Lola Young - I'm only f**king myself

Island / Universal
VÖ: 12.09.2025
Unsere Bewertung: 6/10
6/10
Eure Ø-Bewertung: 9/10
9/10

Scheiß drauf

Und zack, ging es plötzlich durch die Decke. Als Lola Young im Juni 2024 ihr zweites Album "This wasn't meant for you anyway" veröffentlichte, war noch nicht abzusehen, wie dermaßen steil die Hitsingle "Messy" durch so ziemlich alle Kanäle abgehen sollte. Von viralen Reels über die Festivals diesseits und jenseits des Atlantiks bis in die hinterletzten Ecken des Formatradios. Was man bei lauter Abnutzung durch permanente Beschallung vielleicht vergisst: Der Erfolg von "Messy" war durch und durch verdient: Ein toller Pop-Song mit erfrischend offenen Lyrics, schöner Instrumentierung und eben dem unverkennbaren Hit-Faktor. Und eben auch eine Belohnung für zwei Alben voller ebenso guter Songs, die nun endlich ihren Platz an der Sonne bekamen.

Nur knapp ein Jahr später schickt sich bereits der Nachfolger "I'm only f**king myself" ins Rennen. Ergibt natürlich Sinn, die Welle zu reiten, gleichermaßen bleibt aber schon ein Restzweifel, ob die bisherige Qualität über 14 Songs auch weiterhin gehalten werden kann? Tatsächlich legt das Drittwerk der 24-Jährigen nämlich erst einmal eine kleine Bruchlandung hin. "F*ck everyone" will das Album pop-punkig, rotzig und wild eröffnen, funktioniert aber zu keinem Zeitpunkt und wirkt wie ein absoluter Fremdkörper. Cheeky Hymne scheint hier das Ziel gewesen zu sein, in der Umsetzung ist allerdings noch an allen Ecken und Enden Sand im Getriebe. Das darauffolgende "One thing" ist zwar deutlich souliger und angenehmer, weiß aber auch nicht so recht etwas mit seinem Sound anzufangen. Die neue Ziellosigkeit, irgendwie?

Der Knoten platzt erfreulicherweise aber genau dort, wo auch der erste waschechte Hit auf "I'm only f**king myself" lauert: "D£aler" ist ein herrlich funkiger, beherzter Track, der völlig verdient bereits im Vorfeld des Albumrelease als Standout-Single durchging. Ein Befreiungsschlag, der grünes Licht für den weiteren Albumverlauf gibt. Etwa für das fluffige und auf charmante Weise ehrliche "Not like that" mit seinem Kampf gegen die Party-Substanzen. "I'm a dumb little addict / So I've been tryin' to quit the snowflake / I guess life sucks dick / But especially if you sniff it all away" wird von der Engländerin hier so erfrischend rotzig rausgehauen, dass man durchaus staunen kann. "Can we ignore it" gibt derweil der Instrumentalfraktion reichlich Raum für einen ausladenden Instrumental-Jam, während "Spiders" und "Penny out of nothing" als aufrichtige, kratzige Tracks die Blaupause des Lola-Young-Sounds abliefern. Ist also alles nochmal gut gegangen. "At least I'm not fucking myself / Not anymore."

(Hendrik Müller)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • D£aler
  • Penny our of nothing
  • Not like that anymore

Tracklist

  1. How long will it take to walk a mile? (interlude)
  2. F*ck everyone
  3. One thing
  4. D£aler
  5. Spiders
  6. Penny out of nothing
  7. Walk all over you
  8. Post sex clarity
  9. Sad sob story!
  10. Can we ignore it?
  11. Why do I feel better when I hurt you
  12. Not like that anymore
  13. Who fucking cares?
  14. Ur an absolute c word (interlude)
Gesamtspielzeit: 46:31 min

Im Forum kommentieren

MickHead

2026-05-22 11:22:24

Erster neuer Song seit dem Album!

"From Down Here"

https://youtu.be/9iN4RlmISdU?si=4XRNy9MK-XiMQ9wT

Robert G. Blume

2026-01-08 21:24:50

Taugt auf jeden Fall! Meine Einzelbewertungen für Anspieltipps hab ich ja oben gepostet, die Plattentests-Bewertung sieht die Highlights ganz woanders. Also ist für jeden Geschmack was dabei. Meine Favoriten bleiben Fuck Everyone, Spiders und Post Sex Clarity.

Ituri

2026-01-06 21:17:52

Bin über irgend ein snippet auf den Song "Not Like that anymiee". F***, was ein geiles Teil! Taugt das auch auf Albumlänge? Geile Stimme.

Robert G. Blume

2025-10-18 01:03:34

Ich mag's insgesamt ziemlich gerne. Hat halt sehr starke Höhen und auch ein paar Schwächen. Ich mach mal ne Einzelbewertung:


1 how long will it take to walk a mile? (interlude) -
2 F**K EVERYONE
Totaler Kracher. Diese Gitarre! 9/10
3 One Thing
Komische Wahl als Single. Eigentlich mit der schwächste Track auf dem Album. 5/10
4 d£aler
Auch eher belanglos 4/10
5 SPIDERS
Wieder so eine geil kaputte Gitarre. Vielleicht der intensivste Song auf dem Album, 8/10
6 Penny Out of Nothing
Okay, aber auch nicht mehr. 6/10
7 Walk All Over You
Joa, schmissig. 7/10
8 Post Sex Clarity
Highlight. Wunderbare Melodie, klasse Vocal-Arrangement. Das Lied, das Wolf Alice auf ihrem letzten Album gebraucht hätten. 9/10
9 SAD SOB STORY! :)
Vielleicht finden manche ihren britischen Akzent hier etwas überbetont. Ich liebe ihn aber. 8/10
10 CAN WE IGNORE IT? :(
Guter Song, 7/10
11 why do i feel better when i hurt you?
Auch ein ganz schönes Stück, hier gelingt es, das Soul-Element mit einzubeziehen. 7/10
12 Not Like That Anymore
Hat auf jeden Fall Hit-Qualitäten, 8/10
13 who f**king cares?
Wegen der Radiohead-Referenz noch 6/10
14 ur an absolute c word (interlude) -

MickHead

2025-09-19 09:23:46

Komplette Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_n1p-rmzIveogZR2Iz6PMGhOnZ6JBOWYtQ&si=-gqGIdj_k6Lbx6sG

Musikexpress 5/6

https://www.musikexpress.de/reviews/lola-young-im-only-fking-myself/

Rolling Stone 4/5

https://www.rollingstone.de/reviews/lola-young-im-only-fking-myself/

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