenzen, die zwar unten stehen, aber oft zuerst gelesen werden. Falls Du auf den Text hier geklickt hast, weil Author & Punisher mit "A" anfängt und daher in dem Update, wo diese Rezension, nicht Rezession, erscheint, ganz oben steht: hier noch ein paar einleitende Worte. Author & Punisher sind deswegen besonders, weil der Mensch dahinter, Tristan Shone, die Instrumente für dieses Projekt selbst bastelt. Das sieht immer etwas dystopisch aus, wenn er da verdrahtet in seinen Maschinen hängt, es hat ein bisschen was von der Matrix, und der Sound ist dem Sci-Fi-Klassiker auch irgendwie nahe. "Nocturnal birding" heißt das neue Werk, hier gibt es auch eine gravierende Änderung, aber das verraten wir gleich, damit es auch die Leute mitbekommen, die gleich zum zweiten Absatz gesprungen sind. Es dampft und zischt und lärmt also alles, und an dieser Stelle einmal der noch aktuelle Hinweis: Falls Author & Punisher zum Zeitpunkt des Lesens dieses Textes noch live unterwegs ist, schaut doch mal, ob in Eurer Nähe. Es lohnt sich.
Ob die Musik etwas taugt, könnt Ihr einfach herausfinden: Das Album ist zum Zeitpunkt dieses Textes bereits erschienen, Ihr könnt es direkt parallel anschalten, digitale Musikwelt sei Dank. Tatsächlich gibt es trotz Album Nummer acht hier etwas Neues zu hören, und das fällt eigentlich direkt auf. Der Sound des ersten Stückes "Meadowlark" ist ziemlich fett. Hat Shone in der Vergangenheit auch schon hinbekommen, allerdings selten so konsequent. Schuld daran ist Doug Sabolick. Der spielt Saiteninstrumente, die allerdings nicht selbst gebaut sind, und ist als zweites Mitglied nun eben dabei. So als Band klingen Author & Punisher tatsächlich nochmal anders, dass dazu auch noch eine Art Schreigesang ertönt, macht es kompletter. Metall klingt nach Metal, beziehungsweise: Industrial war schon bislang die passendste Bezeichnung für diesen Lärm. Viel hilft viel. Mehr Instrumente (Shone hängt ja schon inmitten seiner) bedeuten mehr Möglichkeiten, davon machen die beiden hier massiv Gebrauch. Diverse andere Gäste gesellen sich dazu, was genau sie machen, ist jedoch nicht immer feststellbar. Megan Osztrosits lässt sich stimmlich erkennen, ansonsten gilt: Raushören ist schwer, schreit da jetzt Shone oder jemand anderes oder liefert die zusätzliche Person einfach noch mehr Soundspuren oder noch mehr Dezibel oder beides. Es kracht jedenfalls ganz herrlich.
Falls jetzt schon der Einstieg etwas zu viel war, "Meadowlark" oder das folgende "Titanis" zu heavy, dann springe vielleicht weiter zu "B", oder welcher Buchstabe auch immer gerade der nächste ist. Interesse geweckt, oder schon bestanden oder Konzept Autounfall (man kann nicht hinsehen, beziehungsweise hören, aber halt auch nicht weg): Der Bumms, also Wumms geht so circa eine halbe Stunde, dann ist Ruhe. Bis dahin aber nicht. Wie die Titel jetzt heißen oder nicht, ist dabei egal. Oder eher: Wieso zwei nacheinander folgende Titel "Titmouse" und "Titmice" heißen, hat sich der Rezensent nicht getraut zu googlen, auch nicht im abgesicherten Modus. Beide Mäuse, oder Titel, sind jedenfalls ziemlich gut, eher Ratten, wenn man mal Assoziationen mit Bewohnern von Industriebrachen und Lagerhäusern bildet, die zu Industrial spätestens seit "Halber Mensch" dazugehören (Unbekannt? Dann nach dem Albumdurchlauf googlen). Acht Songs gehören zu Album Nummer acht, und mit normalem Lesetempo ist es so, dass bei parallelem Anschalten jener letzte, "Thrush" noch nicht erreicht ist, daher schon mal der Spoiler für den Erstkontakt: "Thrush" tönt etwas anders, zwar grundsätzlich auch in dieser Industrial-/Doom-Melange, die Riffs sägen, die Maschinen marschieren, die Vögel singen. Wie jetzt? Ja, zu einem atmosphärischen Keyboardsound (nun, es klingt wie ein Keyboard, wer weiß, was es ist) trällert etwas Gefieder. Es gibt bestimmt Apps dafür, herauszufinden, welche das sind, sicher nicht der Adler vom Cover, aber das wäre jetzt ganz schön nerdig und mit auf die Bühne kommen die garantiert nicht. Das wäre Tierquälerei, und lieber lassen wir doch unsere Ohren quälen, wenn dieser Sound in sehr ungesunder Lautstärke auf den eigenen Körper trifft. Das ist live ein Ganzkörpererlebnis, klappt aber dank der feinen Produktion hier auch schon sehr gut aus der Konserve. Wohl bekomm's und danke fürs Lesen, falls Du es bis hierhin ausgehalten hast.
Highlights & Tracklist
Highlights
- Titanis
- Titmouse
- Titmice
Tracklist
- Meadowlark
- Titanis
- Mute swan
- Black storm petrel
- Titmouse
- Titmice
- Rook
- Thrush
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Hierkannmanparken
2025-10-24 13:29:13
Hatte auch schon nachgeguckt :D
Aus der Kategorie "Vorsicht beim Googeln" bleiben Prolapse und Geese - Getting Killed noch unangefochten ;)
Klaus
2025-10-24 13:20:14
Wieder was gelernt. Danke.
und danke @ kamm :)
nichdas
2025-10-24 13:18:18
"Titmouse" ist im übrigen nur Englisch für Meise. Aber musste auch sehr grinsen :D
und das Album ist auch sehr gut! Möglicherweise das beste bisher.
Sroffus
2025-10-23 22:24:45
Erst Amthor gelesen....
Kontermutter
2025-10-23 21:29:57
Der Bumms, also Wumms geht so circa eine halbe Stunde, dann ist Ruhe. Bis dahin aber nicht. Wie die Titel jetzt heißen oder nicht, ist dabei egal. Oder eher: Wieso zwei nacheinander folgende Titel "Titmouse" und "Titmice" heißen, hat sich der Rezensent nicht getraut zu googlen, auch nicht im abgesicherten Modus. Beide Mäuse, oder Titel, sind jedenfalls ziemlich gut, eher Ratten
Ich. Krepiere. :D
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