Unleashed - Fire upon your lands
Napalm / UniversalVÖ: 15.08.2025
Wiederholt gut
Es ist im Grunde ein Kompliment, auch wenn es als vergiftetes Geschenk daherkommen mag: Bei manchen Bands weiß man einfach, was man hat. Es gibt von Bad Religion den langsamen und den schnellen Song, so das gängige Klischee, was im Übrigen durch häufigere Wiederholung auch nicht wahrer wird. Motörhead hingegen waren halt immer Motörhead, sturmfest und erdverwachsen. Und Viking Metal – nun ja, irgendwas mit Wikingern halt, entweder im schunkeligen Pagan-Format oder im Death Metal for the masses der Marke Amon Amarth. Was im Übrigen auch nichts Schlechtes sein muss, ganz und gar nicht. Was also ist zu erwarten, wenn eine Death-Metal-Band im 37. Jahr ihrer Karriere den nunmehr sechsten Teil eines Album-Zyklus präsentiert, der sich um eine fiktive Welt namens Odalheim dreht, eine Welt, die irgendwo im nordischen Universum zu verorten ist? Eben.
Vielleicht haben es aufmerksame Leser*innen gemerkt: Das hatten wir schon mal. Nämlich als einleitenden Absatz über "The hunt for white Christ" von Unleashed aus dem Jahr 2018, lediglich um ein paar aktuelle Zahlen ergänzt. Und was damals schon stimmte, ist auch im Jahr 2025 noch wahr: Wer von den Schweden ein Füllhorn von Innovationen erwartet, ist komplett fehl am Platze. Mehr noch – entgegen der Vermutung von Kollege Rosenbohm anlässlich des letzten Albums "No sign of life" dreht sich auch bei "Fire upon your lands" vieles bis alles um die Odalheim-Saga, an der sich die Skandinavier schon einige Zeit abarbeiten. Wohl dem, dessen lyrische Inspiration nie versiegt.
Wohl dem aber auch, der nach einer derart langen Karriere immer noch hochklassige Songs zu schreiben imstande ist. Denn natürlich metzelt der Opener "Left for dead" alles nieder, bis die Gitarristen Fredrik Folkare und Tomas Måsgard mit einem prachtvollen Solo tief in den Heavy Metal alter Schule abtauchen. Für den Fall, dass das irgendjemandem zu gemütlich sein könnte, schunkelt das folgende "A toast for the fallen" nicht etwa beseelt nach Walhalla, sondern feuert ein wahres Blastbeat-Gewitter ab. "The road to Haifa Pier" atmet im Anschluss ein wenig die Atmosphäre von Amon Amarth, vor allem wenn im Refrain vielstimmig "March!" gefordert wird.
Und doch finden sich bei genauerem Hinhören kleine Stellschrauben, die dafür sorgen, dass die Platte eben nicht "more of the same" bleibt. Geschickt streuen die Stockholmer bei "War comes again" einige clevere Breaks ein, statt den Song brutalstmöglich herunterzudreschen, während sie bei "Loyal to the end" genau das tun, wodurch der Song nach dem nicht ganz so geglückten Titeltrack der Weckruf zur richtigen Zeit ist. Wenn dann mit "Hail the Varangians!" und "Hold your hammers high!" auch die Fans hymnischer Refrains glücklich werden, könnte man im Grunde auch wieder die Resümees der letzten Alben heranziehen. Nämlich die, dass Unleashed ein Sinnbild der Zuverlässigkeit sind und bleiben. Das mag für den ein oder anderen langweilig wirken, ist aber, wie eingangs erwähnt – ein Kompliment.
Highlights & Tracklist
Highlights
- A toast to the fallen
- Loyal to the end
- Hail the Varangians!
Tracklist
- Left for dead
- A toast to the fallen
- The road to Haifa Pier
- War comes again
- Fire upon your lands
- Loyal to the end
- Midjardarhaf
- Hail the Varangians!
- To my only son
- Hold your hammers high!
- Unknown flag
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Sneedlewoods
2025-09-15 15:39:02
"Like our fathers
In the past"
Into the endless night
Still far from home
So, hold your Hammers high!
Wo Unleashed drauf steht ist auch Unleasdhrd vorhanden. Da erwatet man was das textliche Konzept betrifft, keine Quantensprünge. Was auch für die Musik gilt. Da ist Innovation und geringfügige Abweichung vom eingeschlagenen Weg nur marginal auszumachen. Das mag man auf Dauer langweilig empfinden oder als Trademarks die die Band auszeichnen wohlwollend mit jedem neuen Album zur Kenntnis nehmen. Nordische Dickköpfe eben. Weiter so!
Armin
2025-09-08 21:17:15- Newsbeitrag
Frisch rezensiert.
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